Tanzsport-Bundesliga: Ludwigsburg löst Braunschweig als Deutscher Meister ab

„Der dritte Rang ist ein Erfolg“

Dritter: Bei der achten Meisterschafts-Teilnahme sicherte sich die Göttinger Standardformation zum vierten Mal Bronze. Foto: bf

Göttingen. Fest zementierte Platzierungen – so konnte man in den vergangenen Jahren die Rangliste im deutschen Standardtanzen umschreiben. Doch vor der Saison 2016 hat sich etwas geändert, das wurde am vergangenen Samstag bei den Deutschen Meisterschaften deutlich.

In Bremen sicherte sich der 1. TC Ludwigsburg den Titel. Der Vorsprung auf den Zweiten und vorherigen Dauersieger Braunschweiger TSC war mit 0,46 Punkten zwar nur minimal, kam aber nicht gänzlich überraschend, wie Göttingens Trainer Markus Zimmermann befand. „Die Braunschweiger haben eine neu formierte Mannschaft, mit vielen neuen Tänzerinnen und Tänzern. Die Mannschaft befindet sich im Umbruch, den es in Ludwigsburg schon vor 2,5 Jahren gab. Die haben damals alles auf die Heim-Weltmeisterschaft am 28. November 2015 ausgerichtet. Dass sich die Ludwigsburger jetzt auf einem so guten Niveau befinden, war durchaus zu erwarten.“

Neues Wertungssystem

Ein gutes Niveau zeigte aber auch das neu zusammengestellte Göttinger Team – auch wenn mit 31,17 Punkten der Abstand zu den Braunschweigern (35,54) relativ groß ausfiel. „Der dritte Rang ist für uns ein Erfolg, das Ergebnis in Ordnung. Nach dem personellen Umbruch haben wir unsere Zielsetzung erfüllt. Der Abstand zu Braunschweig ist mir aber zu groß. Das kann auch mit dem neuen Wertungssystem zusammenhängen“, erklärte Zimmermann.

Anders als bislang in der Bundesliga urteilten in Bremen zwölf statt sieben Wertungsrichter. Und die nahmen für Kategorien wie technische Qualität, Harmonie von Musik und Bewegung, Qualität der Formation und künstlerischer Wert nicht die Leistung der Konkurrenten, sondern das Idealbild als Maßstab. Wenn alles passt, gibt es 40 Punkte. Ein System, dem Zimmermann, selbst seit vielen Jahren Wertungsrichter, positiv gegenübersteht. „Grundsätzlich ist dieses System gut, denn die Trainer und Aktiven sehen jetzt genau, wo die Stärken und Schwächen liegen. Die Wertungsrichter müssen dieses System aber auch richtig anwenden können“, gibt Göttingens Coach zu bedenken.

International wird dieses Wertungssystem bereits eingesetzt. Bei der Deutschen Meisterschaft kam es als Pilotprojekt einmalig zur Anwendung. Bereits beim Bundesliga-Auftaktturnier am 9. Januar 2016 in Ludwigsburg wird wieder nach dem alten Wertungssystem entschieden.

Bis dahin stehen für die Göttinger aber noch viele Übungseinheiten auf dem Trainingsplan. „Wir werden zwei Wochen regenerieren und danach bis Weihnachten hart trainieren. Zwischen den Jahren folgt unser obligatorisches viertägige Trainingslager. Ich glaube, dass Braunschweig durchaus angreifbar ist“, sagt Zimmermann. (raw)

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