Tischtennis: Ehrung für Hans-Karl Schäfer, die ein bisschen zu früh kommt

Seit fast 60 Jahren am Ball

In seinem Element: Hans-Karl Schäfer und Tischtennis, das passt einfach - auch wenn der Körper ihm zuletzt oft einen Strich durch seine sportliche Planung gemacht hat. Foto: Walger

Obersuhl. Bekanntschaft mit Hans-Karl Schäfer haben schon Generationen von Tischtennisspielern im Kreis gemacht. Der Obersuhler wurde kürzlich vom Hessischen Tischtennis-Verband (HTTV) dafür geehrt, dass er seit 60 Jahren spielt. Das stimmt allerdings nicht ganz. 58 sind es in Wirklichkeit. „Wahrscheinlich hat der Verband mein Eintrittsdatum in den TV Obersuhl zu Grunde gelegt“, erzählt er. Das war am 1. April 1955. Mit Tischtennis angefangen hat er erst zwei Jahre später, als 13-Jähriger.

Genau 31 Jahre war Hans-Karl Schäfer für den TV Obersuhl aktiv, dann sieben für den TTC Richelsdorf und mittlerweile 20 für den TTC Lüdersdorf. Zuletzt packte er allerdings nur selten den Schläger aus. Sein Rheuma war schuld daran. Das letzte Saisonspiel des TTC Lüdersdorf IV in der 2. Kreisklasse hat er aber mitgemacht. Er hofft, künftig wieder häufiger aufschlagen zu können. Denn den Spaß an seinem Sport hat er nicht verloren.

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Hans-Karl Schäfer auch Tischtennis-Trainer. Seinen ersten Übungsleiter-Lehrgang hat er 1972 abgeschlossen. Mit der Lizenznummer drei - damit zählt er zu den Pionieren im HTTV. Die Arbeit mit dem Nachwuchs lag ihm dabei immer besonders am Herzen. „Bestimmt mehrere hundert Kinder haben bei mir das Tischtennisspielen gelernt“, sagt er. Hans-Georg Landgrebe zum Beispiel, der es in Weiterode bis hinauf in die Oberliga geschafft hatte. Oder Hans-Jörg Schubert vom ehemaligen Verbandsligisten TTC Richelsdorf.

Gut geführter Verein

„Einer meiner Lieblingsschüler war Ralf Schade“, erzählt Hans-Karl Schäfer. Ihm ist er 1996 dann auch zum TTC Lüdersdorf gefolgt. Diese Entscheidung hat der Wildecker Routinier nicht bereut: „Der Verein ist gut geführt, und es gibt hier fast niemanden, der andere die Arbeit machen lässt.“

Sich vor Arbeit zu drücken, ist auch nicht Hans-Karl Schäfers Art. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Verbandssportgerichts. In den vergangenen Wochen brachte er ein spektakuläres Verfahren gegen elf Spieler und Funktionäre aus Südhessen zum Abschluss. Ihnen wurde vorgeworfen, ein ganzes Turnier manipuliert zu haben. Sie wurden mit Sperren von bis zu 18 Spielen und Geldstrafen belegt.

Und seit ewigen Zeiten ist Hans-Karl Schäfer Tischt ennis-Schiedsrichter. Er wurde sogar schon bei Deutschen Meisterschaften eingesetzt. Jede Aufgabe, die er übernimmt, erledigt er eben gründlich. Seinen Schiri-Ausweis will der 72-Jährige jetzt noch einmal für zwei Jahre verlängern lassen, dann sei Schluss.

Doch Tischtennis ist nicht alles im Leben des Hans-Karl Schäfer. 23 Jahre lang war er Pädagogischer Leiter der Obersuhler Blumensteinschule. Er spricht von einem Traumberuf und kann trotzdem seit 2005 seinen Ruhestand genießen. Rund 40 Jahre im Job - das sei spannend gewesen und erfüllend. „Aber irgendwann war es auch mal gut.“

Von Thomas Walger

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