1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Last-Minute-Punkt gegen TV Hersfeld: Lohn der Beharrlichkeit für SVR-Damen

Erstellt:

Von: Harald Triller

Kommentare

Jubel nach dem Abpfiff: Die Damen des SV Reichensachsen zeigten eine echte Willensleistung und holten Sekunden vor Schluss noch einen Punkt. ARCHIV
Jubel nach dem Abpfiff: Die Damen des SV Reichensachsen zeigten eine echte Willensleistung und holten Sekunden vor Schluss noch einen Punkt. ARCHIV © Marvin Heinz

Eine Dramatik, die kaum zu überbieten war, sorgte für Gänsehaut bei den Zuschauern des Frauenhandball-Landesligaduells zwischen dem SV Reichensachsen und dem TV Hersfeld.

Reichensachsen - Die Partie endete am Sonntag durch einen Treffer von Carolin Heckmann, erzielt 14 Sekunden vor der Schlusssirene, mit einer Punkteteilung. In der ersten Hälfte konnten die Gastgeberinnen mehrfach den Ausgleich erzielen, nach der Pause nur beim 16:16, 18:18 und ganz am Ende beim 24:24.

Die Dramatik

Es stand 23:24, der Uhrzeiger bewegte sich schon in der Schlussminute, als der SVR den Ball eroberte und einen Konter initiierte. Foulspiel ja, aber auch Vorteil, die Schiris pfiffen den Tempogegenstoß dennoch ab und brachten Veronika Wagner um den möglichen Ausgleich.

Der schnell ausgeführte Freiwurf eröffnete ihr doch die Chance, aber sie traf, von der linken Außenbahn abgeschlossen, nur den Pfosten und löste einen Aufschrei des Publikums aus, die SVR-Anhänger sahen die Felle davonschwimmen.

Weit gefehlt: Auf der rechten Seite lauerte Anna-Lena Kehr, sie konnte den Ball aufnehmen, der dann aus dem Gewühl heraus in den Händen von Carolin Heckmann landete, die das Leder zum nicht unverdienten Remis einnetzte. 14 Sekunden blieben dem TVH, doch die ohnehin in der zweiten Halbzeit viel besser postierte SVR-Abwehr ließ keinen Abschluss mehr zu und löste einen gewaltigen Jubelsturm aus.

Natürlich löste sich auch bei Trainer Matthias Meinl die Anspannung, die sich sofort in seine ganz persönliche Begeisterungsfähigkeit verwandelte.

Ich denke, dass wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben und nicht zuletzt dank unserer Beharrlichkeit mit dem Punkt belohnt wurden. Gerade weil wir uns zuletzt mit besonderen Trainingsinhalten selbst etwas unter Druck gesetzt haben, kann und muss ich meiner Mannschaft viele gute Lösungspotenziale bescheinigen“, lobte der Coach auch die Energie, die nötig war, dranzubleiben: „Wir haben nie entscheidend zurückgelegen, selbst beim 20:23 in der 56. Minute weiter an uns geglaubt“, machte Meinl deutlich, dass der mit Freude zelebrierte Handball auch das Resultat der großartigen Trainingsarbeit ist: „Es macht ganz einfach Spaß, diese Mannschaft zu trainieren.“

Glänzende Regie

Kathrin Fey hat einmal mehr glänzend Regie geführt und auch in der Abwehr prima gearbeitet. Für Meinl war ihr Verhalten besonders wichtig, „weil sie den Rückraum der Gäste immer wieder durch ihr aggressives Vortreten zum Prellen brachte und dadurch gradlinige Aktionen zum Kreis verhinderte.“

Vor allem die quirlige Luisa Teichmann stellte die SVR-Defensive vor viele Probleme, immer wieder kurbelte sie die schnelle und variantenreiche Angriffsmaschine an und war speziell im ersten Abschnitt häufig nur mit robustem Abwehrverhalten zu stoppen. Nach Wiederbeginn stand die massive 6:0-Abwehr besser und verursachte nicht mehr so viele Strafwürfe.

Siebenmeter-Geschichte

Beide Torhüterinnen des SVR hatten mit ihren Paraden großen Anteil am Punktgewinn. Aber neben dem Lob müssen sie sich einen Vorwurf in Sachen Siebenmeter gefallen lassen. Luisa Teichmann trat neunmal an und verwandelte achtmal in Folge den Ball von ihr aus gesehen in die untere linke Ecke. Es ist leider weder Saskia de Vos noch Laura Hesse gelungen, einen dieser Strafwürfe zu entschärfen.

Kommende Aufgaben

Meinl traut seinem Team auch bei Spitzenreiter Wollrode Zählbares zu und plant im letzten Heimspiel gegen Rotenburg zwei Punkte ein.

(Harald Triller)

SV Reichensachsen - Hersfeld 24:24 (13:14)

SV Reichensachsen: Hesse, De Vos - Weiner, Fey, C. Heckmann (2), Hohmann (3), Friman (5/3), Brand (3), N. Küch, Kehr, (2), L. Heckmann (3), C. Küch (2), Wagner (4).

TV Hersfeld: Hollstein - Höhmann, Suppes, Raguse (3), Spill, Teichmann (12/9), Berg, Hoffelner, Debus (1), Hugo (3), Herrmann, Hedrich, Braun (5), Diener.

Spielfilm: 2:4 (5.) – 7:7 (14.) – 9:12 (22.) – 12:13 (27.) – 13:14 (30.) – 16:16 (42.) – 18:18 (47.) – 19:21 (51.) – 20:22 (55.) – 22:24 (59.) – 24:24 (60.).

Zuschauer: 100.

Schiedsrichter: Pfeiffer/Paar (Hinterland).

Auch interessant

Kommentare