Tischtennis: Abruptes Ende eines spannenden Oberligaspiels – Plötzlich war das Licht aus

Kostet Dunkelheit Punkte?

Schlechte Sicht: Beim Duell der Abstiegskandidaten in der Turnhalle der Hofgeismarer Brüder-Grimm-Schule sorgte Lichtausfall für ein jähes Ende der Partie. Über die Wertung des Spiels muss nun ein Sportgericht entscheiden. Foto: Thiele

Hofgeismar. Jähes Ende einer spannenden Tischtennis-Partie. Während des Spiels das Oberligisten TTC Hofgeismar gegen den Gießener SV ging um 21.47 Uhr das Licht in der Halle aus. Als es 41 Minuten später wieder anging, reisten die Gäste ab. Fragen und Antworten zum Spiel.

? Wie lief das Spiel, bevor das Licht ausging?

!Es war total spannennd. Und die Partien waren hochklassig. Fast vier Stunden waren gespielt. Es stand 7:7, die beiden letzten Partien liefen. An einem Tisch war im Duell der beiden Spitzendoppel Karol Prus-Strowski/Tobias Knittel gegen Elzaher/Linnenkohl die Hofgeismarer bei 2:0 Satz- und 5:2 Führung nur noch sechs Punkte vom das Remis garantierenden Sieg entfernt. Am Nachbartisch lag Tim Binder gegen Merkel (Gießen) 1:2 zurück. Vieles deutete also auf ein Remis hin.

? Wie wichtig war das Spiel für die beiden Mannschaften?

!Extrem wichtig. Es geht um den Klassenerhalt. Die Absteiger werden wohl unter den Teams Gießen, Elz, Hofgeismar und Münster ausgespielt. Zwei steigen ab, einer muss in die Relegation. Vor der Begegnung hatte Gießen zwei Punkte, Hofgeismar einen.

? Was war die Ursache für den Lichtausfall?

!Darüber rätseln alle. 21. 47 Uhr ist keine Uhrzeit, zu der sie normal abschaltet. „Die Anlage spinnt“, sagt Hofgeismars TTC-Chef Dittmar Knittel.

? Was ist die Folge der Dunkelheit?

!Von dem Vorfall wurde der Klassenleiter Diehl (Schaafheim) informiert. Der schuf tags darauf Fakten: Laut Wettspielordnung wertete er die noch zu spielenden Sätze vom Ausgehen der Beleuchtung an für die Gäste, sodass das Match mit 7:9 für Gießen ausging. Die Begründung: Die Heimmannschaft ist dafür verantwortlich, dass gespielt werden kann. Gehen die zwei Punkte an Gießen, verschlechtert sich die Ausgangslage im Kampf für den Klassenerhalt für Hofgeismar.

? Wird Hofgeismar auf die zwei Punkte verzichten?

!Freiwillig nicht. Einspruch wurde eingelegt. Er kenne keinen Paragrafen, der die Wertung zugunsten Gießens rechtfertige, sagt Knittel. Im Regelwerk sei zwar in einem Fall von 30 Minuten die Rede. Doch das betreffe die Zeit vor dem Spiel. Bei Unterbrechungen gebe es kein Limit.

? Warum dauerte es überhaupt solange, bis wieder Licht war?

!Da hatte Hofgeismar ein wenig Pech. Der Hausmeister, der sich mit der Anlage bestens auskennt und der normalerweise schnell geholt werden kann, stand aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung. So musste der TTC am Samstagabend zahlreiche Telefonate führen, bis er einen kompetenten Helfer hatte.

? Gab es sonst noch etwas Besonderes bei dem Spiel?

!Ja. Gleich mehrere Dinge. Zum Ersten trafen die Hofgeismarer auf einen Kontrahenten, der nach 1,5 Jahren Pause wieder das russische Abwehr-Ass Igor Maruk einsetzte.

Zum Zweiten: Erstmals in dieser Saison punkteten in begeisternden Matches die Spieler am mittleren Paarkreuz, Tobias Knittel und Mario Möller .

Und Drittens: Während des gesamten Spiels knisterte es zwischen den Teams: Nickeligkeiten gab es im Spitzenspiel zwischen dem Iraner Elzaher (Gießen) und Prus-Strowski, so dass Oberschiedsrichter Niebergall (Ihringshausen) den Gästespieler in einem klärenden Gespräch ermahnen musste. Auch an der korrekten Durchführung der Aufschlagsregel entzündeten sich die Gemüter in der zunehmend angespannter werdenden Begegnung, die dann ein abruptes Ende fand.

Für die Hofgeismarer Punkte sorgten übrigens Prus-Strowski/Knittel, Schröder/Möller, Sonnabend/Binder, Prus-Strowski (2), Knittel und Möller.

Von Klaus Vater und Michael Rieß

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