Tischtennis-Oberliga: Besse kann Handicap von verletzten Wasik nicht verkraften

3:9 - Derby früh gelaufen

Schmerzgeplagt: TSV-Spitzenspieler Petr Wasik (rechts ), der hier von seinem Mannschaftskameraden Mateusz Kaszuba getröstet wird. Foto: Kasiewicz

Besse. Nein, das Nordhessen-Derby der Tischtennis-Oberliga hielt nicht, was es versprach. Kein Nervenkitzel, wenig umkämpfte Duelle und ein Sieger, der nach den Doppeln und den ersten zwei Duellen im ersten Paarkreuz eigentlich schon feststand. „Es lief alles andere als optimal für uns“, gestand Sebastian Pfaff, Kapitän des TSV Besse, nach der glatten 3:9-Niederlage gegen den SVH Kassel.

Der Knackpunkt aus der Sicht des Außenseiters, der sich gegen den Nachbarn durchaus etwas ausgerechnet hatte: Ein verletzter Spitzenspieler Petr Wasik, der aufgrund eines vor wenigen Tagen diagnostizierten Muskelrisses im Oberarm meilenweit von seinem wahren Leistungsvermögen entfernt war. „Ich hatte keine richtige Vorhand“, klagte die Besser Lokomotive der letzten Saison. Mit der Folge, dass der Tscheche auf sein Angriffsspiel komplett verzichten musste und die Bälle mit schmerzverzerrten Gesicht allenfalls zurückspielen konnte. In Bestform wäre die Edermünder Nummer eins für drei Punkte gut gewesen, so ging Petr Wasik leer aus.

Nach der schnellen Kasseler 4:1-Führung gab‘s aber auch Lichtblicke im Gastgeber-Team, ohne dass allerdings der starke Nachbar von der Siegerstraße zu verdrängen war. Michael Baron, Besses Nummer zwei, konnte sich nach einem 0:2-Satzrückstand noch mit 3:2 gegen Noah Weber durchsetzen und Florian Bierwirth glich durch einen 3:1-Erfolg gegen Julian Koch seine persönliche Einzelbilanz aus (5:5).

Auch der andere Neuzugang wusste zu überzeugen: Im wohl attraktivsten Spiel des Abends unterlag Mateusz Kaszuba zwar dem zweitligaerfahrenen Sascha Röhr, doch der musste sich bei seinem 3:1-Sieg mächtig strecken. Und gab das auch zu: „Das war ein schwieriges Spiel. Zu Beginn bin ich mit seinen Aufgaben überhaupt nicht zurecht gekommen.“ Ein Kompliment, was dem Polen kaum trösten konnte: „Ich war in der entscheidenden Phase einfach zu passiv.“ Und in seinem zweiten Einzel im mittleren Paarkreuz gegen David Gallina (0:3) chancenlos, der damit seine Bilanz auf 12:1-Siege schraubte.

Ganz passabel zog sich Sebastian Pfaff beim 1:3 gegen Niklas Hilgenberg, dem derzeit wohl besten Oberliga-Akteur im unteren Paarkreuz, aus der Affäre. Weiß aber, dass seine Mannschaft nach der fünften Saisonniederlage im siebten Spiel nun im Kampf um den Klassenerhalt unter Druck steht. Denn: „Uns fehlt nach dem bisherigen Saisonverlauf ein Punkt.“ Also müssen aus den letzten drei Partien der Hinrunde zwei Siege her.

Bis zur nächsten (am 29. November gegen den Tabellennachbarn RW Biebrich) hat der TSV drei Wochen Pause. Und Petr Wasik Gelegenheit, seinen lädierten Schlagarm zu schonen. Natürlich zu wenig Zeit, um solch‘ eine Verletzung wirklich auszukurieren, wozu ihm sein Arzt drei Monate Pause empfohlen hat. Aber vielleicht genug, um wieder angreifen und damit punkten zu können. Für seine Mannschaft wohl von entscheidender Bedeutung.

Von Ralf Ohm

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