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Bislang nur kalte Duschen

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Von: Wolfgang Bauscher

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Was passiert im Tischtennis, wenn sich die Energiekrise weiter verschärft? Wir haben beim SC Niestetal nachgefragt, bei dem bislang fast alles noch normal läuft. Auch, weil es beispielsweise in der Regionalliga spezielle Vorschriften gibt.
Was passiert im Tischtennis, wenn sich die Energiekrise weiter verschärft? Wir haben beim SC Niestetal nachgefragt, bei dem bislang fast alles noch normal läuft. Auch, weil es beispielsweise in der Regionalliga spezielle Vorschriften gibt © Imago Images/Patrick Wichmann

Die Energiekrise hat Auswirkungen für alle Teile der Gesellschaft – auch für den Sport. Wir fragen nach, welche Folgen das für die Vereine in Stadt und Kreis Kassel hat.

Der SC Niestetal ist ein Tischtennisverein und stellt 19 Mannschaften, 13 im Erwachsenenbereich und sechs beim Nachwuchs. Die erste Damenmannschaft ist als Regionalligist die ranghöchste. Dem Klub stehen vier Sporthallen zur Verfügung, je zwei in den beiden Ortsteilen Heiligenrode und Sandershausen. Ungeachtet der durch knappe Energie und steigende Preise drohenden Schwierigkeiten läuft bei den Niestetalern bisher alles normal. Zumindest fast.

„Die Duschen sind kalt. Damit kann man sich abfinden, damit können wir leben und die Sportler auch“, sagt der Vorsitzende Sascha Unkelbach. Darüber, dass ansonsten noch keine Härten auftreten, sind die Niestetaler froh. „Wir versuchen, unseren Sport weiter so gut wie möglich auszuüben und weiterzuführen“, sagt Unkelbach. Mit den Hallenträgern stehe man im Austausch über womöglich zu erwartende Vorgaben, eventuelle Notfallszenarien gebe es nicht. „Wir hoffen, es kommt nicht zu Schließungen. Zunächst lassen wir alles so weiterlaufen wie gewohnt. Wir gehen nicht vom schlimmsten Fall aus, reagieren aber, wenn wir müssen.“

Schwierigkeiten könnte es laut Unkelbach für die Damen in der Regionalliga, immerhin der vierthöchsten deutschen Spielklasse, geben: „Da gibt es eben auch Vorschriften bezüglich der Temperaturen bei den Duschen, da schauen die Schiedsrichter schon mal genauer hin.“ Zum Problem könnten auch die kalten Duschen werden. „Da könnte Legionellengefahr bestehen. Es muss immer mal warm durchgespült werden.“

Sollte es doch irgendwann schwierig werden, den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrecht zu erhalten, träfe dies den Verein hart. „In der Coronazeit war ja schon alles zu und schlimm genug. Gerade im Nachwuchsbereich haben wir viele Mitglieder verloren, weil Kinder und Jugendliche noch nicht so hier verwurzelt sind wie die Erwachsenen“, erklärt Unkelbach.

Sollten Hallen wegen der Notwendigkeit, Energie einzusparen, abermals geschlossen werden, droht ein weiterer Rückgang der Aktivenzahlen. „Das wäre der schlimmste Fall, zumal wir gerade viel Akquise betrieben haben. Aber das Risiko ist da“, betont der Vorsitzende.

Von höheren Kosten ist der SC Niestetal bisher kaum betroffen. Kreis und Gemeinde hätten keine Preisanstiege an die Vereine weitergegeben. „Ich glaube, das wäre auch das Allerletzte, was gemacht würde. Die Träger wissen schließlich alle, was die Vereine mit ihren vielen Ehrenamtlichen leisten.“ Durch höhere Benzinpreise gestiegene Kosten für Auswärtsfahrten würden „selbstverständlich weiter vom Klub getragen“.

So hoffen die Niestetaler, dass ihnen der schlimmste Fall – die Hallenschließung – erspart bleibt. „Wir dürfen trainieren und spielen. Das sollte so bleiben. Aber es ist alles in der Schwebe“, sagt Unkelbach. Foto: carina wagener

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