Sonntag startet die Qualifikation für die Wilhelmshöhe Open - erste Hauptrundenspiele am Dienstag

Tennisfans, auf in den Bergpark

Das war 2015: Peter Torebko verdreht sich im Finale das Knie und muss kurz danach aufgeben. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Der Bergpark Wilhelmshöhe ist in den nächsten Tagen um eine Attraktion reicher. Das Herren-Weltranglistenturnier Wilhelmshöhe Open beginnt am Sonntag auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe mit der Qualifikation und endet eine Woche später mit dem Einzel-Finale. Die ersten Hauptrundenduelle finden am Dienstag statt. Alles Wichtige zu dieser Veranstaltung und zu Teilnehmern finden Sie auf dieser Seite.

Im Jahr 2014 triumphierte Peter Torebko bei den Wilhelmshöhe Open. 2015 war der Tennisspieler aus Wesel dicht dran an einer erfolgreichen Titelverteidigung. Und dann das: Im ersten Satz des Endspiels gegen den Spaniel Roco Batalla verdreht sich Torebko beim Return unglücklich das Knie. Kurz darauf muss Torebko beim Stand von 1:4 aufgeben. „Es tat mir damals unheimlich leid für die Zuschauer“, sagt der gebürtige Pole. 800 Fans hatten das Geschehen auf dem Centre Court verfolgt und hätten natürlich gern mehr als fünf Spiele in einem Satz gesehen.

Der Mitfavorit

Nun hat der 28-Jährige wieder Gelegenheit, dem Publikum an der Burgfeldstraße Freude zu bereiten. Torebko hat noch einen Platz im Hauptfeld bekommen. Wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, hätte Turnierdirektor Eberhard Engelmann dem Rechtshänder eine Wild Card geben. Klar, ihn sehen die Zuschauer gern auf der KTC-Anlage - und er kommt gern nach Kassel. „Ich fühle mich immer wohl in Wilhelmshöhe“, sagt Torebeko, der schon seit vielen Jahren auf den Sandplätzen im Bergpark sein Können demonstriert.

Diesmal muss er auf seinen im Urlaub weilenden Trainer Timo Pari verzichten. Da auch seine Freundin nicht in Kassel auf der Tribüne mitfiebern kann, ist er auf sich allein gestellt. „Die Meldeliste ist recht stark. Ich kann aber das Finale erreichen“, ist der Bundesliga-Spieler vom renommierten Rochusclub aus Düsseldorf überzeugt.

Zum einen, weil er gegen viele Konkurrenten schon gespielt hat und deren Leistungsniveau gut einschätzen kann. Zum anderen, weil er wieder vollkommen fit ist. Das sah Ende vergangenen Jahres noch etwas anders aus. Lange quälte er sich mit dem im Endspiel erlittenen Innenbandanriss herum. „Ich hatte noch zwei Monate danach Schmerzen. Und da ich eine Schiene tragen musste, konnte ich auch nicht viel machen“, erinnert sich Torebko, „eine OP war nicht nötig, aber es war schwer, wieder reinzukommen.“

In der schweren Zeit machte er sich so Gedanken. „Da kommt man schon ins Grübeln, wie es weitergeht und wie lange es überhaupt noch gehen kann“, sagt der Weseler. Er entschied sich zu einer Veränderung und wechselte das Studienfach: statt Mathematik nun BWL. Und in welche Richtung genau? „Damit kann ich mich später noch befassen“, erklärt Peter Torebko, „dafür liebe ich den Tennissport noch viel zu sehr.“

Die Routiniers

Spieler mit großer Erfahrung bereichern das Teilnehmerfeld in Kassel:

• Giovanni Lapentti (Ecuador, Weltranglistenplatz 319) schaffte es bei den Wilhelmshöhe Open 2001 als 17-Jähriger aus der Qualifikation bis ins Viertelfinale. Damals wollte er die Nummer eins in der Welt werden, doch an das Talent von Bruder Nicolás - einst Nummer 6 - reichte er nicht ran. Mit 33 startete Giovanni nochmal ein Comeback - er beendete das Jahr 2015 auf Rang 190.

• Artem Smirnov (Ukraine, 256). Der 28-Jährige, der die Setzliste in Wilhelmshöhe anführt, stand im Mai sogar auf Rang 226 und spielt für sein Land im Daviscup. Smirnov spielt in der Hessenliga für den Wiesbadener THC. Markenzeichen: die peitschende linke Vorhand.

• Christian Lindell (Schweden, 316). Der in Rio/ Brasilien geborene Schwede ist zwar erst 24 Jahre, zählt aber schon zu den Routiniers. Lindell, in Wilhelmshöhe an Position drei gesetzt, stand bereits auf Platz 177 in der ATP-Rangliste. Für den TC Grosshesselohe spielt er seit letztem Jahr in der Zweiten Tennis-Bundesliga.

• Gerard Granollers Pujol (Spanien, ATP 340). Der 27-Jährige ist der jüngere Bruder des aktuellen Weltranglisten-45. Marcel Granollers Pujol und hatte 2013 sein höchtes Ranking mit 217.

Die Talente 

• Alexey Vatutin (Russland, Weltranglistenplatz 275). Der 23-Jährige sorgte vor zwei Jahren in Kassel für Aufsehen, als er sich aus der Qualifikation bis ins Viertelfinale spielte und dort erst am späteren Finalisten Dennis Novak scheiterte. Im Vergleich zum damaligen Ranking hat er sich inzwischen um mehr als 100 Plätze hochgespielt. An Position zwei gesetzt.

• Daniel Masur (Bückeburg, 365). Der 21 Jahre alte Deutsche Vizemeister von 2014 ist eines der größten Talente im deutschen Tennis und Mitglied im B-Kader. Beim Turnier am Hamburger Rothenbaum verpasste nur denkbar den Sprung ins Hauptfeld. Nach einer Handgelenksverletzung im Frühjahr ist er jetzt wieder fit.

• Johannes Haerteis (Nürnberg, 693). Der 20-jährige schloss sich in diesem Jahr dem Meister TC Blau-Weiß Halle an. Der ehemalige Deutsche Jugendmeister stand 2013 im Doppel im Halbfinale der Junioren bei den US Open. Haerteis erhält für Wilhelmshöhe die Wild Card des Deutschen Tennis-Bundes.

• Julian Lenz (Grünberg). Der Junioren-Doppel-Sieger der Australian Open 2011 ist den nordhessischen Tennisfans von seinen starken Auftritten in den beiden vergangenen Jahren bestens bekannt. 2015 scheiterte Lenz Vorjahr erst im Viertelfinale knapp am späteren Sieger Oriol Roca Batalla. Inzwischen hat der 23-Jährige sein Studium in den USA abgeschlossen und will sich nun ganz auf seine Profikarriere konzentrieren. Lenz erhält eine Wild Card des hessischen Verbandes. (küx)

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