„Du wirst mal etwas Großes im Tischtennis“

Köllner lässt die Bälle tanzen: Tischtennis-Talent auf dem Weg nach oben

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Damit kann er umgehen: Tyler Köllner hantiert mit Schläger und Bällen. 

Landwehrhagen. Zwölfjähriger aus Landwehrhagen macht nicht nur durch Gewinn der Hessischen Rangliste nachdrücklich auf sich aufmerksam.

 „Du wirst mal etwas Großes im Tischtennis“, sagte Trainerlegende Manfred Moll zum damals achtjährigen Tyler Köllner schon nach wenigen Ballwechseln, als der sein erstes Training in Heiligenrode absolvierte. Tylers Mutter Diana, die früher selbst aktiv war, schüttelte verwundert den Kopf. Molls Aussage hielt sie für den Versuch, ihren Sohn, der bis dahin Fußball gespielt hatte, zum Tischtennis zu locken. Doch wenige Wochen nach dem ersten Training war klar: Der Junge aus Landwehrhagen hat wirklich Talent.

Und richtig Lust , die Tischtennis-Bälle tanzen zu lassen. Inzwischen trainiert der Zwölfjährige fünfmal in der Woche – zweimal im Landesstützpunkt und zwei Mal bei der SVH Kassel, seinem Verein. Dazu kommt am Wochenende meist ein Wettkampf. Immer dabei: Trainer Patrick Ruhland. Zehn bis fünfzehn Stunden verbringen die Beiden pro Woche gemeinsam in der Halle. „Zum Glück nimmt meine Freundin das mit Humor“, lacht Ruhland, der ein freundschaftliches Verhältnis zu seinem Schützling pflegt. Neben Kraft- und Ausdauertraining, Taktik- und Technikschulung springen beide auch mal gemeinsam in den Pool oder grillen zusammen.

Tyler ist zwar nach wie vor Fußball-Fan – er drückt Borussia Dortmund und Magdeburg die Daumen, weil Oma und Opa in Sachen-Anhalt wohnen – Tischtennis ist für ihn aber die Nummer eins geworden: „Mir gefällt viel besser, dass man auf sich allein gestellt ist und nicht so anhängig von seinen Mannschaftskameraden“, sagt der Siebtklässler, der auch in der Schule am liebsten Sport macht.

Nach einigen Sichtungen wurde Tyler schnell in den D-Kader des Hessischen Tischtennis-Verbandes berufen. Seitdem trainiert er in den Ferien oder vor wichtigen Turnieren öfter in Frankfurt oder Heidelberg und fährt zu Lehrgängen des Deutschen Tischtennisbundes. In den Sommerferien geht’s mit anderen Talenten auch schon mal nach Belgien oder Bulgarien. Seinen zehnten Geburtstag hat Tyler mit der Hessenauswahl bei einem Turnier in Ungarn verbracht. „Für uns als Eltern war das ein komisches Gefühl, aber Tyler hatte seinen Spaß“, erinnert sich Mutter Diana.

Sie ist stolz auf die sportliche und persönliche Entwicklung ihres Sohnes. „Er ist richtig selbstständig geworden“, berichtet sie. Die Köllners sind ohnehin eine sportliche Familie: Tylers Bruder Luca hat auch einige Jahre Tischtennis gespielt, Papa Marcel hat es im Handball sogar in die zweite Bundesliga geschafft. Das will Tyler toppen: „Später möchte ich mal erste Bundesliga spielen“, sagt der Blondschopf mit den grünen Augen selbstbewusst.

Aktuell geht er für die SVH im mittleren Paarkreuz in der Bezirksoberliga an die Tische. Sein Ziel für die Saison: eine positive Bilanz. Vor kurzem gewann Tyler Köllner die Hessische Rangliste der B-Schüler – ohne Satzverlust. Es sieht ganz so aus, als würde Manfred Moll mit seiner Prophezeiung Recht behalten.

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