Tennisverrücktes Geschwister-Quintett aus Nordhessen in diesem Jahr unterm Weihnachtsbaum vereint

Weihnachten mit fünf Sternen

Eine Sportlerfamilie feiert Weihnachten: Die Stern-Geschwister Carlo, Rebecca und Cord (vorn, von links) sowie Carlotta und Ricarda (von links). Foto: Fischer

Kassel. Es ist laut in Ricarda Sterns Wohnung. Fünf junge Menschen sitzen um den flachen Wohnzimmertisch, lachen und gestikulieren, fallen einander ins Wort. Es ist eine ausgelassen Atmosphäre – wie immer, wenn Ricarda ihre Geschwister zu Besuch hat.

Dass alle fünf an einem Ort versammelt sind, ist allerdings eher selten. In den vergangenen Jahren fehlte beispielsweise immer ein Stern unterm Weihnachtsbaum, weil eines der Geschwister im Ausland studierte oder unterwegs war. Dieses Jahr ist die Familie, die im Jahr 1997 von Wiesbaden nach Kassel zog, zu Weihnachten jedoch komplett.

Was die Geschwister seit jeher verbindet, ist die Leidenschaft für den Sport. Alle fünf spielen Tennis: Ricarda, Rebecca und Carlotta sind bei der SGT Baunatal aktiv. Cord, mit 26 Jahren der Älteste, greift auch gelegentlich zum Schläger. Aufgrund seines Studiums im schweizerischen St. Gallen fehlt ihm aber die Zeit für ambitioniertes Vereinstennis. Der 18-jährige Carlo wiederum muss derzeit aufgrund einer Schulterverletzung pausieren.

Sportliche Wunschzettel

Auf den Wunschzetteln der Geschwister, die bei Familie Stern traditionell am Nikolaustag eingereicht werden müssen, finden sich entsprechend fast nur Sportartikel. „Klamotten, Schläger, was man eben so braucht“, erklärt die 24-jährige Ricarda. Selbst während der Feiertage sind die Geschwister des Öfteren in der Baunataler Tennishalle anzutreffen. „Wenn ich Weihnachten nach Hause komme, spielen wir eigentlich immer ein paar Bälle hin und her“, sagt Cord.

Dabei ist stets auch eine gesunde Portion Ehrgeiz mit im Spiel: „Gegen den kleinen Bruder oder die kleine Schwester zu verlieren, ist natürlich ein bisschen peinlich. Das versucht man dann zu vermeiden“, erklärt Ricarda und lacht. Generell aber versuchen die fünf, sich wo es geht zu unterstützen. „Ob das konkrete Trainingstipps sind oder die Unterstützung von den Zuschauerrängen bei einem Turnier“, sagt die 21-jährige Rebecca. „Wir sind für einander da.“

Vorbildern haben die Geschwister verschiedene: Ricarda favorisiert Rafael Nadal. „Er spielt körperlich und schnell, das gefällt mir.“ Rebecca und Cord imponiert hingegen der elegante Stil Roger Federers. Carlotta mag vor allem Novak Djokovic. „Ein unglaublich intelligenter Spieler“, findet die 19-Jährige.

Das Weihnachtsfest verbringen die fünf mit ihrer Mutter. „Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen. Sie ist Taxi, Sponsor und Trainer in einer Person“, erklärt Carlo.

Den Weihnachtsbaum bekommen die Geschwister übrigens erst heute zu sehen, er stand bislang verhüllt in der Wohnung der Mutter. Außerdem stehen Raclette, Großmutters Gänsebraten sowie ein Kirchenbesuch auf dem Programm – und ganz sicher auch die eine oder andere Stern-Stunde Tennis.

Von Anton Kostudis

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