Interview

Thilo Leis: Wir haben vom Saisonabbruch profitiert

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Thilo Leis

Auf den letzten Drücker hat Eintracht Felsberg den Klassenerhalt in der Tischtennis-Hessenliga geschafft. Wir sprachen mit dem langjährigen TSV-Kapitän Thilo Leis, der drei Monate wegen eines Sehnenteilabrisses im Oberschenkel ausfiel, über eine abgebrochene Saison mit mehr Tiefen als Höhen.

Was machen sie als Lehrer wenn die Schule wie zur aktuellen Corona-Krise geschlossen ist?

Wir haben unseren Schülern Aufgaben gestellt und müssen die natürlich korrigieren. Das online zu erledigen ist aufwendiger als in der Schule zu überprüfen.

Wie haben Sie den Beschluss des Deutschen Tischtennis-Bundes aufgenommen, die Saison vorzeitig zu beenden und nach dem letzten Tabellenstand zu werten?

Für mich war diese Entscheidung keine Überraschung. Mir war schon nach dem letzten Spiel klar, dass es länger dauern würde, bis wir zum gewohnten Spielbetrieb zurück kehren würden. Die Gesundheit der Menschen geht vor, da muss sich der Sport unterordnen, zumal die Infektionsgefahr durch die körperliche Anstrengung hier auch noch größer ist.

Wurde die Aufstiegs- bzw. Abstiegsfrage Ihrer Ansicht nach gerecht gelöst?

Ich bin ganz zufrieden mit der Lösung. Eine Annullierung hätte ich nicht gut gefunden, da fast 75 Prozent der Spiele gespielt waren. Trotzdem. Eine gerechte Lösung für alle Mannschaften gab es nicht.

Ihre Hessenliga-Mannschaft bleibt dadurch die Abstiegsrelegation erspart.

In der Tat, wir hatten Glück und haben von dieser Entscheidung profitiert. Trotzdem kann man nach dem abrupten Saisonende noch keine Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Ligen ziehen. Da werden noch einige Vereine Probleme kriegen, ihre Spieler zu finanzieren.

Und Felsberg?

Für uns ist das kein Problem, denn wir zahlen nichts.

Während die Mannschaft in der letzten Saison von einer starken Vorrunde zehrte, hat sie sich diesmal erst mit einem 9:6 gegen Hofgeismar am letzten gespielten Spieltag gerettet und den vorletzten Tabellenplatz verlassen. Warum tat sie sich so schwer?

Insgesamt ist die Liga stärker geworden, wir aber nicht. Aufgrund von Terminproblemen konnten wir unsere Stammsechs nicht regelmäßig an die Tische zu bringen. Einige Male sind wir ohne unser Top-Paarkreuz angetreten und konnten dann auch nicht mithalten. Dazu kam, dass unsere Doppel nicht an ihre Bilanz der letzten Saison anknüpfen konnten und wir auch bei einigen knappen Niederlagen Pech hatten.

Sie selbst haben in der ersten Halbserie am Spitzenbrett der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga angefangen, um dann in der zweiten Halbserie nach langer Verletzung ins Hessenliga-Team zurück zu kehren. Warum?

In bin in die zweite Mannschaft gegangen, weil ich eine neue Herausforderung wollte.

Welche?

Statt in der Hessenliga im unteren Paarkreuz in der Verbandsliga im oberen Paarkreuz zu spielen, was mich deutlich mehr gefordert hat. Bis zu meiner Verletzung bin ich als Spitzenspieler auf 5:5-Siege gekommen und konnte damit gut leben.

Um dann gestärkt in die erste Mannschaft zurück zu kehren?

Das hat schon etwas gedauert. Erst ab Mitte Februar war leichtes Training möglich ohne zu wissen, wann ich wieder richtig spielen konnte.

Nun Ihr Comeback mit zwei Einzelsiegen im unglücklich verlorenen Derby gegen Besse war recht eindrucksvoll.

Ja, es lief richtig gut. Insgesamt kann ich mit meinen Einsätzen nach der Verletzung und meiner 3:2-Bilanz zufrieden sein.

Wie geht‘s weiter mit der ersten Mannschaft?

Wir sind in der Hessenliga auf jeden Fall dabei. In welcher Aufstellung ist noch unklar. Bisher haben wir keine Abgänge und hätten gern noch einen Spieler, der vorne mithalten kann.

Und Ihre eigenen Ambitionen?

Ich würde gern weiter in der Verbandsliga vorne spielen.

Und was ist möglich in der Hessenliga?

Sicherlich mehr als letzte Saison. Doch dazu müssten wir häufiger in Bestbesetzung spielen.

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