Vor Ort bei den Tischtennis-Herren der SVH – Aufstieg bleibt trotz Siegen verwehrt

Auf Gala folgt Ernüchterung

Hochkonzentriert: Utkarsh Gupta (im Bild), einer der Leistungsträger der SVH, präsentierte sich gegen Tabellenführer TuS Kriftel in bestechender Form. Seine Teamkollegen standen ihm in nichts nach. Foto: Hedler

Kassel. Es sind diese Geschichten, wie sie eigentlich nur der Sport schreibt. Jene Geschichten, die den Sport erst so faszinierend machen. Besonders dann, wenn David auf Goliath trifft.

Im Hinspiel gegen TuS Kriftel noch hoffnungslos unterlegen, revanchierten sich die Tischtennis-Herren der SVH Kassel beim Wiedersehen. Und wie. Mit einem mehr als überraschenden 9:1-Erfolg erteilten die Harleshäuser dem Oberliga-Meister eine Lehrstunde. Auch wenn es am Ende nicht für den ersehnten zweiten Platz in der Abschlusstabelle reichte – das war ein überzeugender, ja regionalligareifer Auftritt. Wir haben uns dieses denkwürdige Duell angeschaut:

Vor dem Spiel

Es trudeln immer mehr Zuschauer in die neue Sporthalle in Wellerode ein. Am Ende sind es mehr als 50, die im Laufe des Nachmittags Zeuge der Spielstärke der Gastgeber werden. Die sechs Spieler der SVH bereiten sich auf den Wettkampf vor, erste Bälle fliegen über die Platte.

Jan Urbanek, der sein vorletztes Spiel für den Oberligisten bestreitet, wirft noch einen Blick aufs Handy. Noah Weber nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche. Die Harleshäuser treten heute in Bestbesetzung an. Kriftel bekommt das zu spüren. Dieter Salmen, Abteilungsleiter Tischtennis bei der SVH, stellt die Mannschaften vor. Er prophezeit dem Duell einen anderen Verlauf als im Hinspiel, das 1:9 verloren ging. Er sollte letztlich Recht behalten. Während des Spiels

Eine Stunde nach Spielbeginn bahnt sich bereits die Überraschung an. Es scheint so, als würde die etwa zweistündige Anreise der Gäste, noch in den Knochen stecken. Die SVH entscheidet alle drei Doppelmatches für sich. Einige Zuschauer reiben sich verwundert die Augen – damit war nicht zu rechnen.

Als Urbanek, Tom Schmidt und Utkarsh Gupta in ihren Einzelspielen die Führung auf 6:0 ausbauen, wundert sich auch der Abteilungsleiter: „Das ist ja wirklich verrückt“, sagt Salmen. Und es wird noch verrückter. Einzig und allein Niklas Hilgenberg muss sich dem Krifteler Christian Schneider geschlagen geben. Die Überraschung ist perfekt. Die Hoffnung auf den Aufstieg in die Regionalliga lebt – zumindest für eine Nacht. NACH DEM SPIEL

Das ist dann wohl eine gelungene Wiedergutmachung für die Hinspielpleite. Bitter, dass am Ende ausgerechnet die zwei Punkte zur Relegation fehlen, die die SVH am grünen Tisch gegen Obertshausen verlor. Der Einsatz von zwei ausländischen Spielern wurde den Harleshäusern zum Verhängnis.

Dieter Salmen zieht positive Schlüsse aus der Saison: „Insgesamt können wir zufrieden sein – auch wenn wir nun zum dritten Mal in Folge auf dem dritten Platz gelandet sind. Wir haben uns in dieser Spielzeit gut präsentiert und den Zuschauern ansehnliches Tischtennis geboten.“

Von Raphael Wieloch

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