Herren 30: Einer der renommiertesten deutschen Tennisklubs gastiert in Lohfelden

Prominenter Gast bei Iphitos: Der Schotte Andy Murray – hier mit bayerischer Lederhose – gewann das Turnier dieses Jahr. Foto: nh

Kassel. Welch ein klangvoller Name. Iphitos. Genauer gesagt MTTC Iphitos München. Einer der renommiertesten deutschen Tennisklubs.

Und gegen eben jenen MTTC Iphitos verabschieden sich die Herren 30 der ST Lohfelden am Sonntag (11 Uhr, Am Quellenweg) aus ihrer ersten erfolgreichen Saison in der Tennis-Bundesliga.

Der 1892 gegründete Verein zählt heute rund 1100 Mitglieder. Gegründet wurde er von Prinz Albert von Bayern und 17 Mitstreitern an der Leopoldstraße in Schwabing. Der Jahresbeitrag betrug damals sechs Goldmark, die Aufnahmegebühr vier Goldmark. Bereits 1906 richtet Iphitos große Turniere aus. 1930 fand der Verein im Aumeisterweg am Nordrand des Englischen Gartens sein Zuhause und errichtete dort eine der schönsten Tennisanlagen überhaupt.

Der Name Iphitos geht zurück auf einen König der griechischen Mythologie, der als Mitbegründer der Olympischen Spiele der Antike gilt.

Bald gewann Iphitos auch überregionale Bedeutung und richtet seit langen Jahren die Internationalen Bayerischen Meisterschaften, die heutigen BMW Open, aus. In diesem Jahr feierte der Schotte Andy Murray dort seinen ersten Turniersieg auf Sand.

Nachdem die sportlichen Erfolge des Klubs 1990 mit dem Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft gipfelten – mit dabei war damals Michael Stich – , setzt sich Iphitos derzeit nicht nur sportlich ambitionierte Ziele. Man setzt auf die Jugend und ist froh, dass viele eigene Talente in die erste Reihe drängen. „Wir verstehen uns als Heimat für unsere jungen Spieler. Die Mannschaften sollen sich mit dem Verein identifizieren, und dieser identifiziert sich mit den Mannschaften“, erklärt Cheftrainer Uli Sprenglewski.

Dass Iphitos zum Saisonausklang in Lohfelden auftaucht, sieht Timo Goebel mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Gegen diesen Verein zu spielen, ist etwas ganz besonderes, auch wenn es wie das Duell David gegen Goliath wirkt. Aber noch lieber hätten wir dort gespielt, um die tolle Anlage und die Atmosphäre zu erleben“, sagt der Lohfeldener. Immerhin kann die ST laut Goebel unbeschwert aufspielen: „Wir haben vor der Saison gesagt, es wäre das Schlimmste für uns, wenn wir am letzten Tag in Abstiegsgefahr gegen ein Iphitos im Titelkampf antreten müssten. Nun brauchen wir keine Punkte mehr und können frei aufspielen.“ Die Zuschauer wird es freuen.

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