Teke muss wieder gehen 

TSG Hofgeismar sagt Trainer nach sechs Tagen wieder ab

Ahmet Teke: Ende des Jahres wurde er als neuer Trainer in Hofgeismar vorgestellt, jetzt erteilte die TSG dem 40-Jährigen eine Absage. Foto:  Hofmeister

Hofgeismar. Die Arbeit des Neuen hat noch nicht begonnen, da hört sie schon wieder auf. Das Rätselraten um die Trainerfrage in Hofgeismar geht weiter.

Sechs Tage nach der Zusage an Ahmet Teke als neuen Trainer für den Fußball-A-Ligisten sagte die TSG-Vereinsführung dem 40-Jährigen wieder ab. Nach der Bekanntgabe sei es zu unterschiedlichen Auffassungen gekommen, so die Begründung der beiden TSG-Verantwortlichen Maik Kolle und Michael Müller. Noch in dieser Woche wolle man eine interne Lösung bei der Besetzung des Übungsleiterpostens präsentieren.

Es wäre dann der vierte Trainer der laufenden Saison. Nour Eddine Belarbi legte sein Amt nach elf Spieltagen nieder, seine Nachfolger, Sinan Oelge und Sascha Paukstat aus der eigenen Mannschaft, waren sich nicht einig und kehrten dem Verein vor der Winterpause ebenfalls den Rücken.

Rücktritt des Vorsitzenden

Kolle und Müller, die nach dem überraschenden Rücktritt von Klaus Otto als Vorsitzenden im November die TSG-Fußball-Abteilung leiten, hatten Teke dem Team nach Abschluss des eigenen Hallenfußballturniers als neuen Mann offiziell vorgestellt. Ende Januar wollte der Übungsleiter mit türkischen Wurzeln in das Training einsteigen mit dem Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen, um dann im Sommer einen Neuanfang zu starten und die Mannschaft wieder in höhere Regionen zu führen.

Teke hatte das Traineramt übernehmen wollen, „weil mir die Entwicklung der TSG richtig wehtut.“ Früher hätten viele Vereine zur TSG nach oben geschaut, dies sei nun nicht mehr der Fall. Er selbst habe in Hofgeismar viele schöne und erfolgreiche Jahre - sowohl als Jugend- wie auch Seniorenspieler- gehabt. So zum Beispiel zu Beginn der 90er Jahre unter Wolfgang Steller.

Der Vorsitzende der Trainergemeinschaft Hofgeismar/Wolfhagen war zunächst sprachlos, als er von der Absage erfuhr. Dann aber sagte er: „Ein Unding. Wenn ich etwas offiziell bekannt gebe, mache ich doch keinen Rückzieher. Einfach stillos.“ Stillos sei auch schon die Trainerentlassung von Robert Heuser in der vergangenen Saison gewesen. „So etwas geht gar nicht.“ Solche Handlungsweisen würden nicht dazu beitragen, den Ruf der TSG zu verbessern.

Steller, der von 1981 bis 1983 und 1991 bis 1993 in Hofgeismar arbeitete, war froh, dass die TSG mit Teke eine Lösung gefunden hatte, schließlich bekomme man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sofort einen geeigneten Trainer. „Viele haben einen Vertrag zu erfüllen.“ Und nicht jeder reiße sich um einen Job bei einem Verein mit dieser Vorgeschichte und einem hohen Anteil von Spielern mit Migrationshintergrund.

Der pensionierte Lehrer hätte Teke die Arbeit im Angerstadion durchaus zugetraut. „Ich hatte keinerlei Bedenken, dass Ahmet das nicht schafft. Vielmehr die Hoffnung, dass er integrierend wirkt und die zerstrittenen Gruppen wieder zusammenführt.“

Von Joachim Hofmeister und Ralf Heere

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