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Ticker zum Weltcup Willingen: Prolog an Kamil Stoch, Stephan Leyhe mittelgut

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Von: Gerhard Menkel

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Springer beim Interview
Kurzes Interview nach dem Prolog: Stephan Leyhe war bedingt zufrieden. © Joachim Schrick

Der erste Tage beim zweite Skisprung-Weltcup in Willingen ohne Zuschauer und Party ist gelaufen. Zum ersten Mal bei der Flugschau am Mühlenkopf: die Springerinnen. 28 Frauen und 47 Männer bestreiten insgesamt die olympische Generalprobe.

+++ 19:20 Uhr: Ein langer Flugtag am Mühlenkopf ist zu Ende. Der Abend brachte einen eher mittelguten Sprung von Stephan Leyhe, dem lokalen Helden, und eine gelinde Überraschung: Kamil Stoch, seit der Vierschanzentournee auf Suche nach Olympiaform, gewann den Prolog der 44 Springer., die ohnehin alle für den Einzelweltcup an diesem Samstag (16 Uhr) qualifiziert.

Zwar ließen in Ryoyu Kobayashi sowie Karl Geiger und Markus Eisenbichler drei Topspringer den Ersatz für die Qualifikation aus, doch das schmälert den Erfolg des 34 Jahre alten Dreifach-Siegers am Mühlenkopf kein bisschen. Stoch landete mit 146,0 Metern (136,2 Punkte) den weitesten Flug des Abends - und krönte damit eine insgesamt starke Vorstellung des zuletzt enttäuschenden polnischen Teams mit vier Springern unter den besten zehn.

Springer und Offizleller mit Scheck
Scheckübergabe: Kamil Stoch (links) erhält vom Willinger OK-Chef Jürgen Hensel den Gewinnerlohn. © Joachim Schrick

Hauchdünn geschlagen (0,1 Punkte) wurde Daniel Huber aus Österreich Zweiter; zwar sprang er nur auf 141 Meter, hatte allerdings ein Gate weniger Anlauf. Dritte wurde der Slowene Anze Lanisek mit 137,5 Metern (131,7 Punkte).

Bester Deutscher war Severin Freund (141,0/121,6) auf Platz acht. Hinter Constantin Schmid (15./129,5 m) und Andreas Wellinger (16./129,0) reihte sich Stephan Leyhe mit seinen 126,5 Metern auf Platz 20 ein, Pius Paschke (125) wurde 24.

„Der beste Sprung war der erste“, zog Leyhe ein kleines Resümee seiner Rückkehr an den Mühlenkopf, zwei Jahre nach seinem großen Sieg. Im Training hatte es ihn auf 133 Meter getragen. Der Satz im Prolog sei „auch okay“ gewesen.

Auf den etwas schwierigen Wind wollte Leyhe nichts schieben: „Alles gut, so weit passt das schon.“ Sein Ziel für den Einzelweltcup an diesem Samstag (16 Uhr) bekräftigte er: „Top 10 oder Top 15, da irgendwo.“

Mit feiner Ironie antwortete Leyhe auf die Frage, ob es nicht komisch sei, vor leeren Plätzen zu springen: „Es ist anders als ich es von vor zwei Jahren in Erinnerung hatte.“

Einen Sturz direkt nach der Landung unterlief dem Slowenen Timi Zajc. Er stand allerdings aus eigener Kraft auf, die Sache schien glimpflich ausgegangen zu sein,.

+ + + 17.45 Uhr: Das kompletteste Team hat den ersten Mixed-Weltcup auf der Willinger Mühlenkopfschanze gewonnen. Das Quartett aus Slowenien siegte überlegen vor Norwegen und Österreich. Deutschland verpasste mit Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Juliane Seyfarth und Karl Geiger das Podest um 1,2 Punkte.

Springerin im Flug
Beste Weite im ersten Durchgang des Mixed: Marita Kramer schaffte satte 144,5 Meter. © Arne Dedert/dpa

+ + + 16.45 Uhr: Das Quartett des Deutschen Ski-Verbands rangiert nach dem ersten Durchgang des Mixed-Weltcups in Willingen auf Rang drei. Katharina Althaus, Katharina (126 Meter),Markus Eisenbichler (129,5), Juliane Seyfarth (111,0) und Karl Geiger (132.5) besitzen mit 371,2 Punkten nur noch geringe Siegchancen.

