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Jan Choinski stand 2017 als Deutscher im Endspiel der Wilhelmshöhe Open: Nun ist er als Brite in Kassel

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Von: Maximilian Bülau

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Jan Choinski.
Gewann sein Auftaktmatch in zwei Sätzen: Jan Choinski. © Dieter Schachtschneider

Jan Choinski könnte für eine besondere Geschichte der Wilhelmshöhe Open 2022 sorgen. Der mittlerweile 26-Jährige stand vor fünf Jahren im Endspiel des Turniers, verlor dieses in zwei Sätzen gegen den erfahrenen Esten Jurgen Zopp.

Kassel - Choinski wurde damals als Deutscher geführt. In diesem Jahr ist er wieder dabei – doch nun als Brite. Die Frage steht im Raum: Was ist denn da los?

Der Nationenwechsel des Tennisspielers hat zum einen etwas mit Unzufriedenheit zu tun. Zum anderen aber auch ganz einfach etwas mit seinen Eltern. Seine Mutter ist eben Britin – und das machte das Ganze erst möglich. Dass er diese Option zwischen 2018 und 2019 in Anspruch nahm, hängt dagegen mit Unzufriedenheit zusammen. Oder aber mit fehlender Wertschätzung und Unterstützung.

Das ist eine Frage der Perspektive. Choinski jedenfalls fühlte sich in Deutschland nicht ausreichend wertgeschätzt. Er gehörte dem B-Kader des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) an, einer erweiterten Auswahl sozusagen. Wer aber die Wünsche des DTB nicht erfüllt, in eine vorgegebene Akademie zu gehen – in Oberhaching in Bayern in diesem Fall –, der wird nicht mehr gefördert. So ungefähr lautet jedenfalls die Sichtweise von Choinski. Und so entschied er sich, die Nation, für die er spielt, zu wechseln, ging ins National Tennis Centre nach London.

Allein: Sportlich hat ihm der Wechsel den erhofften Sprung nicht gebracht. Seine beste Platzierung in der Weltrangliste erreichte er 2018 mit Rang 234, heute steht er auf Platz 545. Es ist zuletzt also eher zurück als vorwärts gegangen.

In Kassel soll nun wieder eine andere Fahrtrichtung eingeschlagen werden. Dort, wo er 2017 schon einmal so begeisterte. Gestern nahm er jedenfalls erst einmal die erste Hürde auf dem Weg zu einer möglichen zweiten Finalteilnahme. Doch gegen den Deutschen Philip Florig musste der Sohn zweier Profi-Balletttänzer zumindest im ersten Satz gleich eine Topleistung zeigen. Es war Power-Tennis, was der 1,96 Meter lange Choinski und sein acht Jahre jüngerer und 18 Zentimeter kleinerer Gegner ablieferten. Immer wieder gab es lange Rallys, selten wurde mal ein Stop eingestreut, meist flogen die Bälle in hohem Tempo hin und her. Nicht selten gab es anerkennendes Raunen der Zuschauer auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe.

Choinski reichte ein Break, um den ersten Satz mit 6:3 für sich zu entscheiden. Im zweiten nahm er Florig gleich zu Beginn den Aufschlag ab, bestätigte das Break, legte gleich noch eins nach. Der Zweisatz-Erfolg gegen Florig – 6:3, 6:2 – klingt am Ende glatter, als es das Match eigentlich war.

Aber: So ist Choinski weiter in Kassel dabei. Dieses Mal als Brite und nicht als Deutscher. (Maximilian Bülau)

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