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Patrick Lorenz im Interview: Teamgeist ist in Thüringen Trumpf

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Ist Trainer in Gospenroda: Patrick Lorenz.
Ist Trainer in Gospenroda: Patrick Lorenz. © Christoph Heilwagen

Patrick Lorenz ist seit der Winterpause Trainer beim SV Grün-Weiß Gospenroda, dem Tabellenvierten der Fußball-Kreisoberliga Westthüringen.

Heringen - Wir sprachen mit dem 33-Jährigen, der in Heringen wohnt, über das Derby am Sonntag in Unterbreizbach sowie über den Unterschied zwischen dem Fußball in Thüringen und in Hessen.

Hallo Herr Lorenz, wobei störe ich Sie gerade?

Ich bin gerade am Laptop im Netz und löse in einer Online-Anwendung Aufgaben für die Trainer-C-Lizenz. Aber ich kann gerade einmal eine Pause machen, kein Problem.

Wie sind Sie zum Trainerposten in Gospenroda gekommen?

Unser alter Trainer Carsten Ruppel – die Hersfelder kennen ihn noch aus seiner Ausbacher und Philippsthaler Zeit – hat im Winter wegen eines Bandscheibenvorfalls das Amt niederlegen müssen. Weil ich schon einmal bei uns in der Landesklasse ausgeholfen habe und auch weil ich schon einmal die Zweite in Hohenroda trainiert habe hat die Vereinsführung mir das Amt übertragen.

Sind noch mehr Fußballer aus dem Hersfelder Raum in Gospenroda?

Ja – es sind schon einige Bekannte dabei. Benny Glock – er war in Asbach, Lengers und bei Hessen/SpVgg – hat die Kontakte hergestellt. Olaf Gabriel war damals Trainer. Glock hat inzwischen aufgehört. Bei uns spielen noch Patrick Michel, früher ebenfalls Lengers und Herfa, sowie der Ex-Rotenburger Christoph Treibert.

Wie ist der Trainerjob in Gospenroda angelaufen?

Die Vorbereitung in der Winterpause war gut. Wir hatten auch einige Testspiele gegen Mannschaften aus dem Hersfelder Raum gewonnen, zum Beispiel gegen Niederaula/Kerspenhausen 4:0 und gegen Haunetal sogar 11:1. Das erste Spiel beim Tabellenführer Mosbach haben wir nach spannendem Spiel und einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 gewonnen. Doch es war ein Sieg, den wir mit schweren Verletzungen von Steve Kohlhas und Jonas Trostmann teuer bezahlt haben. Das zweite Spiel am Sonntag gegen Ifta ging mit 3:6 verloren, auch weil wir eine Gelb-rote Karte kassiert haben. Zudem haben wir noch drei Coronafälle im Team. Hinzu kommen jetzt – und das gibt es in Thüringen bis in die unteresten Klassen – gelb-gesperrte Spieler.

Das sind aber alles andere als rosige Aussichten ...

So ist es. Ich habe gestern einmal mit unserem Abteilungsleiter die Spielerliste durchgeschaut. Für das Derby am Sonntag um 14 Uhr bei Kali Unterbreizbach haben wir gerade einmal acht Spieler zur Verfügung. Zum derzeitigen Stand kann ich nur sagen, dass wir personell aus dem letzten Loch pfeifen. Aber wir werden alles mobilisieren, um trotzdem anzutreten. Und wir werden auch versuchen, ein gutes Spiel zu liefern. Auch wenn das schwer werden wird.

Was ist das Ziel für diese Serie für Gospenroda?

Vorrangig ist, dass wir nicht noch mehr Verletzte bekommen. Und die, die es jetzt sind, so bald wie möglich zurückkommen, was nicht in unseren Händen liegt. Wir sind derzeit Vierter. Wenn wir die Bestbesetzung hätten, dürften wir nach oben schielen, was sich aber derzeit verbietet. Wichtig ist erst einmal, dass wir den Platz halten. Wir wollen uns auf jeden Fall taktisch weiterentwickeln. Hier in Thüringen wird nicht überall nach moderner Taktik gespielt. Ich möchte gern hier richtig mit Viererkette spielen. Das ist ein Fremdwort für viele Teams. Oft gibt es noch den klassischen Libero. Und ich will auch einen taktischen Plan B entwickeln, wenn es mit Viererkette nicht klappt oder Personal fehlt.

Ist das der Unterschied zwischen Hessen und Thüringen?

Da gibt es tatsächlich Unterschiede. In den Vereinen geht noch viel über Kameradschaft. Der Zusammenhalt funktioniert außerhalb des Platzes. Teamgeist ist in Thüringen Trumpf. Wir haben auch einige Fahrten unternommen. So zum Beispiel zu Heimspielen der Frankfurter Eintracht. Das ist einerseits schön. Andererseits: Talente, die durchaus in höheren Klassen spielen könnten, bleiben oft in ihren angestammten Teams und entwickeln sich nur wenig weiter.

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