Das führende Quartett aus Slowenien mit Erna Klinec (124,5) , Cene Prevc (133,0) Ursa Bogataj (124,5) und den überragenden Anze Lanisek, der 141 Meter weit sprang , haben mit 420,3 Punkten schon knapp 50 Zähler Vorsprung. Dazwischen liegt Norwegen ( 378,8) mit Thea Minyan Bjoerseth, (103,5), Halvor Egner Granerud (137.5), Silje Opseth( .132.,0) und Mariius Lindvik (138,0).

Den weitesten Sprung des Durchgangs brachte Marita Kramer in den Auslauf: 144,5 Meter. Allerdings sprang sie aus Gate 16, die Männer teilweise aus Gate 9. Trotzdem eine bärenstarke Vorstellung der gebürtigen Niederländerin. Mit ihrem Team Österreich findet sie sich auf Rang vier (367 Punkte) noch in Schlagweite zum Podium.

+ + + 15.40 Uhr: Eine hübsche Randnotiz: Jenny Rautionaho, die mit der Startnummer 1 das erste Mixed-Springen beim Willinger Weltcup eröffnet, ist nach Recherchen von Tobias Lindner aus dem Presseteam die Tochter von Esko Rautionaho, der1979 auf der großen Schanze und ein Jahr später auf der damals noch am Mühlenkopf stehenden kleinen Schanze die internationalen Skispringen im Waldecker Upland gewann. Seine Siegerweiten 95 und 84 Meter. Jenny landete am Freitag im ersten Training bei 144,5 Meter.

Skispringerin vor leeren Zuschauerrängen
So leer ist es am Mühlenkopf: Beim Sprung der Norwegerin Thea Minyan Bjoerseth zeigt sich die ganze Geisterkullise © INA FASSBENDER/AFP

+ + + 15:30 Uhr: „Geisterweltcup“ hin oder her, auf die Ohren gibt es fast wie immer. Die DJ‘s Jürgen Bangert und Tony Kaufmann hatten im Vorfeld „mit noch mehr Stimmung als im letzten Jahr“ versprochen, denn „wir wollen uns von Jahr zu Jahr steigern!“.

Schanzensprecher Gunnar Puk.sagt: „Auch die Sportler finden es wie die Helfer und Offiziellen gut, etwas Unterhaltung zu haben, dann ist es nicht ganz so trostlos ist.“ Die „Stimme vom Mühlenkopf“ verweist auf einen ganz besonderen Fakt: „So viele Sprünge gab es in Willingen noch nie innerhalb von drei Tagen – das ist schon mal unser Rekord.“

Springerin in der Anfahrtshocke
In der Anfahrtshocke: Katharina Althaus bei ihrem Debüt auf der Mühlenkopfschanze. © Joachim Schrick

+ + + 14:50 Uhr: Während das Training der Männer bei nach wie vor schönem Wetter läuft, ist die Startliste für den ersten Mixed-Wettbewerb am Mühlenkopf überhaupt veröffentlicht worden. Keine Überraschung: Für den Deutschen Ski-Verband, amtierender Weltmeister, springen die derzeit formstärksten Aktiven Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Juliane Seyfarth und Karl Geiger.

Also gibt es keinen „Heimbonus“ für Stephan Leyhe. Kann man verstehen, da Geiger und „Eisei“ derzeit einfach die stärksten Springer sind. Juliane Seyfarth qualifizierte sich als zweitbeste des DSV-Teams im heutigen Prolog für die erste Entscheidung des Wochenendes.

Ab 16 Uhr gehen neun Teams auf der Mühlenkopfschanze an den Start. Im zweiten Training der Männer vor dem Prolog meldeten sich sich die Polen Pjotr Zyla (147,0 Meter) , Kamil Stoch (142,0) und Dawid Kubacki (138,0) zurück.. Auch Severin Freund überzeugte mit 137,5 Meter.

