Familie Oliv: Alles dreht sich um Tischtennis

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Tischtennis-Verrückte unter sich: Michael Oliv (von links) mit seinen Söhnen David und Eike Oliv, daneben Tiziana Oliv mit ihrem Vater Guido Oliv.

Kassel. Wer in den letzten 30 Jahren im Tischtennis in Nordhessen aktiv war, wird wohl kaum an der Familie Oliv vorbeigekommen sein. Wir haben uns mit ihnen über Nachwuchsarbeit, hohe Ansprüche und den dauernden Konkurrenzkampf unterhalten.

Nach den Brüdern Michael und Guido Oliv spielt nun auch die nächste Generation mit Tiziana, David und Eike Oliv Tischtennis.

„Wenn wir drei, Michael, Eike und ich, bei Familienfesten zusammensitzen, gibt es meist nur ein Thema. Für alle Nicht-Tischtennisspieler kann das schon anstrengend werden“, erzählt Guido Oliv über seine Leidenschaft, die er mit dem älteren Bruder Michael und Neffen Eike teilt. Privat gegeneinander spielen ist dagegen keine Option. „Da wäre für die beiden sowieso nichts zu holen“, sagt der 28-jährige Eike. Guido Oliv musste das Talent seines Neffen bereits auf die harte Tour kennen lernen: Der damals 17-jährige Eike gewann ein Ligaspiel gegen seinen Onkel 3:0. Michael Oliv betreute dabei seinen Sohn.

Erfolgreich Anfang der 1980er

Miteinander haben sie schon so einiges erlebt. Noch heute erinnert sich Michael gern an die erfolgreichen Zeiten Anfang der achtziger Jahre. Michael trainierte zu dieser Zeit Bruder Guido, das Verpassen des Hessischen Meistertitels ärgert den ehrgeizigen und sportbegeisterten 56-Jährigen immer noch. „Das Training unter meinem älteren Bruder war schon nicht ohne. Er hat mich immer auf die letzte Position gesetzt, egal was ich gemacht habe“, erinnert sich Guido zurück. „Nur wegen mir bist du nicht aus der Mannschaft rausgerutscht“, entgegnet ihm Bruder Michael. „Als er das erste Mal gegen mich gewonnen hat, habe ich meinen Schläger zerbrochen und ihn ihm geschenkt. Das war ziemlich bitter“, erzählt Michael.

Fördern und gefördert werden – dieses Credo zieht sich durch die gesamte sportliche Familiengeschichte. Die drei erwachsenen Männer besitzen alle die B-Lizenz als Trainer und auch der jüngste Oliv, Michaels Sohn David, hat schon erste Erfahrungen als Trainer der Kleinsten gesammelt. Während Guido am Aufbau des TTC Elgershausen beteiligt war, engagierte sich Michael in Niestetal-Sandershausen. „Wir haben immer Basisarbeit geleistet“, sagt Guido stolz. Eike ist mittlweile ebenfalls ein erfolgreicher Trainer. „Der nächste Schritt ist Landestrainer zu werden, um meine Spieler auch überregional betreuen zu können“, erklärt der Lehramts-Refendar.

Bei den Jüngsten, Tiziana und David, werden die Ansprüche nicht mehr so verbissen verfolgt wie früher. „Ich weiß ganz genau, wie ich Tiziana ansprechen muss, damit mein Coaching fruchtet“, sagt ihr Vater Guido. „Ich finde es toll mit ihm, er kennt mich“, meint auch die Tochter. Tiziana wurde mit einer halbseitigen Lähmung geboren, auch deshalb ist Guido froh, ihre Begeisterung beim Sport zu spüren. Für die Zukunft ist beim TTC Elgershausen eine Behindertensport-Abteilung in Planung – Basisarbeit eben.

Von Gregory Dauber

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