Kasseler ITF-Herrenturnier startet am Montag

Tennisprofi Kevin Krawietz lobt Wilhelmshöhe Open als Sprungbrett

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Sein bislang größter Erfolg: Kevin Krawietz (links) freut sich mit seinem Partner Andreas Mies über den Doppel-Triumph in Paris.

Ein Profi, der schon bei Wilhelmshöhe Open im Bergpark für Aufsehen sorgte, ist Kevin Krawietz. Wir sprachen mit ihm über die Traditionsveranstaltung.

Die Tennis-Welt schaut in diesen Tagen vor allem nach Wimbledon. Ab dem kommenden Montag werden zumindest viele Tennisfreunde in der Region nach Kassel blicken, wo bis zum Sonntag, 21. Juli, die Wilhelmshöhe Open ausgetragen werden – ein Turnier aus der World-Tennis-Tour des Weltverbandes ITF. 

Der aus Coburg stammende Spieler Kevin Krawietz stand unter anderem 2011 im Einzelfinale und gewann 2013 im Doppel.

In diesem Frühjahr ließ der 27-Jährige mit dem Sieg im Doppel mit Partner Andreas Mies in Paris bei den French Open in Roland Garros aufhorchen. Wir haben mit Krawietz über seinen sportlichen Erfolg und seine Erinnerungen an das Turnier in Kassel gesprochen.

Herr Krawietz, wo erreichen wir Sie gerade?

Ich bin zurzeit in meiner Wahlheimat München. Vergangenen Freitag bin ich im Mixed mit meiner US-amerikanischen Partnerin Sabrina Santamaria ausgeschieden. Am Sonntag habe ich bereits mit meinem Klub TC Großhesselohe in der Bundesliga in Düsseldorf gespielt. Das übliche Programm eben.

Inwieweit hat sich ihr Leben seit dem Doppel-Triumph bei den French Open verändert?

Es hat sich schon einiges verändert. Mein Partner und ich bekommen viel mehr Aufmerksamkeit. Die Interview-anfragen haben deutlich zugenommen, und viel mehr Leute schauen auf uns. Das haben wir vor allem beim Turnier in Halle/Westfalen gemerkt. Wir sind aber vor allem jetzt in der glücklichen Lage, dass wir uns einige Turniere aussuchen können, an denen wir teilnehmen.

Was bedeutete Ihnen der Auftritt mit Ihrem Partner Andreas Mies im ZDF-Sportstudio?

Das war eine große Ehre. Als kleiner Bub habe ich die Sendung immer im Fernsehen geschaut. Das war schon toll, wenn dort große Idole wie beispielsweise Oliver Kahn Auftritte hatten. Und ein Höhepunkt war natürlich das Torwandschießen. Jetzt hatte ich selbst das Vergnügen an der Torwand.

Vor acht Jahren standen Sie bei den Wilhelmshöhe Open in Kassel im Finale. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Teilnahmen?

Das war im Jahr 2011: Kevin Krawietz im Finale der Wilhelmshöhe Open. 

Schon noch gute. Ich bin gern dorthin gekommen. Ich war ja auch erfolgreich, einmal sogar im Doppel siegreich. Die Wilhelmshöhe Open sind ein super Turnier mit einer tollen Anlage. Ich weiß noch genau, wie dort alles war. Es kamen viele Zuschauer, und es war alles sehr familiär.

Wie wichtig sind solche Turniere wie das in Kassel für die Tennis-Talente?

Erst einmal ist es ganz wichtig, dass es überhaupt solche Turniere in Deutschland gibt. Ich sehe die Veranstaltung in Kassel durchaus als Sprungbrett an, weil sich junge Spieler schon einmal daran gewöhnen können, vor größerem Publikum zu spielen. Zudem sind die Wilhelmshöhe Open ganz hervorragend organisiert.

Inwieweit verfolgen Sie noch die Entwicklung bei den Wilhelmshöhe Open?

Das Turnier hätte das Potenzial, den Status eines ATP-Challengers zu bekommen. Die Anlage ist groß genug, dass auch entsprechende Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ich weiß aber auch, dass für ein Turnier dieser Güte eben einiges an Sponsorengeld erforderlich ist. Und letztlich üben die Wilhelmshöhe Open auch so ihren Reiz aus.

In Wimbledon sind Sie und Ihr Partner Andreas Mies in der ersten Runde ausgeschieden. Welche Ziele verfolgen Sie für die nächsten Monate?

Ich bleibe jetzt erst einmal zwei Wochen in München und werde hier trainieren. An diesem Wochenende bin ich mit Großhesselohe in der Bundesliga gefordert. Es ist sogar ein Duell mit meinem Partner Andreas Mies möglich. Anschließend geht es nach Hamburg zum Rothenbaum. Dann folgen die Turniere in den USA, Washington, Cincinatti und natürlich die US Open in New York.

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Zur Person

Kevin Krawietz (27 Jahre) stammt aus dem fränkischen Coburg, der Tennisprofi lebt aber mittlerweile in München. Seinen größten Erfolg feierte er im Juni im Doppel, als er zusammen mit seinem Kölner Partner Andreas Mies in Roland Garros bei den French Open triumphierte. 

Den ersten Titel auf der ATP-World-Tour gewann das Duo im Februar beim Hartplatz-Turnier im Februar in New York. Zuvor gelangen Krawietz diverse Erfolge auf der ATP-Challenger- und der ITF-Future-Tour. Mehrfach trat er bei den Wilhelmshöhe Open an. In der Bundesliga tritt er für den TC Großhesselohe an. Er ist in festen Händen. 

Hintergrund

Die Wilhelmshöhe Open beginnen auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe am Montag ab 10 Uhr mit der Qualifikation. Auch der Dienstag (ab 10 Uhr) ist noch dafür vorgesehen. Allerdings sollen dann an der Kasseler Burgfeldstraße auch schon die ersten Erstrundenduelle über die Bühne gehen. Am Mittwoch wird das Turnier ab 11 Uhr fortgesetzt. Am Donnerstag geht es um 12 Uhr los, wobei am Abend auf Platz drei die Players Night stattfinden wird. 

Das Einzel-Viertelfinale und das Doppel-Halbfinale sind für Freitag ab 13 Uhr angesetzt. Am Samstag ab 13 Uhr stehen zunächst die Einzel-Halbfinals, dann das Doppel-Endspiel auf dem Plan. Zum Abschluss steigt am Sonntag ab 13 Uhr das Finale im Einzel. Die für das Catering zuständigen Sascha Kovacs (Denkmahl) und Christian Schaeling (FAC) planen einen Afterwork- und einen Barbecue-Abend. Für die Qualifikation am Montag wird kein Eintritt erhoben. Eine Tageskarte kostet von Dienstag bis Freitag 6 Euro, am Wochenende dann 12 Euro. Für die Dauerkarte zahlt man 25 Euro, für eine Wochenendkarte 18 Euro. Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen gibt es unter

www.wilhelmshoehe-open.de

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