Serena Williams scheidet aus

Auffälligkeiten der Australian Open: Tränen und zwei Märchen

Serena Williams.
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Serena Williams verlässt unter Tränen die Pressekonferenz.

Pünktlich zu den Halbfinals bei den Australian Open in Melbourne durften wieder Zuschauer auf die Anlage. Nach Ablauf des fünftägigen Lockdowns sahen 9661 Tennisfans, wie Serena Williams bei ihrer Rekordjagd erneut scheiterte.

Sie sahen, wie Jennifer Brady weiter an ihrem Märchen schrieb. Und sie sahen das Ende des Märchens von Aslan Karatsev. Auffälligkeiten des ersten Grand Slams des Jahres:

Die Tränen

Wie oft wird sie es noch versuchen? Wie oft wird sie es überhaupt noch versuchen können? 2017 hatte die US-Amerikanerin Serena Williams zuletzt ein Grand-Slam-Turnier gewonnen. Bei den Australian Open. Williams war damals bereits schwanger, im selben Jahr kam ihre Tochter zur Welt. Für die mittlerweile 39-Jährige bedeutete das eine Pause – aber noch nicht das Karriereende.

Williams hat immer noch ein Ziel: Sie möchte die Rekordmarke von Margaret Court einstellen. Die Australierin – wegen homophober Äußerungen umstritten – hat 24 Grand-Slam-Titel gesammelt. Williams steht bei 23. Nach ihrer Rückkehr auf die Tour erreichte sie viermal ein Finale eines der vier größten Tennisturniere der Welt. Jedes Mal verlor sie. Sie ist immer noch eine der Besten. Nur hat sie ihren Nimbus als beinahe Unbezwingbare verloren.

Gegen Naomi Osaka unterlag Williams nun 3:6, 4:6. Sie gratulierte der Japanerin höflich, fair. Auf der anschließenden Pressekonferenz konnte sie ihre Enttäuschung aber nicht mehr zurückhalten. Nach etwa drei Minuten brach sie diese unter Tränen ab. Bereits auf dem Court hatte sie mit einer Geste an die Zuschauer Spekulationen geweckt, dass es vielleicht ihr letzter Auftritt in Australien gewesen sein könnte. Im September wird sie 40 Jahre alt.

Das Märchen I

Wenn Jennifer Brady die Tränen gekommen sind, dann vor Freude. Die vom Deutschen Michael Geserer trainierte 25 Jahre alte US-Amerikanerin schlug in ihrem Halbfinale die Tschechin Karolina Muchova 6:4, 3:6, 6:4 und steht damit zum ersten im Finale eines Grand-Slam-Turniers. Im Vorjahr war sie im Halbfinale der US Open an Osaka gescheitert. Nun gibt es dieses Duell erneut – allerdings im Endspiel am Samstag (9.30 Uhr/Eurosport).

Das Märchen II

Für die größte Überraschung hatte der Russe Aslan Karatsev gesorgt. Der Qualifikant schaffte es bis ins Halbfinale – unterlag nun aber dem Weltranglistenersten Novak Djokovic 3:6, 4:6, 2:6. Für Djokovic ist es das neunte Finale in Australien. Die ersten acht hat er allesamt gewonnen. Sein Gegner wird heute zwischen Daniil Medvedev und Stefanos Tsitsipas ermittelt (9.30 Uhr /Eurosport). (Maximilian Bülau)

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