Sie greift nach der Krone

Tischtennis-Talent Sophia Klee startet beim Euro-Mini-Champ-Turnier 

Immer hochkonzentriert: Sophia Klee vom SC Niestetal ist auf bestem Wege, sich in der nationalen und internationalen Tischtennis-Szene einen Namen zu machen. Archivfoto: Schachtschneider

Niestetal. Zunächst trumpfte sie noch einmal auf und bewies beim World Hope Challenge in Shanghai ihr Tischtennis-Talent. Dann verabschiedete sie sich in den wohlverdienten Urlaub. Kaum daraus zurück, legt Sophia Klee wieder los.

Nach einem einwöchigen Lehrgang kämpft sie ab Freitag beim Euro-Mini-Champ, einem Turnier der Jahrgänge 2003/04, um die kontinentale Krone.

Beim bedeutendsten Wettbewerb dieser Jahrgänge geht Sophia im elsässischen Schiltigheim nicht ohne Chance an den Start. „Ich kann das zwar im Moment nicht so gut einschätzen, aber ich habe die anderen Mädchen in Shanghai schon einmal geschlagen“, erklärt sie. In China war sie bis ins Finale vorgedrungen und unterlag dort gegen die Ägypterin Sara Elhakem nach 2:0-Führung noch knapp.

Woher Sophias Begeisterung für den Tischtennissport kommt, ist leicht zu ergründen. Ihre älteren Geschwister Julia (17) und Johann (15) spielen, anders als Mutter Susanne, ebenso wie Vater Jürgen Klee. Letzterer nach eigenem Bekunden allerdings ohne sonderlichen Erfolg. „Ich schaffe es immer wieder, den Ball viel zu schnell ins Netz zu schlagen“, sagt er. Im Gegensatz zu Sophia. Seit dem fünften Lebensjahr aktiv, weist sie eine großartige sportliche Bilanz auf.

Sophia, eine Offensivspielerin, gewann den Deutschlandpokal, kam im Ranglistenturnier auf Rang zehn und war als B-Schülerin Jahrgangsmeisterin der A-Schülerinnen. Sie gehört dem Jugendkader des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) an. Diese Erfolge verdankt sie nicht allein ihrem Talent.

„Ich trainiere mit meinen Trainern Manfred Moll und Patrick Ruhland oft siebenmal pro Woche. Dazu kommen Lehrgänge und Turniere“, berichtet sie und räumt ein, dass es auch im Urlaub an der Ostsee nicht ganz ohne Tischtennis ging: „Wir hatten eine Platte im Garten und haben außerdem bei einem Verein in Dahme ein wenig trainiert.“

Für Lehrgänge und Turniere wird sie von der Schule freigestellt. Über die Hausaufgaben wird Sophia von einer Freundin informiert. Was gut funktioniert, denn auch die schulischen Leistungen der Zwölfjährigen können sich sehen lassen. Von den leichtathletischen ganz zu schweigen, wie Jürgen Klee betont: „Bei den Bundesjugendspielen ist Sophia am schnellsten gesprintet und mit 4,30 Meter am weitesten gesprungen.“

Trotzdem kommt ein Wechsel für Sophia nicht infrage. Zu gern mag sie Tischtennis und freut sich auf die nächsten Herausforderungen. Wozu natürlich die bald startende Saison mit dem SC Niestetal in der Oberliga Hessen gehört. Dort spielt sie im vorderen Paarkreuz an Position zwei. Als Zwölfjährige. In Deutschland gibt es das derzeit nicht noch einmal.

Von Wolfgang Bauscher

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