DTB-Ranglisten- und LK-Turniere betroffen 

Neue Schiedsrichter-Regelung bereitet Tennisbezirk Nordhessen Sorgen

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Die Schiedsrichter-Regelung bereitet dem Tennisbezirk Nordhessen Sorgen

Ab dem 1. Januar 2020 müssen bei Ranglistenturnieren im Deutschen Tennis-Bund und bei Leistungsklassenturnieren zertifizierte Oberschiedsrichter eingesetzt werden.

Diese Nachricht stößt bei den Verantwortlichen im Tennisbezirk Nordhessen auf wenig Begeisterung. 

Wenn im Tennisbezirk bislang ein Ranglisten- oder Leistungsklassen-Turnier (LK) ausgetragen wurde, übernahm den Job des Oberschiedsrichters zumeist ein Mann aus den eigenen Reihen. „Die Leute, die diese Aufgabe erledigen, sind lange dabei und haben schon alles einmal erlebt“, sagt Bezirksjugendwart Klaus-Dieter Stondzik. Ab dem 1. Januar 2020 ist diese Regelung nicht mehr erlaubt. Dann – so sieht es die Turnierordnung des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) vor – benötigen die Ausrichter geschulte Oberschiedsrichter.

Klaus-Dieter StondzikJugendwart im Tennisbezirk

Bei Ranglistenwettbewerben sind es B-, bei LK-Turnieren immerhin C-Oberschiedsrichter. Das trifft den nordhessischen Bezirk in doppelter Hinsicht. Zum einen entstehen den Veranstaltern zusätzliche Kosten. Zum anderen sind in der Region ausgebildete Oberschiedsrichter rar gesät. Im ungünstigsten Fall müsste ein B-Lizenzinhaber aus Südhessen angefordert werden – was teuer werden könnte. „Bisher kam ein Turnierausrichter mit plus/minus Null heraus“, erläutert Stondzik.

Im Bezirk gibt es mit Alexander Wessel (Kassel) einen A-Oberschiedsrichter. Zudem sind im Raum Kassel lediglich drei B-Oberschiedsrichter gemeldet: Anke Schulz (Baunatal), Niklas Dengler (Kassel) und Miriam Kadhim (Vellmar). Das C-Zertifikat besitzen etwa 20 Tennisfreunde. Allerdings wird diese Anzahl den Anforderungen kaum genügen. In der Region finden pro Jahr zwölf DTB-Ranglistenturniere statt: Neben den verschiedenen Bezirkstitelkämpfen und den offen ausgetragenen Kreisjugendmeisterschaften im Schwalm-Eder-Kreis zählen auch Ostmann- und EAM-Cup sowie Wetttbewerbe beim TC 31 Kassel und RW Vellmar zu dieser Kategorie.

Sorgen um "schöne Situation"

Zu den LK-Turnieren, für die zukünftig ein C-Oberschiedsrichter verpflichtend sein soll, zählen beispielsweise auch Kreismeisterschaften. Der Klub Blau-Weiß Kassel bietet beispielsweise allein drei Turniere an: unter anderem Jugend- und Seniorencups. Zudem gibt es entsprechende Veranstaltungen in Niestetal, Kassel und Schwalmstadt.

Stondzik macht sich um „die schöne Situation in Nordhessen“ ernsthaft Sorgen. Seine Bedenken brachte er bereits bei einer Jugendausschusssitzung des hessischen Verbandes (HTV) zum Ausdruck: „Vielleicht habe ich einen Denkanstoß gegeben.“ Er hofft, dass es eine längere Übergangsphase gibt. Zumal er nicht davon ausgeht, dass sich die Zahl der Oberschiedsrichter in der Region rasch erhöhen wird.

Wilfried Müller, für die Öffentlichkeitsarbeit im Bezirk zuständig

Zwar wird der zuständige HTV-Referent Peter Becker (Darmstadt) in Hessens Bezirken je einen Lehrgang für C-Schiedsrichter anbieten. Um aber zum B-Oberschiedsrichter ausgebildet zu werden, müssten Interessierte im Oktober für zwei Tage nach Offenbach. Stondzik und auch Wilfried Müller (Schauenburg) aus dem Bezirksvorstand bezweifeln, dass sich genügend Teilnehmer aus dieser Region dafür finden lassen. Zumal es Altersbeschränkungen gibt: Wer B-Oberschiedsrichter werden möchte, darf nicht älter als 60 sein. Bei C-Schiedsrichtern ist mit 70 Jahren Schluss.

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