Tanzen

Göttinger Tänzer Meister: Das Risiko wurde belohnt

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Neue Choreografie, neues Outfit: Das Tanzsportteam Göttingen brach in die Phalanx von der bisheri gen Serienmeister Braunschweig und Ludwigsburg ein. 

19 Mal gewann der Braunschweiger TSC, 13 Mal der 1. TC Ludwigsburg die deutsche Meisterschaft in der Standardformation. Nun aber brach das Tanzsportteam Göttingen in diese Phalanx ein und holte sich nach dem Sieg in der Bundesliga 2018/19 und dem dritten Platz bei den diesjährigen Weltmeisterschaften erstmals den deutschen Meistertitel vor den Braunschweigern und Ludwigsburgern.

„Wir sind mit einer neuen Choreografie und neuer Musik ein großes Risiko eingegangen. Dieses Risiko wir aber bewusst in Kauf genommen“, sagt Cheftrainer Markus Zimmermann. In nur wenigen Wochen haben die elf Paare die neue Choreografie „Happy together“ einstudieren können. „Da gab es schon auch die eine oder andere Woche, in der wir 60 Stunden geübt haben“, erzählt Zimmermann, dass zeitweise das Trainingspensum pro Woche verdoppelt wurde.

In der letzten Woche vor den deutschen Meisterschaften am vergangenen Samstag wurde der Trainingsaufwand dann aber doch etwas reduziert. Denn im Gegensatz zu den fünf Bundesliga-Turnieren, bei denen es eine Vor- und eine Endrunde gibt, mussten in Hamburg drei Runden – Vor- (acht Formationen), Zwischen- (sechs Formationen) und Endrunde (vier Formationen) – absolviert werden. „Das war dann auch mit den Aufwärmphasen schon sehr anstrengend für unsere Paare“, sagt Zimmermann.

Kritik übte der Braunschweiger Trainer Rüdiger Knaack nach der Wertung. Er könne das überhaupt nicht verstehen. Beim Formationstanzen müsse Tanzen genauso bewertet werden wie Paartanzen auch. Und wenn das so gemacht worden wäre, hätte das, was die Göttinger gemacht haben, gar keine Chance gegen sein Team gehabt. Zimmermann kontert die Kritik ganz gelassen: „Verlieren muss eben auch gelernt sein.“

Ausgelassen jubelten die acht Göttinger Paare, nachdem feststand, dass auch Braunschweig als letzte Formation nicht an den Göttingern vorbeiziehen konnte. „Ich bin megastolz. Ich hatte noch nie so viel Herzklopfen. Unfassbar, was die Mannschaft geleistet hat, wie sie sich gesteigert hat von der Vorrunde bis zum Finale“, freute sich Göttingens Choreografin Arianne Schießler über den Titel.

Nun steht am 11. Januar 2020 das erste Turnier der Bundesliga in Ludwigsburg an. „Wir werden jetzt etwa drei Wochen regenerieren, um uns danach auf die Bundesliga vorzubereiten, um dann im Saft zu stehen“, sagt Zimmermann. Bei den Bundesliga-Turnieren gibt es letztmals die Täfelchen der Wertungsrichter von eins bis acht zu sehen. Am 8. Februar 2020 steht das Heimturnier in der S-Arena an. Dabei weiß Zimmermann, dass vor allem Braunschweig der Göttinger Formation die Titelverteidigung streitig machen will. „Wir werden gewappnet sein“, so Zimmermann.  gsd

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