Wimbledon

Ein letztes Mal „Manic Monday“: Kerber und Zverev heute im Achtelfinale

Angelique Kerber.
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Noch dabei: Angelique Kerber.

Die Bangles haben 1985 das Lied „Manic Monday“ veröffentlicht, in dem es darum geht, wie schwierig so ein Montag nach einem Wochenende sein kann.

Nach einem entspannten Sonntag. Manic Monday, verrückter Montag. So heißt seit jeher auch der Montag zu Beginn der zweiten Turnierwoche beim Tennis-Grand-Slam in Wimbledon. Nur ist dieser Manic Monday in London kein bisschen schwermütig.

Er ist ein Feiertag für Fans und Zuschauer. Alle Achtelfinal-Matches an einem Turniertag – der Damen und Herren. Ein Kirmesschreier würde wohl sagen: „Meine Damen und Herren, schnallen Sie sich an!“ Und dennoch wird es diesen Manic Monday ab dem kommenden Jahr nicht mehr geben. Heißt: Auch der traditionelle sonntägliche Ruhetag fällt dann aus.

Grund mal wieder: Corona. Das Wimbledon-Turnier im vergangenen Jahr fiel der Pandemie zum Opfer, fand nicht statt. Der Veranstalter hat nun Geldsorgen. Dadurch, dass im kommenden Jahr die Achtelfinals auf Sonntag und Montag verteilt werden, sollen die Einnahmen steigen. Tickets können an einem weiteren Tag verkauft werden, Werbe- und Fernseheinnahmen steigen. Ein sportlich attraktiver Tag wie der Manic Monday muss dafür weichen.

Doch in diesem Jahr wird es ihn noch einmal geben. Heute. Und das mit doppelter deutsche Beteiligung. Auf der Damenseite weckt Angelique Kerber derzeit große Hoffnungen. Ihr Drittrunden-Match gegen Aliaksandra Sasnovich (Belarus) musste nach dem ersten Satz, den die 33 Jahre alte Kielerin 2:6 verloren hatte, am Samstag regenbedingt unterbrochen werden. Nach der Pause kam Kerber zurück auf den Rasen und gewann die folgenden Sätze 6:0 und 6:1. Sasnovich war chancenlos.

Die letzte verbliebene Spielerin im Feld, die Wimbledon schon einmal gewonnen hat, trifft nun auf das 17 Jahre alte Wunderkind Coco Gauff aus den USA. Es wird ein Duell der Generationen – doch Kerber hat sich mittlerweile zu weit mehr als nur einer Geheimfavoritin gespielt. Lange war sie nicht in so guter Form. Und viele Favoritinnen sind in der Damenkonkurrenz bereits ausgeschieden. Aus den Top zehn der Weltrangliste sind allein Ashleigh Barty, Aryna Sabalenka und Iga Swiatek noch vertreten.

Bei den Herren dreht Alexander Zverev bislang recht problemlos seine Runden. Nachdem er in Runde drei gegen den US-Amerikaner Taylor Harry Fritz den ersten Satz noch im Tiebreak verloren hatte, gewann er die nächsten drei und trifft nun auf den Kanadier Felix Auger-Aliassime – erstmals könnte der 24 Jahre alte Hamburger ins Viertelfinale von Wimbledon einziehen.

Der Unterschied zu den Vorjahren? Zverev schafft es, die ersten Matches bei Grand Slams ohne größere Probleme zu überstehen. Er spart Kraft. Kraft, die er noch brauchen wird. Denn mit Novak Djokovic, Roger Federer, Daniil Medvedev, Andrey Rublev, Matteo Berrettini und Roberto Bautista Agut sind noch einige Topspieler dabei. Am Manic Monday wird sich das Feld lichten. (Maximilian Bülau)

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