Rückzug aus der Medenrunde wegen Coronakrise vermehrt bei  hohen Altersklassen 

Tennis: Elf von 60 Teams im Kreis Waldeck-Frankenberg steigen aus

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Lange brach gelegen haben auch die Tennisplätze wie hier in Rennertehausen. Durch die Coronakrise hat sich auch der Start der Medenrunde verschoben.

Frankenberg/Korbach - Die Coronakrise hat auch Auswirkungen auf den Tennissport: Vermehrt Mannschaften in höheren Altersklassen wurden nun  zurückgezogen. 

Die Medenrunde des Hessischen Tennis-Verbands, die am dritten Juni-Wochenende starten soll, wird keine sein wie Frühere. Das steht fest. Aber wie sehr anders als sonst ist Mannschafts-Tennis in Corona-Zeiten? „Alles ist im Fluss. Bis zum 20. Juni sind ja noch ein paar Tage Zeit“, sagt Karl-Friedrich Emde, Vorsitzender des Kreisverbands Waldeck-Frankenberg und als Spielleiter des Bezirks Nordhessen der Chef zahlreicher Ligen.

Emde spielt auf die noch fehlende Freigabe für den Wettspielbetrieb an. Über das Konzept verhandelt der Hessische Tennis-Verband noch mit der Landesregierung.

Die Klubs konnten darauf nicht warten. Ihre aktiven Mitglieder mussten bis vergangenen Sonntag entscheiden, ob sie trotz der Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie Punktspiele bestreiten wollen. Elf von 60 Mannschaften aus Waldeck-Frankenberg haben ihren – für 2021 sportlich folgenlosen – Rückzug erklärt. Im Bezirk Nordhessen verzichtet laut Emde etwa ein Drittel der ursprünglich gemeldeten Teams auf den Start, hessenweit sind es 1464 von 5380 Mannschaften, also knapp 27 Prozent.

Die Reißleine haben vor allem, aber nicht nur, die Älteren gezogen. Sie bilden die Gruppe, die das größte Risiko trägt, sich mit Sars-CoV2 zu infizieren. In der Altersklasse Herren 70 sind in Nordhessen von zunächst 14 Mannschaften liga-übergreifend fünf übrig geblieben, sechs von 18 sind es bei den Herren 65 und sogar nur vier von 20 in den Ligen der Herren 60.

Bei den Damen 50 halten sechs von zehn Teams aus Bezirksober - und Bezirksliga A an ihrer Meldung fest. Klassenleiter Emde hat darauf reagiert, indem er etwa Staffeln einfach zusammenlegt.

TC Rosenthal

Genau das ist die Lösung in der etwas kuriosen Situation bei den Herren 50 des TC Rosenthal in der Kreisliga A (4er). Sie wollen spielen,  wie Mannschaftsführer Heinz Ruckert erzählt. Doch weil die übrigen drei Mannschaften ihrer vier Teams umfassenden Gruppe zurückgezogen hätten, stehen sie sozusagen als letzter Mohikaner jetzt ohne Gegner da. Doch dafür gibt es laut Ruckert eine Lösung: „Ich hoffe, dass der Verband uns in einer anderen Staffel spielen lässt. Das wäre für uns bei einigen Gegnern sogar näher.“ Karl-Friedrich Emde hat dies jetzt so eingeteilt.

BW Frankenberg

In der Bezirksoberliga Damen 50 hätte der TC Blau-Weiß Frankenberg eigentlich mit einem neu gebildeten Team an der Medenrunde teilgenommen. Doch die Mannschaft habe sich unter den Bedingungen der Corona-Krise einstimmig gegen einen Start entschieden, berichtet Mannschaftsführerin Hiltrud Wilhelmi. „Wir hatten eigentlich vor, mit einem neu aus Damen 40 und 50 gebildeten Team mitzuspielen in der jetzigen Runde. Doch dann machte uns die Coronasache einen Strich durch die Rechnung“, berichtet Wilhelmi. Mannschaftssitzungen konnten nicht mehr stattfinden; man habe zunächst abgewartet, und jede Spielerin habe sich ihre eigenen Gedanken gemacht über die umfangreichen Einschränkungen, unter denen der Spielbetrieb laufen sollte. Mit mehreren Autos zu Auswärtsspielen, pro Wagen maximal zu zweit besetzt, mit Mundschutz eine vorne links und eine hinten rechts, dazu kein Duschen, kein Essen – all diese Auflagen hätten gegen einen Medenstart gesprochen. „Klar ist der Sport wichtig, aber der Spaß und die Geselligkeit dürfen nicht fehlen“, spricht Hiltrud Wilhelmi für alle Mitspielerinnen.

Das einstimmige Votum heißt nicht, dass die Blau-Weiß-Damen nicht mehr Tennis spielen, denn Training auf der schönen Frankenberger Anlage ist möglich und wird praktiziert. „Wir verabreden uns persönlich zum Training; die Verbandsvorgaben durch Corona sind bei Blau-Weiß komplett umgesetzt“, betont Hiltrud Wilhelmi.

SV Rennertehausen

Als „schweren Schritt“ bezeichnet Günter Eckel, Sportwart der Tennisabteilung beim SV Rennertehausen, den Rückzug der Herren 60-Mannschaft der MSG SV Rennertehausen/SV Allendorf/Eder aus der Bezirksliga A (4er). „Corona spielt da natürlich eine wichtige Rolle, denn es sind mit überwiegend 65 auch ältere Spieler als Gefährder dabei. Das Virus zwingt uns doch, ein bisschen vorsichtiger zu sein“, sagt Eckel. So habe man sich nach Absprache mit dem Partner SV Allendorf und dem dortigen Sportwart Herbert Schade dazu entschieden, die Herren 60-Mannschaft zurückzuziehen; im Gegenzug bleibt aber das Herren 50-Sechserteam in der Bezirksoberliga am Start. Nach dem Rückzug des TC Edermünde bleiben in der Liga drei Vereine übrig, die gegeneinander spielen können.

TC Birkenbringhausen

„Corona war nicht der Hauptgrund, dass wir unsere Herrenmannschaft aus der Kreisliga B zurückgezogen haben“, stellt Timo Walter klar. Er ist Sportwart beim TC Birkenbringhausen, mit zwei Plätzen einer der kleinen Frankenberger Vereine. Die durch die Coronakrise bedingte Verschiebung der Medenrunde nach hinten sowie durch Krankheit bedingte dünne Spielerdecke seien weitere Gründe. „Dadurch dass sich alles so verzögert hat und durch gesundheitliche Probleme haben wir das Team zurückgezogen. Nächste Saison sind wir aber wieder dabei“, sagt Walter.

Von Gerhard Menkel und Hans Dreier 

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