Der Este siegt in zwei Sätzen 

Wilhelmshöhe Open: Zopp ist der König vom Bergpark

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Überlegen im Endspiel: Der Este Jurgen Zopp hat die Wilhelmshöhe Open gewonnen. Im Finale schlug er Jan Choinski in zwei Sätzen.

Kassel. Im Mai, im schwedischen Bastad, standen sich Jurgen Zopp und Jan Choinski schon einmal gegenüber. Der Este Zopp siegte in zwei Sätzen. Bei den Wilhelmshöhe Open in Kassel war diese Paarung am Sonntag wieder das Finale. 

Mit 6:3, 6:2 setzte sich wiederum setzte sich Zopp durch und krönte sich zum König vom Bergpark. 

„Ich war schon ein bisschen überrascht, wie die Bälle bei mir hinten eingeschlagen sind. Er hat eine brutale Länge heute gehabt“, zollte ihm sein Gegner hinterher Respekt. Zopp zwang dem 21-Jährigen aus Koblenz fast über die gesamte Partie sein Spiel auf. Unterstützung bekam er dann von Choinski, der immer wieder einfache Fehler produzierte. Mit dem zweiten Break im ersten Satz sicherte sich der Este diesen Durchgang schließlich - 6:3.

„Er ist acht Jahre jünger als ich. Und er spielt sehr viel besser als ich in diesem Alter“, machte Zopp dem jungen Deutschen dann aber hinterher Mut. Auf die Frage, ob er zufrieden sei, antwortete er ganz lässig: Ja, es sei nicht schlecht. Diese Äußerung war ungefähr so wie sein Spiel im Finale: souverän und abgeklärt. Als im zweiten Satz von den ersten sechs Spielen fünf per Break entschieden wurden, behielt er die Ruhe. Schließlich brachte er dann seinen Aufschlag zum 5:2 durch.

Es war am Ende bezeichnend, dass ein vermeidbarer Fehler von Choinski das Match entschied. Zu selten brachte die 1,96 Meter große Nummer 483 der Welt seine starke Vorhand im Feld des Gegners unter. „Ich habe heute einfach nicht die Mittel gehabt“, gab er zu.

Für Kenner kommt Zopps Erfolg beim Weltranglistenturnier des KTC Bad Wilhelmshöhe aber nicht unbedingt überraschend. Überhaupt ist seine Teilnahme wohl überhaupt nur seinem Körper geschuldet. Zopp, derzeit die 480 der Welt, stand 2010 schon auf Rang 71, hat schon mehr als 750.000 US-Dollar (643 000 Euro) Preisgeld eingespielt. Nun kommen noch einmal 3600 Dollar (3090 Euro) dazu. Eine Rückenverletzung zwang ihn zu einer längeren Pause - und damit rutschte er in der Weltrangliste auch viele Plätze ab.

Wo soll es für ihn jetzt hingehen? Kleine Schritte wolle er machen, sagt Zopp. Unter die besten 200, dann 150 und vielleicht auch noch einmal unter die besten 100 Tennisspieler der Welt kommen. Zunächst freue er sich aber über den Erfolg in Kassel. Denn: „Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Turnier gewonnen habe“, sagt der Este.

Jetzt hat er auf jeden Fall wieder einen Pokal geholt. Da half es auch nicht, dass Choinski für die besonderen Momente sorgte, die Zuschauer öfter zum Raunen brachte und begeisternden Applaus provozierte. Zum Beispiel, wenn er einen Ball unter Druck die Linie entlang und am Gegner vorbei im Feld platzierte. Der nächste Schlag landete dann aber zu oft im Netz. Zopp spielte hingegen nicht spektakulär, dafür beständig. Ein verdienter Sieger.

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