Jessica Engelbach im Interview über den Reiz an Tischtennis und Tennis, gute Vorsätze und Zusammenhalt

„Noch etwas in der Hinterhand“

Ziel ist das gesicherte Mittelfeld: Jessica Engelbach steigt mit dem SV Rennertehausen am Sonntag in die Tennis-Saison ein. Foto: zhm

Rennertehausen. Gerade den Klassenerhalt in der Tischtennis-Hessenliga klar gemacht, schon geht’s weiter in der Tennis-Bezirksoberliga. Jessica Engelbach vom SV Rennertehausen geht nahtlos von der einen zur anderen Saison über. „Ich habe einfach Spaß dabei“, verrät die 28-Jährige im HNA-Interview.

Frau Engelbach, kann es sein, dass Sie ohne Schläger gar nicht auskommen?

Jessica Engelbach: Ich habe einfach Spaß dabei. Sowohl im Tischtennis als auch im Tennis haben wir super Mannschaften und einen tollen Zusammenhalt. Das ist das, was es ausmacht für mich. Klar geht’s auch um den Sport, weil man gewinnen will, wenn man auf dem Platz steht. Ich blicke auf eine schöne Tischtennis-Saison zurück und freue mich jetzt auf Tennis und darauf, den großen Schläger wieder in die Hand zu nehmen.

Was genau fasziniert Sie eigentlich so am Tischtennis?

Engelbach: Es ist ein taktisches Spiel, sehr feinfühlig – eine Kombination aus allem. Man spielt im Team, aber man steht auch allein an der Platte oder im Doppel. Und Tischtennis ist eine große Kopfsache, was einen auch manchmal in den Wahnsinn treiben kann, gleichzeitig aber auch seinen Reiz hat.

Sie haben es in der Hessenliga bis zum vorletzten Spiel spannend gemacht. Dann aber noch Platz sechs gesichert. Haben sie damit gerechnet?

Engelbach: Nein, überhaupt nicht. Wir waren ziemlich überrascht. Wir dachten zwar, dass wir gegen den Abstieg spielen, das haben wir ja auch bis zum vorletzten Spieltag gemacht. Dass wir dann aber am letzten Spieltag noch einen Platz hochklettern, war eine große Überraschung.

Wie fällt Ihr Saison-Fazit aus?

Engelbach: Es war eine sehr spannende, intensive aber auch anstrengende Saison. Sowohl vom Spielerischen als auch vom Mentalen her – da wurde einem viel abverlangt. Eine Klasse höher zu spielen, ist doch etwas ganz anderes.

Wird’s in Hinblick auf die neue Saison Veränderungen geben?

Engelbach: Die guten Vorsätze, wie man sie auch fürs neue Jahr fasst, sind da. Wir wollen schauen, dass wir mehr trainieren.

Wie sieht’s mit dem Thema Verstärkung aus?

Engelbach: Das haben wir nicht vor. Wir hatten mit Ute Ernst ja schon richtig Glück. Dass sie gleich so einschlägt, damit hatte keiner gerechnet. Ute ist eine riesen Verstärkung für uns. Spielerinnen auf diesem Niveau zu finden, sieht in unserer Ecke eher schlecht aus. Wir hatten ja auch in der letzten Runde das Glück, dass wir immer komplett spielen konnten. Wenn das mal nicht der Fall ist, sieht’s schon ganz anders aus.

Und was passiert dann?

Engelbach: Wir haben ja auch eine zweite Mannschaft, die Bezirksliga spielt. Aber das ist noch mal ein ganz schöner Sprung zur Hessenliga. Carmen Geil und Nora Reese haben aber auch schon Verbandsliga gespielt. Wir haben also noch etwas in der Hinterhand.

„Am Tischtennis hängt mein Herz.“

Jessica Engelbach

Ist eine gute Tischtennisspielerin eigentlich auch gleichzeitig gut im Tennis?

Engelbach: Über gut lässt sich streiten. Es ist schon von Vorteil, wenn man sich mit Ballsportarten auskennt. Man hat dann das Spielverständnis, die Übersicht und auch das taktische Verständnis. Bei der Technik kann man bei mir vieles verbessern. Man sieht eben, dass ich vom Tischtennis komme.

Was heißt das genau?

Engelbach: Ich spiele unkonventionell. Ich kriege den Ball aber übers Netz und meist auch dahin, wo ich ihn hinhaben möchte. Ich habe aber auch viel zu kämpfen, es ist eine Herausforderung.

Was spielen Sie eigentlich lieber?

Engelbach: Ganz klar, Tischtennis. Da hängt mein Herz mehr dran, das spiele ich auch schon seit fast 20 Jahren. Wenn wir in dieser Saison noch Relegation gespielt hätten, hätte ich jetzt auch noch kein Tennis gespielt.

Das Tennisspielen ist doch sicherlich in Hinblick auf die Kondition von Vorteil, oder?

Engelbach: Beim Tennis muss ich schon ein paar mehr Meter machen. Was mir vom Tischtennis zugute kommt, sind das Reaktionsvermögen und die Schnellkraft auf den ersten Metern, nach hinten raus wird’s dann aber etwas eng (lacht). Aber weil ich laufen gehe, passt das. Aber es ist schon von Vorteil, weil wir ja auch öfters mal Spiele über drei oder vier Stunden haben – und das noch bei 30 Grad, das härtet dann schon ab.

Wo soll’s diese Saison im Tennis hingehen?

Engelbach: Unser Ziel ist das gesicherte Mittelfeld. Wir hoffen, dass wir keine Ausfälle haben und gut zusammen bleiben. Oben mitzuspielen, ist keine Option, und zu weit unten spielen wollen wir auch nicht, das ist ja immer sehr nervenaufreibend.

Und Ihr Tipp, wie geht das erste Spiel am Sonntag (10. Mai) gegen SVH Kassel aus?

Engelbach: Das wird ein enges Spiel. Ich tippe auf ein Unentschieden.

Von Friederike Göbel

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