Wilhelmshöhe Open: Tennis bei tropischen Temperaturen

Nun belastet die Hitze

Ein Eis gefällig: Martin Schareina (rechts) versorgt die Zuschauer (von links) Sabine Sauthoff, Daniel Figueroa, Stefan Meyer, Mika Matthias, Rainer Günther und Nico Dimpfl. Foto: Koch

Kassel. Angst hatten sie vor Regenfällen. Schließlich brachten diese schon häufiger den Spielplan durcheinander. Stattdessen müssen sich die Verantwortlichen der Wilhelmshöhe Open diesmal mit der Hitze beschäftigen. Auch Tennisspieler und Schiedsrichter stellen die hohen Temperaturen vor zusätzliche Herausforderungen.

So wie Martin Schareina. Der Platzwart kennt die Courts des KTC Bad Wilhelmshöhe bestens. Angst um ihre Bespielbarkeit hat er nicht. „Wir müssen zwischendurch ein wenig mehr als sonst leicht bewässern. Und zwar dann, wenn die Spieler oder der Schiedsrichter das verlangen“, sagt er. Ansonsten liegt unter den 30 Tonnen Sand eines Platzes eine Schicht aus 60 Tonnen poröser Eifellava. Diese speichert die Feuchtigkeit. „Der Platz lebt nicht durch Wasser von oben“, erklärt Schareina. Stärker gewässert wird nachts. „Aber nur so viel, dass es für den Tag reicht, ohne dass die Spieler in Pfützen oder Schlamm stehen.“ Zudem sei der Center Court mit einer Unterflurbewässerung ausgestattet, durch die er automatisch versorgt wird.

Aber auch abseits der Bewässerung sind Schareina und sein Kollege Holger Münzer gut beschäftigt. „Platzpflege, bitte einen Sonnenschirm auf Platz fünf“, kommt die Anweisung über die Lautsprecheranlage. Alle Stühle für die Pause beim Seitenwechsel sowie die Plätze der Schiedsrichter müssen beschirmt sein.

Kaum zurück, erwartet Schareina und Münzer die nächste Aufgabe. Grischäfer, der Caterer des Turniers, stiftet eine Runde Eis. Für alle. Die Platzpfleger gehen herum und verteilen die Erfrischung. Meist finden sich die Zuschauer im Schatten. Dieser wird jedoch mit der wandernden Sonne immer spärlicher.

Durch Schirme geschützt sind die Schiedsrichter. „Uns macht die Wärme aber nichts aus. Wir ziehen luftige Verbandshemden an und dürfen anders als sonst kurze Ärmel tragen“, sagt Falk Machwirth. Hitzepausen sind nicht gestattet: „Das ginge nur bei den Frauen nach dem zweiten Satz.“

Die Spieler selbst kommen mit der Hitze klar. „Ich bin dran gewöhnt. Zuletzt habe ich in Usbekistan gespielt. Da waren es sogar 45 Grad“, sagt Sadio Doumbia um 13 Uhr nach seinem gewonnenen Erstrundenmatch gegen den Deutschen Nils Brinkmann. „Vier Liter Wasser habe ich heute schon getrunken, jetzt kommen wohl noch drei hinzu“, ergänzt der Franzose aus Toulouse.

Auch Witek Szota sieht für die Spieler keine Probleme. „Die Erfahrenen wissen, wie sie mit der Hitze umgehen müssen. Und die Jungen haben Eltern oder Trainer dabei, die es ihnen sagen“, erklärt der Turnier-Physiotherapeut. Und wenn es doch einmal muskulär zwickt, ist Szota mit einem probaten, wenn auch derzeit absurd klingenden Mittel zur Stelle: Wärmesalbe.

Von Wolfgang Bauscher

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