Vor Ort beim Regionalliga-Spitzenspiel im Tischtennis, das Auedamm mit 8:4 gegen Münster gewinnt

Psycho-Spielchen am Netz

Fehleranalyse in der Pause: Tabea Heidelbach (links) nutzt ihre Auszeit, um sich mit Teamkameradin Diana Tschunichin von der Kasseler Spvgg. Auedamm zu besprechen. Fotos: Hedler

Kassel. Eine bisher richtig erfolgreiche Saison in der Tischtennis-Regionalliga spielen die Damen der Spvgg. Auedamm Kassel. Teil der Mannschaft sind auch Katja und Tabea Heidelbach. Das Mutter-Tochter-Gespann aus Kassel spielt seit vier Jahren zusammen in der Mannschaft, mit der sie am Samstag gegen die DJK Blau-Weiß Münster 8:4 gewannen. Wir haben sie dabei begleitet.

Sowohl der Tabellenführer aus Kassel als auch die drittplatzierten Verfolgerinnen aus Münster treten ohne die an Position eins gesetzten Spielerinnen an. Ausgeglichene Ausgangslage also, meint auch Punktrichter Rainer Haldorn aus Kassel. „Ich erwarte ein langes und spannendes Spiel“, prophezeit Haldorn. Kassel und Münster gewinnen je ein Doppel mit 3:0 – richtige Spannung bleibt erstmal aus.

Mannschaftsintern gibt es eine klare Rollenverteilung: Da kein Trainer anwesend ist, coachen die Frauen sich selber. Die 17-jährige Tabea Heidelbach übernimmt diese Aufgabe vor allem bei ihrer Doppelpartnerin Sarah Grede. „Von außen kann man Fehler besser analysieren, als wenn man auf das eigene Spiel konzentriert ist“, sagt sie. Die Konzentration ist heute bei Tabea keine einfache Sache: Den ganzen Tag saß die Schülerin in einem Mathe-Vorbereitungskurs für das bevorstehende Abitur.

Die ersten Einzel-Duelle bringen dann auch die von Rainer Haldorn erhoffte Spannung: Kassels Diana Tschunichin und Sarah Grede verwandeln beide einen 1:2-Rückstand nach packenden Ballwechseln in einen 3:2-Sieg. Als dann auch noch die beiden Heidelbachs gewinnen, steht es 5:1 für Kassel. Die heute zahlreich erschienenen Zuschauer sind begeistert, stellenweise wird es richtig laut in der Sporthalle der Jakob-Grimm-Schule.

Die Tricks verpuffen

Die Gegnerinnen aus Münster stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen jetzt punkten, um nicht abserviert zu werden. Besonders eine Gegnerin fällt durch ihr provokantes Auftreten auf. „Außerdem ist ihre Spielweise ziemlich unangenehm“, ergänzt Katja Heidelbach. Sie lässt sich von den übertriebenen Ausrufen ihrer Kontrahentin nicht aus der Ruhe brigen und gewinnt 3:0. „Es ist ganz wichtig, in solchen Momenten ruhig zu bleiben, sonst kann es schnell in eine andere Richtung laufen“, erklärt Heidelbach.

Auch Tochter Tabea ist sichtlich überrascht von den Psycho-Spielchen der Gegnerin. „Unsere Mannschaften sind immer direkte Konkurentinnen, vielleicht ist die Stimmung deswegen etwas angespannt. Der Sieg schmeckt auf jeden Fall richtig gut“, sagt sie schmunzelnd. Im vorletzten Spiel gibt es dann noch etwas richtig Außergewöhnliches: Katja Heidelbach verliert den ersten Satz 19:21 – ein seltenes Ergebnis im Tischtennis. Die erst 15-jährige Sarah Grede macht es währenddessen kurz und schmerzlos: Mit einem ungefährdeten 3:0 besorgt sie den Kasseler Tagessieg.

Von Gregory Dauber

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