„Jetzt wird es aber wirklich Zeit“

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Alle helfen mit: Andreas Ströh (von links), Laeticia Wessel und Zoe Ströh.

Kasseler Vereinsmitglieder freuen sich über Öffnung ihrer Tennisanlage

Den Zollstock trägt er in der Gesäßtasche. Alexander Wessel hat am Freitag noch alle Hände voll zu tun, als es darum geht, die letzten Kleinigkeiten vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs beim Kasseler Tennisklub TC 31 auf den Weg zu bringen.

„Jetzt wird es aber wirklich Zeit“, sagt der 44-Jährige, der als zweiter Vorsitzender vor Ort noch die letzten Info-Tafeln und Verbotsschilder aufhängt. Verboten sind allerdings auf dem Platz an der Menzelstraße nur Berührungen, falsche Laufwege und natürlich das Duschen. Darauf weist direkt am Eingang ein großes Schild hin. Daneben steht ein Tisch, an dem am Sonntag jedes Vereinsmitglied, das spielen möchte, mit seinem Namen zugleich die Zustimmung zu den Verhaltensmaßregeln abgeben muss.

„Wir wollen keinen Fehler machen. Alles soll korrekt laufen“, sagt Wessel, der nicht nur Spielführer beim Herren-40-Team ist. Als Oberschiedsrichter und Polizeihauptkommissar freut er sich auf die Wiedergeburt seiner Sportart, die jetzt etwas schneller und vor allem großzügiger kam als erwartet.

„Am Freitag hat der hessische Verband sogar Doppel genehmigt, womit wir nicht gerechnet haben“, meint Klaus Hagen, der erste Vorsitzende des Kasseler Traditionsklubs. „Zuletzt haben wir unseren Frust an der Blumenbepflanzung abgearbeitet“, sagt Hagen, dem sowohl die Einhaltung der Corona-Regeln, als auch das optische Erscheinungsbild der Anlage an der Karlsaue wichtig sind.

Mit dem 66-Jährigen dürfen sich allerdings zunächst nur Vereinsmitglieder freuen, auf die Alexander Wessel durchaus ein bisschen stolz ist: „Die Schließung unserer Halle mit den zwei Plätzen hätte uns Einbußen im fünfstelligen Bereich beschert. Als wir zu Beginn der Corona-Einschränkungen Mitgliedern und Abonnenten eine Rückerstattung ihrer Beiträge angeboten haben, haben dies fast alle abgelehnt. Das hat uns natürlich sehr geholfen“, sagt Wessel.

Einzig dem Mitte Juni durchstartenden Spielbetrieb kann Wessel nicht nur Positives abgewinnen: „Voraussichtlich wird es nur Auf- aber keine Absteiger geben. Und Mannschaften, die sich in den kommenden Wochen gegen eine Beteiligung am Wettkampfbetrieb entscheiden, werden nicht sanktioniert und dürfen im kommenden Jahr in der gleichen Klasse antreten.“

Wessel kann sich gut vorstellen, dass sich beim TC 31 einige der 25 Teams gegen den Wettkampfbetrieb entscheiden werden, da Fahrten nach Südhessen in einzelnen Fahrzeugen angetreten werden müssten und auch das Duschen im Moment nicht erlaubt ist. Das dürfte für die meisten Tennisspieler keine verlockende Aussicht sein, glaubt Wessel. Für seine Tochter Laeticia und ihre Freundin Zoe Ströh ist das allerdings nicht das beherrschende Thema: „Ich finde es einfach gut, dass es wieder losgeht“, freut sich Ströh.

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