Spieler aus der Region freuen sich über den Tischtennis-Spieler Timo Boll als deutschen Fahnenträger in Rio

„Der Fairste, den ich kenne“

Der deutsche Fahnenträger: Timo Boll mit den Bällen, die ihn berühmt gemacht haben. Foto: dpa

Kassel. Er stammt aus dem südhessischen Erbach. Er ist ein Sympathieträger des Tischtennis-Sports. Und er hat in der Nacht zum Samstag bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio die deutsche Fahne ins Stadion getragen.

Dass Timo Boll ausgewählt wurde, darüber freuten sich auch erfolgreiche Tischtennis-Akteure aus dieser Region. Einige haben sogar schon gegen ihn gespielt. Ein paar Stimmen:

Stas Blumhardt

Peter Beck (54 Jahre/Oberligist TSV Besse): „Das ist eine große Ehre. Man muss wissen: Wenn Timo Boll durch die Frankfurter Fußgängerzone spazieren geht, dann wird er kaum erkannt. In China ist das anders. Dort ist er viel bekannter als in Deutschland. Tischtennis-Spieler sind eher zurückhaltend – und Boll ist das Paradebeispiel dafür. Ich habe gegen ihn mal gespielt, als er erst 13 war. Er war in der 2. Bundesliga beim TTV Gönnern, ich beim Waiblinger Klub Hohenacker. Es stand 20:20, das Spiel wurde aber nicht mehr gewertet, weil das Gesamtergebnis schon feststand. Aber ich hätte bestimmt gewonnen – kleiner Scherz.“

Niklas Hilgenberg (22/Oberligist SVH Kassel): „Ich finde es großartig, dass Timo Boll ausgewählt wurde. Er hat es wirklich verdient. Trotz seiner großartigen Erfolge und seiner langen Präsenz in der Weltspitze ist er auf dem Boden geblieben. Das ist ein richtig cooler Typ. Mein Bruder Marco hat mal bei einem Gewinnspiel mitgemacht und ein Match gegen Timo Boll in Frankfurt im Maintower gewonnen. Ich durfte dann auch zwei Bälle gegen ihn spielen. Vor Ehrfurcht erstarrt bin ich da nicht. Boll hat sich mit allen ganz locker unterhalten.“

Niklas Hilgenberg

Stas Blumhardt (35/Oberligist TSV Besse): „Das Interesse am Tischtennis sinkt ja ein bisschen. Deshalb ist es gut, dass unser Sport dadurch wieder ein bisschen mehr in den Fokus rückt. Timo Boll ist für mich der fairste Spieler, den ich kenne. Ich habe ganz oft gesehen, wie er selbst in engen Matches zugegeben hat, dass ein Ball des Gegners noch die Kante berührt hat, nachdem der Schiedsrichter bereits anders entschieden hatte. Timo Boll und ich kommen aus einem Jahrgang und haben im Schülerbereich das eine oder andere Mal gegeneinander gespielt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir Gegner auf Augenhöhe, ich habe sogar einmal gegen ihn gewonnen. Es ist schön, dass einer die Fahne trägt, den man kennt.“

Christine Engel (34/Frauen-Drittligist Kasseler SpVgg Auedamm): „Ich hatte für ihn abgestimmt und habe mich gefreut, als die Entscheidung bekanntgegeben wurde. Das ist gut für unseren Sport. Wenn wir früher mit der hessischen Delegation bei großen Meisterschaften zusammen unterwegs waren, war Timo Boll auch ab und an dabei. Dass er ein netter Typ ist, hat sich gezeigt, als er sich positiv nach der Wahl über die anderen Kandidaten geäußert hat. Als Spieler zeichnet ihn aus, dass er sich auf jede Partie gut vorbereitet. Bei ihm spürt man: Er spielt einfach gern Tischtennis. Und seine Spielweise ist toll, da schaut man gern zu.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.