TTV-Kapitän Michael Dittmar im HNA-Interview - Team wohl ohne Punkt zurück in Bezirksoberliga

„Ein Sieg wäre schön gewesen“

Lehrjahr in der Tischtennis-Verbandsliga: Michael Dittmar, Kapitän des TTV Altenbrunslar/Wolfershausen. Foto: Kasiewicz

Felsberg. Noch ein Versuch. Nach 17 Niederlagen in 17 Partien hat der TTV Altenbrunslar/Wolfershausen am Samstag beim SC Niestetal (16 Uhr) die letzte Chance, in der laufenden Saison der Tischtennis-Verbandsliga doch noch mal zu punkten. Die Aussichten sind alles andere als rosig, so dass dem Aufsteiger ein Abstieg ohne Punkt droht. Trotzdem war der Kurzausflug in die Siebtklassigkeit nicht nur eine leidvolle Erfahrung für den TTV, wie Kapitän Michael Dittmar im HNA-Interview bestätigt.

Michael Dittmar, wie groß sind Ihre Hoffnungen, dass es im letzten Saisonspiel in Niestetal doch noch mit einem Erfolgserlebnis klappen könnte?

Michael Dittmar: Natürlich, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber wir müssen realistisch sein. Wir haben das Hinspiel mit 0:9 verloren und da waren wir komplett. Erschwerend kommt diesmal hinzu, dass Manuel Aina, unsere Nummer drei, fehlen wird und dazu auch noch Ullrich Most, unsere Nummer fünf, ausfällt.

Also droht die absolute Nullnummer. Tut das weh?

Dittmar: Ja schon, auch wenn zu erwarten war, dass wir von Beginn an gegen den Abstieg spielen würden. Wir waren in den letzten Jahren ziemlich erfolgsverwöhnt, sind nach dem Zusammenschluss 2009 in die Bezirksoberliga aufgestiegen und in der Saison 2011/2012 über Relegation in die Verbandsliga aufgerückt. Dann zwar wieder abgestiegen, aber nicht als Letzter. Danach haben wir dann in der Bezirksoberliga schnell wieder Fuß gefasst.

Nun war nach dem unverhofften Aufstieg 2016 über die Relegation klar, dass es die Mannschaft ohne ihren nach Felsberg gewechselten Spitzenspieler Philipp Tonn sehr schwer haben würde. Trotzdem ist 0:36-Punkte das magerste aller möglichen Bilanzen. War damit zu rechnen?

Dittmar: Dass wir Letzter werden, war anhand der Leistungszahlen der Spieler klar, wodurch man die Stärke der einzelnen Mannschaften ganz gut abschätzen kann. Zudem haben einige Teams auch schon bezahlte Spieler, während es bei uns noch nicht einmal Fahrgeld gibt. Trotzdem sind wir natürlich auch ehrgeizig, treten an, um zu gewinnen. Und da wäre ein wenn auch überraschender Sieg schon ganz schön gewesen.

Gibt es ein Spiel, in dem Sie ein Remis oder sogar einen Sieg nachtrauern?

Dittmar: In der Hinrunde waren wir zweimal knapp dran. Sowohl beim 5:9 gegen Breitenbach wie auch beim 5:9 gegen Anzefahr war für uns mehr drin. Es gab einige knappe Spiele, die wir verloren, auch weil wir uns in den entscheidenden Sätzen zu wenig zugetraut haben. Da fehlte einfach die höherklassige Erfahrung.

In der Rückrunde hat die Mannschaft nur sieben Einzel gewonnen, das knappste Ergebnis war ein 3:9 gegen Lax Bad Hersfeld. Wie schwer fällt es da, sich immer wieder für die nächste Partie zu motivieren?

Dittmar: Der Ausfall von Manuel Aina, der an einer Schulterverletzung laboriert, hat uns in der Rückrunde schwer zu schaffen gemacht. Klar war das eine schwierige Situation, doch was uns auszeichnet, ist unsere mannschaftliche Geschlossenheit, unser Teamgeist, weil wir uns teilweise schon aus Schülerzeiten kennen. Daraus haben wir die Motivation geschöpft, immer wieder Vollgas zu geben.

Wie sind Sie selbst als Kapitän damit umgegangen?

Dittmar: Natürlich habe ich immer wieder versucht, meine Teamkameraden zu motivieren, ihnen Mut zuzusprechen, das ist meine Aufgabe. Aber wir haben uns auch gegenseitig angefeuert, was für mich sehr wichtig war. Ich musste als Nummer zwei gleich immer gegen den gegnerischen Spitzenspieler ran und wusste vorher, dass ich chancenlos war. Es gab nur wenige Spiele, wo ich wirklich mithalten konnte. Anders war es im direkten Vergleich mit der gegnerischen Nummer zwei, wo einige meiner Spiele auf gutem Wege waren, aber nicht mehr in die Wertung kamen.

Wie sind die Perspektiven der Mannschaft in der Bezirksoberliga? Bleibt sie zusammen?

Dittmar: Wir bleiben zusammen und werden versuchen wieder anzugreifen. Das wird sicherlich schwer, weil sich einige andere Mannschaften in der Bezirksoberliga zwischenzeitlich kräftig verstärkt haben. Die Erfahrung in der Verbandsliga wird uns sicherlich zugute kommen, wir müssen aber lernen, wieder zu gewinnen.

Von Ralf Ohm

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