Für Wales am Start

"Tischfußballer" Wayne Thomas bei "EM" schon ausgeschieden

War für Wales am Ball: Ex-Profi Wayne Thomas. Foto: dieter schachtschneider

Unsere Partnerzeitung HNA trägt die Fußball-EM derzeit in Kassel am Kickertisch aus. Für Wales am Ball war der ehemalige DFB-Pokalsieger Wayne Thomas (61), der in Kirchheim lebt.

Herr Thomas, Sie sind mit drei Niederlagen in der Vorrunde gegen die Schweiz, Italien und die Türkei krachend gescheitert. Woran hat es gelegen?

Ich hatte gaaanz viel Pech (lacht). Nein, jetzt mal im Ernst: Ich habe mit Tischfußball nichts am Hut. Ich habe das letzte Mal irgendwo im Trainingslager gespielt, da war ich noch Profi. Das ist 30 Jahre her. Ich war einfach scheiße. Ja, ich war wirklich scheiße. Aber ich war der Lustigste von allen, haben Sie gesagt. Vielleicht darf ich zum Finale als Joker kommen.

Augenzeugen berichten, Ihre Abwehr sei löchrig gewesen wie ein Schweizer Käse ...

Ja, das kann man so sagen. Aber vorne hatte ich wirklich ganz viel Pech und habe immer nur den Pfosten getroffen (lacht wieder).

Der Fußballer Wayne Thomas war als Profi ein Wadenbeißer. Wo liegen Ihre Stärken am Kickertisch?

Wisst Ihr was? Da habe ich gar keine. Ich konnte die Gegner noch nicht mal anspucken, weil da eine Plexiglas-Scheibe zwischen uns war. Aber ich habe ihnen geraten, lieber Schienbeinschoner anzuziehen, falls ich mal unter den Tisch grätsche. Das kann ich immer noch.

Wieso waren Sie eigentlich bei der Kicker-EM am Ball?

Sie haben in Kassel wohl kein besseres Opfer für Wales gefunden, glaube ich. Mein Vater war Waliser. Und ich mache doch allen Blödsinn mit, das wisst ihr doch.

Sie waren 1985 DFB-Pokalsieger mit Bayer Uerdingen. Bald ist wieder Finale in Berlin. Ruft das noch immer Erinnerungen hervor?

Aber natürlich. So ein Finale ist für jeden Fußballprofi etwas Besonderes. Und wenn du dann noch die Bayern schlägst, ist das nicht zu toppen. Wir waren eine Woche lang ziemlich benommen damals. Und das Beste: Wir mussten dienstagabends in der Bundesliga in Kaiserslautern auf dem Betzenberg spielen. Da gab’s im Hotel schon Wein. Und als wir vor dem Spiel in die Kabine kamen, stand auf jedem Platz eine Flasche Pfälzer Wein. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wir da rumgelaufen sind. Wir haben 1:6 verloren. Mehr muss ich wohl nicht sagen ...

Mit Kaiserslautern hat jetzt ein Traditionsverein Insolvenz angemeldet. Schmerzt Sie so etwas als alter Hase?

Absolut. Das ist traurig. Ich bin in den letzten Jahren auch privat immer mal zu Spielen von Lautern gefahren, weil ich da einen Bekannten hatte, der jetzt leider verstorben ist. Lautern ist nicht mit der Zeit gegangen und hat zu lange von seiner Historie gelebt. Das geht meistens nicht gut.

Was halten Sie eigentlich von den Corona-Geisterspielen?

Gar nichts. Es macht keinen Spaß, wenn du jeden Balljungen im Stadion hörst. Der Fußball braucht die Stadion-Atmosphäre.

Sind Sie ein bisschen traurig, dass die EM nicht wie geplant stattfinden kann?

Traurig nicht. Es ist schade. Ich habe ja mal vom Fußball gelebt. Aber es ist eben nur eine schöne Nebensache. Die Menschen haben doch jetzt ganz andere Sorgen als Fußball. Was glauben Sie, was in meiner Heimat in England los ist? Meine Eltern haben drei Monate das Haus nicht verlassen.

Was hätten Sie Wales bei der EM zugetraut?

Vielleicht mal eine Überraschung in einem Spiel. Aber sie hätten wohl keine Chance gehabt. Sie haben noch nie etwas gewonnen. Aber immerhin bin ich jetzt Nationalspieler – mit 61 (lacht wieder – oder immer noch).

Und Deutschland?

Deutschland musst du immer auf dem Zettel haben. Ganz egal, wer auf dem Platz steht, und was alle Nörgler sagen.

Wer hätte den Titel geholt?

Oha, keine Ahnung.

Frankreich vielleicht?

Ja, vielleicht. Schreibt doch mal Frankreich ...

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