12-Jährige aus Niestetal startet bei EM

Fast alles dreht sich bei ihr um den Tischtennisball: Sophia Klee, zwölfjährige Spielerin des SC Niestetal, ist die aktuelle Nummer eins der deutschen Schülerinnen-Rangliste und deutsche Meisterin. Archivfoto: Schachtschneider

Niestetal. DasTischtennis-Talent Sophia Klee schlägt ab Freitag bei der Europameisterschaft in Zagreb auf. "Ich will da richtig mitspielen", sagt sie.

Ob sie das ständige Plop-Plop eigentlich manchmal nicht mehr ertragen kann? „Na ja, kommt schon mal vor, dass die Lust zum Spielen nicht so ganz richtig da ist. Aber spätestens nach wenigen Tagen kommt sie wieder“, sagt Sophia Klee. Anscheinend zum Vorteil der Zwölfjährigen, denn sie ist im Tischtennis aktuelle Nummer eins der Deutschen Schülerinnen-Rangliste. Und startet ab heute zehn Tage lang für Deutschland bei der Europameisterschaft im kroatischen Zagreb.

Beträchtlich ist die Liste der Erfolge, die Sophia Klee in ihrer noch jungen Laufbahn bereits errang. In diesem Jahr holte sie die Deutsche Meisterschaft bei den Schülerinnen und gewann Bronze im Doppel. Auch bei den Damen des SC Niestetal trumpfte sie nachhaltig auf und trug zum Titelgewinn in der Oberliga und dem Aufstieg in die Regionalliga bei. Verwunderlich scheint die rasante Karriere allerdings kaum.

„Ich bin ins Tischtennis reingeboren worden. Weil meine Geschwister Julia und Johan und mein Vater spielten, habe ich halt auch damit losgelegt“, erinnert sich Sophia Klee an die sportliche Anfänge. Lange vor der Einschulung hielt sie erstmals den Tischtennisschläger in der Hand und machte sich mit ihm vertraut. Und weil Sophia nicht groß genug war, um auf und über die Platte schauen zu können, wurde diese von den Eltern Jürgen und Susanne kurzerhand tiefer gelegt.

Im Alter von vier oder fünf Jahren, genau weiß sie es nicht mehr, startete Sophia beim TSV Heiligenrode ihre aktive Laufbahn. In Zagreb steht ihr nun ein weiterer Höhepunkt bevor. Konkrete Ziele benennt sie nicht, „aber ich will da schon richtig mitspielen“.

Anfragen größerer Klubs

Als Stärke bezeichnet die Angriffsspielerin ihre Vorhand. Spezielle Schwächen zählt sie nicht auf. „Aber ich arbeite an allem, damit es besser sitzt“, betont Sophia. Ob sie dies auch über die nächsten Jahre hin beim SC Niestetal tun wird, ist ungewiss. Anfragen größerer Klubs mit Internaten trafen bereits ein und kommen sicher weiterhin. „Die Trainingsbedingungen sind dort natürlich besser. Aber zu Hause ist es auch schön“, sagt sie.

Das Niestetaler Talent startet bei der EM zunächst für Deutschland im Mannschaftswettbewerb. Darauf folgen die Doppel- und Mixed-Konkurrenzen. Den Abschluss bildet das Einzel, das 2012 von der heute in Essen spielenden Baunatalerin Alena Lemmer gewonnen wurde. Ein pralles Programm, aber dafür ist ja keine Schule.

Danach lockt ein zweiwöchiger Urlaub am Gardasee. „Mit der ganzen Familie sowie Oma und Opa“, freut sich Sophia. Und das Tischtennis? „Eine Platte steht in unserem Quartier schon. Ohne das geht es nicht.“ Eine Familienmeisterschaft tragen die Klees dort nicht aus. Schade für Sophia, denn ihre Siegchancen hätten nicht schlecht gestanden. Aber daran ist das zwölfjährige Talent ohnehin gewöhnt.

Von Wolfgang Bauscher

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.