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„Es war für mich ein Privileg“ - Trainerteam des SV Adler II zurückgetreten

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Von: Maurice Morth

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Akribisch wie man ihn kennt: Alexander Henke (links) während der Saisonvorbereitung 2020/2021 des SV Adler Weidenhausen II an der Taktiktafel.
Akribisch wie man ihn kennt: Alexander Henke (links) während der Saisonvorbereitung 2020/2021 des SV Adler Weidenhausen II an der Taktiktafel. © Nico Beck

Der Rücktritt des Trainerteams beim Fußball-Gruppenligisten SV Adler Weidenhausen II kam am Sonntag überraschend. Wir haben nach den Gründen gefragt.

Weidenhausen – Zu diesem Zeitpunkt der Saison durchaus überraschend verkündeten Trainer Alexander Henke (44) und Co-Trainer Robin Komorowski (35) nach dem wichtigen 2:0-Sieg im Kellerduell der Fußball-Gruppenliga gegen den OSC Vellmar II am Sonntag ihren Rücktritt beim SV Adler II.

Die Gründe für den Rücktritt seien vielschichtig, würden im Detail aber nur den Vorstand, die Mannschaft und die Trainer etwas angehen, so Henke, der betont: „Meine Ansicht und die der Mannschaft darüber, wie man in der Gruppenliga erfolgreich Fußball spielt, lagen irgendwann zu weit auseinander. Aber ich stelle mich der Kritik und sage auch, dass es mir nicht mehr gelungen ist, den einen oder anderen Spieler mitzunehmen und zu begeistern.“

Henke: „Am Ende geht es um das große Ganze“

Die Entscheidung den Verein nach sechseinhalb Jahren zu verlassen, sei aber nicht über Nacht gefallen und habe nichts mit dem 14. Tabellenplatz zu tun, so Henke.

„Am Ende geht es um das große Ganze – den Verein und die Mannschaft. Wir erhoffen uns, mit der Entscheidung einen neuen Impuls zu setzen, um den Abstiegskampf positiv bewältigen zu können“, sagt der 44-Jährige, dem der Rücktritt nach vielen schönen Momenten nicht leicht fiel: „Ich werde dem Verein verbunden bleiben, habe in der Zeit gerade auch außerhalb des Platzes viele Beziehungen geknüpft und es immer als Privileg empfunden, als erste Trainerstation einen Gruppenligisten trainieren zu dürfen – das war nicht selbstverständlich.“

Zum Zeitpunkt des Rücktritts kurz nach dem Start der Rückrunde sagt Henke: „Zum Start der Wintervorbereitung waren wir noch überzeugt, wir wollten die Ärmel hochkrempeln und signalisieren, wir gehen den Abstiegskampf gemeinsam an.“ Leider habe man dann aber nach wenigen Wochen festgestellt, dass man „nicht alle mit auf den Weg dahin kriege“, so Henke.

„Wissen sehr zu schätzen, was das Trainerteam geleistet hat“

Nach all den Jahren gehe man aber im Guten auseinander, betont auch SVA-Teammanager Stefan Stederoth: „Er hat viel Energie in die Aufgabe gesteckt, Spieler und die Mannschaft spielerisch und taktisch enorm weiterentwickelt. Wenn du Spieler über viele Jahre begleitest, dann gibt es aber auch einen Abnutzungsprozess.“

Es spreche für Henke, dass er ehrlich damit umgegangen sei, nicht mehr 100 Prozent überzeugt gewesen zu sein. „Wir wissen sehr zu schätzen, was das Trainerteam für uns geleistet hat“, so Stederoth. Eine Nachfolgeregelung möchte der SV Adler Weidenhausen in den kommenden Tagen präsentieren.

Alexander Henke selbst möchte auf jeden Fall als Trainer weitermachen: „Das ist meine Leidenschaft. Ich werde nichts über das Knie brechen, aber gucken, was die Zeit so bringt.“ (mmo)

Kreisoberliga-Meister der Saison 2019/2020

Henke war seit 2015 zunächst als Co-Trainer und ab 2017 als Cheftrainer für die Reserve des SVA zuständig. Nach dem Abstieg in die Kreisoberliga 2018 führte er die Mannschaft als Meister 2019/2020 zurück in die Gruppenliga. Nach der Rückkehr verlor der SVA II nur die Auftaktpartie gegen Kaufungen und blieb in zehn Partien mit teils mitreißendem Fußball bis zum coronabedingten Abbruch der Saison ungeschlagen. Robin Komorowski unterstützte Henke als Co-Trainer sowohl in vielen Trainingseinheiten als auch bei den Ligaspielen. (mmo)

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