+ + + 13.15 Uhr: Puh, da hat Bundestrainer Maximilian Mechler noch eine Menge zu tun, um auch die anderen drei Olympia-Fahrerinnen für Peking in Form zu bringen. Während seine Vorfliegerin Katharina Althaus sich bei ihrem Debüt sofort mit der Mühlenkopfschanze anfreundete, taten sich ihre Teamkolleginnen schwer.

Sie habe noch nicht ganz herausgefunden, wie sie die Schanze springen müssen, gab Juliane Seyfarth zu Protokoll. Sie erzielte weniger als halb so viele Punkte wie Prologsiegerin Yuki Ito und lag als 14. noch ganz passabel im Rennen. „Ich habe mich noch nicht ganz mit der Schanze angefreundet“, sagte auch Selina Freitag (20.) - und ähnlich äußerte sich auch Pauline Heßler (23.): „Nicht so berühmt“, fand sie ihren kurzen Satz.

Ganz anders klang das bei Katharina Althaus: „Es macht mega-mega Bock hier zu springen und den anderen Mädels zugucken, wie sie teilweise über 150 Meter springen“, strahlte sie. Der Topflug war Yuki Ito im zweiten Training gelungen - 154 Meter, weiter als der offizielle Schanzenrekord, der aber bestehen bleibt.

+ + + 13 Uhr: Die erste Siegerin eines Prologs beim Skisprung-Weltcup in Willingen kommt aus Japan. Yuki Ito sicherte sich mit einem fabelhaften Sprung auf 139,5 Meter die Prämie von 2000 Euro, die der Ski-Club Willingen für die Gewinnerin ausgelobt hat. Im Training war sie mit 154 Meter weiter geflogen als der Pole Klemens Muranki bei seinem Schanzenrekord (153 m) vor einem Jahr.. Klar, die Weite wird nicht als Bestmarke anerkannt, weil Trainingssprung. Bis auf Weiteres sind Itos 139,5 Meter Frauenrekord auf der größten Großschanze der Welt auf.

Aus dem deutschen Quartett kam Katharina Althaus prima mit der Schanze zurecht. Die Oberstdorferin landete bei 136,5 Meter, da sie aber zwei Gates weiter unten gestartet war als Ito bekam sie zusätzliche Punkte und lag im Ranking nur 1,1 hinter der Führenden.

Platz drei ging an die Topfavoritin. Marita Kramer (Österreich) schaffte 131,5 Meter, sie lag mit 105,0 Punkten 4,7 hinter Althaus zurück. Bei den Leistungen gab es große Unterschiede im Feld der 28 Springerinnen. Große Schwierigkeiten hatten die drei anderen deutschen Teilnehmerinnen.

Juliane Seyfarth aus Ruhla kam mit 109,5 Meter (54,5 Punkte) auf Platz 14. 20. wurde Selina Freitag (Aue), die 89,0 Meter erreichte (28,6), 23. Pauline Heßler aus Lauscha mit 92,5 (16,6); sie bekam zahlreiche Windpunkte abgezogen.

Blick auf die Mühlenkopfschanze mit Fahnen
So sieht‘s aus: Kleiner Eindruck von der Schanze am Mittag. © Arne Dedert

12 Uhr: Es ist sonnig am Mühlenkopf und windig. Die Frauen haben ihre zwei Trainingssprünge gut runterbringen können. Schon im ersten Training erwies sich die Mühlenkopfschanze als gut vorbereitet. Diie Norwegerin Silje Opseth flog auf 145 Meter, die Japanerin Yuki Ito und die Finnin Jenny Rautionaho jeweils einen halben Meter kürzer.

Das Traininig war bestimmt von der Suche nach der passenden Anlauflänge. Die Gates wechselten, von 18 über 16 später dann 14 und sogar nur 11 . Katharina Althaus, Deutschlands Topspringerin und aktuelle Nummer zwei in der Weltcup-Gesamtwertung, sprang von Gate 11 aus 129,5 Meter weit, Favoritin Kramer, die in den Niederlanden geborene Österreicherin, begann verhalten und setzte bei 115 Meter. 

Selina Freitag kam auf ebenfalls 115 Meter. Erst noch ein Gefühl für die Schanze mussten Juliane Seyfarth (101 m) und Pauline Hessler (98,0 m) finden.

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