Nach 40 Jahren

Eiszeit für Imshäuser Tischtennis-Spieler: Gerhard Hollerung geht

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Wenn sie am Tisch stehen, wird es ihnen warm: Gerhard Hollerung (links) und sein Doppelpartner Lothar Paul in der kleinen Imshäuser Halle in Aktion. Doch wenn die Kollegen an der Reihe sind, beginnt das große Frösteln.

Bebra-Imshausen. Temperaturen in der Halle, die niedriger sind als das in der Wettkampfordnung festgeschriebene Minimum lassen die Aktiven frösteln.

Der Name Gerhard Hollerung ist untrennbar mit dem Tischtennisclub Imshausen verbunden. Bis zum März 2014 war Gerhard Hollerung Vorsitzender des TTC, 28 Jahre lang. Seit 40 Jahren spielt er für seinen Klub. 30 Jahre war er Mannschaftsführer. Und nun, kaum zu glauben, wechselt er zur im Januar beginnenden Rückrunde den Verein.

Warum nur? Es ist ihm zu kalt in der kleinen Imshäuser Halle. „Wir trainieren und spielen bei 10 bis 13 Grad“, sagt er. Diese Temperaturen würden sogar gegen die Wettspielordnung verstoßen, schiebt Gerhard Hollerung nach, die verlange mindestens 15 Grad. Doch weil die Stadt Bebra zuletzt 50 Prozent der Betriebskosten für die Spielstätte vom TTC verlangt hatte und der kleine Klub diese 1600 Euro nicht aufbringen kann, schritt die Kommune zur Tat. Im April des vergangenen Jahres, kurz vor Saisonende, wurde kurzzeitig die Heizung sogar ganz abgestellt.

Das Problem sind die Pausen

Mittlerweile kommt der Ortsvorsteher kurz vor dem Training und den Spielen in dem Anbau des Dorfgemeinschaftshauses und stellt die Heizung auf kleiner Stufe an. „Aber das wird ja erst langsam wärmer, die Wände sind ja auch total ausgekühlt“, sagt Gerhard Hollerung. „Wenn ich die ganze Zeit über spielen könnte, wäre das nicht so schlimm.“ Doch sowohl in den Übungsstunden als auch in den Punktspielen der Bezirksklasse sind die Tische zwischendurch von anderen besetzt. „Wenn man geschwitzt ist und dann bei diesen Temperaturen herumsitzen muss, wird man krank. Das ist auch ganz schlecht für die Gelenke“, sagt der 54-Jährige.

Durchaus möglich, dass sich die Situation bald entspannt. Es laufen Verhandlungen des TTC mit Bürgermeister Uwe Hassl. Könnte aber auch sein, dass die Imshäuser Eiszeit andauert. Auch wenn die früher ausgehandelten Kompromisse für den TTC halbwegs zu schultern waren - Gerhard Hollerung war das ständige Feilschen um die Höhe der Kostenbeteiligung irgendwann leid.

Vorsitz abgegeben

Deshalb gab er auch den Vorsitz vor fast zwei Jahren ab. Bald steht die Wahl eines neuen Klubchefs an. Es werde nicht einfach werden, einen Freiwilligen zu finden, glaubt Gerhard Hollerung.

Auf jeden Fall ist er bereit, die neue Führungscrew zu unterstützen. Obwohl er dann schon längst für den TSV Wichmannshausen aufschlagen wird, der in der Eschweger Kreisliga gegen den Abstieg kämpft. „Im Sommer fahre ich manchmal rum und trainiere bei anderen Vereinen. Einer davon ist der TSV Wichmannshausen.“ Der Kontakt blieb bestehen, wurde intensiver, und so musste Gerhard Hollerung nicht lange überlegen, wem er sich anschließen würde, um Tischtennis künftig wieder bei angemessenen Temperaturen zu spielen. „Ich bin neugierig auf die neuen Gegner, auf die ich treffen werde.

Hier habe ich doch gegen jeden schon 20-mal gespielt“, sagt Gerhard Hollerung. Und dann fügt er noch hinzu: „Wenn sich die Hallensituation in Imshausen verbessert, würde ich mir überlegen, eventuell wieder zurückzukommen.“

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