Vor Ort bei Tischtennis-Urgestein Kurt Weber – mehr als 1200 Spiele in 60 Jahren

Abschiedsspiel mit 77

Treue Weggefährten: Heinz Schmidt, Kurt Weber (erste Reihe von links), Reinhold Höhn, Wilfried Tonn, Willi Günther, Peter Fuchs, Norbert Buntenbruch, Erwin Hartmann (zweite Reihe von links), Matthias Engel, Erich Buntenbruch, Hans-Werner Becker, Wilfried Rudolph (dritte Reihe von links) und Vorsitzender Heinz Bachmann (oben). Foto: Schachtschneider

Baunatal. Mit den Worten „Lasst uns gemeinsam einen schönen Tag haben“ eröffnete das Tischtennis-Urgestein Kurt Weber in der Langenbergsporthalle in Baunatal sein eigenes Abschiedsturnier. Mit stolzen 76 Jahren bestritt er bereits im April des Vorjahres sein letztes Pflichtspiel für den GSV Eintracht Baunatal. Nun nahm er im überschaubaren Kreis und zusammen mit ehemaligen Weggefährten Abschied. Wir haben uns sein letztes Turnier angeschaut: Vor dem Turnier

Langsam trudeln sie alle ein. Der Großteil von Webers Weggefährten hat es sich nicht nehmen lassen, heute ein letztes Mal mit ihm zu spielen. „Ich kenne Kurt seit 44 Jahren. Er ist ein guter Kumpel“, sagt Heinz Schmidt, der zusammen mit Weber auch heute noch viel unternimmt und ihn als eine „Kämpfernatur“ bezeichnet. Weber, der mehr als 1200 Spiele für die Tischtennisabteilung bestritt, hilft derweil beim Aufbau der Spielfelder.

Nach dem Gruppenfoto ergreift Eintracht-Vorsitzender Heinz Bachmann das Wort: „Kurt, du bist ein leuchtendes Vorbild für die jüngere Generation der Eintracht. Für dein Engagement über so viele Jahre danken wir dir.“ Norbert Buntenbruch, Hauptinitiator der Veranstaltung, schließt sich an: „Wir danken dir für deine Treue und die schönen Momente, die wir mit dir erleben durften.“ Während des Turniers

Weber legt sich seine Kniebandagen an – dann schnappt er sich seinen Tischtennisschläger. Zusammen mit Erich Buntenbruch bestreitet er das erste Doppelmatch. Seine Spielerfahrung merkt man dem 77-Jährigen sofort an: Er hechtet von links nach rechts – Schmetterbälle beherrscht er wie ein junger Wilder. „Hier ist alles drin. Jetzt müssen wir ran“, ruft Weber, der mit Buntenbruch schließlich aber verliert. In seinem ersten Einzelmatch muss sich Weber lange gedulden – gewinnt letztlich aber knapp. „Gegen Hans-Werner tue ich mich immer schwer. Er ist ein unangenehmer Gegner“, gibt Weber nach seinem Sieg dann auch zu Protokoll. NACH DEM Turnier

„Er ist immer noch unheimlich ehrgeizig“, sagt Webers Ehefrau Anita, die seit 52 Jahren mit ihrem Kurt verheiratet ist. Sie beschreibt ihn als einen „Sportverrückten“, aber auch einen „sehr geselligen Menschen.“ Weber macht während der Veranstaltung einen lockeren Eindruck – so gar nicht wehmütig: „Ich werde ja immer noch regelmäßig zum Training gehen“, sagt der 77-Jährige. Sein Freund Heinz Schmidt sagt: „Im Inneren ist er ja doch wehmütig.“

Von Raphael Wieloch

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