15-facher Tennis-Weltmeister Klaus Fuhrmann aus Witzenhausen feierte Erfolge auf allen Kontinenten

Ein ganz Großer des Sports wird 80

Witzenhausen. Sein Leben ist untrennbar mit dem geliebten Sport verbunden. Die vielen Siege über mehrere Jahrzehnte hinweg kann Klaus Fuhrmann aus Witzenhausen nicht mehr zählen, die größten Titelgewinne aber schon. 15-mal war er Tennis-Weltmeister der Senioren, 28-mal setzte er sich die Krone in Europa auf. Am heutigen Ostersamstag feiert ein ganz Großer des Sports seinen 80. Geburtstag.

Wenn Klaus Fuhrmann in Erinnerungen an eine große Karriere schwelgt, dann funkeln seine Augen. Der Sport hat ihn jung erhalten. In 35 Ländern auf dieser Erde hat er Tennis gespielt, Erfahrungen gesammelt und natürlich sehr viel erlebt. „Aus vielen Gegnern sind Freunde geworden. Besonders in Australien bei den Turnieren in Perth, Melbourne oder Sydney hatte ich eine wunderschöne Zeit“, sagt der Jubilar. Und: „Wenn ich einmal in ein Land ausgewandert wäre, dann wäre es Australien gewesen“

Dabei sind es keineswegs nur die spektakulären Erfolge, die dem Tennis-Routinier in Erinnerung blieben. Gegen den deutschen Daviscup-Spieler und Wimbledon-Finalisten Wilhelm Bungert brachte ihn eine Schiedsrichter-Fehlentscheidung bei den deutschen Meisterschaften 1958 in Braunschweig auf die Verliererstraße. „Alle Zuschauer hatten das gesehen und standen hinter mir, doch ich war noch zu jung und nicht clever genug, um zu intervenieren“, sagt Fuhrmann.

Es ist ein Blick zurück ohne Zorn, denn der Sport hat ihm später viel gegeben. „Freude hatte ich immer am Spiel, war stets locker und nie verkrampft. Dies ist wohl auch ein Geheimnis des Erfolgs“, sagt der nun 80-Jährige.

52 Jahre lang war er verheiratet, bevor Ehefrau Luitgard vor drei Jahren verstarb. „Wenn immer es möglich war, dann war sie bei Spielen und Turnieren an meiner Seite. Sie war der große Rückhalt, eine Beraterin und Motivatorin und hat sehr viel zu meiner sportlichen Karriere beigetragen“, sagt Fuhrmann.

Auszeichnungen bekam das in Weißwasser geborene Geburtstagskind dabei reichlich. Es waren Anerkennungen wie die Goldene Nadel des Hessischen Tennisverbandes, die Silberne Nadel des Deutschen Tennis-Bundes, Plaketten und viele Urkunden.

Noch heute aktiv

Noch heute ist der gelernte Industriekaufmann und spätere Fachsportlehrer aktiv und spielt für den Hildesheimer HTC in der Regionalliga. Klar, dass die Auftritte auf großer Bühne in den vergangenen Jahren seltener wurden. Über seine letzte Einzel-Weltmeisterschaft 2002 im österreichischen Velden im Finale gegen den Amerikaner King van Nostrand weiß Fuhrmann nur soviel: „Die Zuschauer sagten, ich hätte fantastisch gespielt, doch ich war regelrecht wie in einem Tunnel und konnte mich später an keinen Ballwechsel mehr erinnern“.

Mittlerweile lässt er es ruhiger und gelassener angehen. Gefeiert wird heute nicht in Witzenhausen, sondern im engen Kreis mit den Familien seiner beiden Söhne Frank und Jens - beide selbst ausgezeichnete Tennis- und Squashspieler.

Von Eckehard Meyer

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