Leon Wicke steht parat

Hypothek Hinrunde sorgt für Abstieg des TSV Besse

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Auf Abstieg vorbereitet: Routinier Dirk Mayer.

Die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Der Frust beim Oberliga-Aufsteiger darüber, dass sein Abstieg schon am drittletzten Spieltag der Tischtennis-Oberliga besiegelt war.

„Nach der Vorrunde waren wir darauf eingestellt, haben aber alles versucht, doch noch da unten rauszukommen“, erklärte Dirk Mayer, die Nummer sechs des TSV Besse.

Trotzdem war‘s eine bittere Erfahrung, waren die Edermünder doch per Triumphzug in der Hessenliga – 35:1-Punkte – in Hessens höchste Klasse zurückgekehrt. „Der Unterschied zwischen diesen beiden Ligen ist extrem groß“, gesteht TSV-Sportwart Klaus Lückemann. Besse schien darauf vorbereitet, holte einen neuen Spitzenmann mit besten Referenzen für die Oberliga, doch Milosz Przybylik konnte als 14. der Liga-Bestenliste nicht das halten, was seine starken Bilanzen zuvor bei anderen Vereinen versprachen. 

Besonders in der Hinrunde blieb der Hoffnungsträger mit 7:9-Bilanz (Rückserie 9:7) unter seinen Möglichkeiten. „Er hat auch überzeugende Auftritte gehabt, wenn er sein Spiel durchziehen konnte, aber einfach nicht konstant genug agiert“, bemängelt Lückemann. Was auch für die Doppelauftritte des Polen galt.

Erwartung nicht erfüllt: Milosz Przybylik.

So taumelte der Aufsteiger nach einem vielversprechenden Auftaktsieg in Gießen mit 2:18-Zählern durch die Hinrunde. „Da haben wir zuhause bei den 7:9-Niederlagen gegen Langenselbold und Kriftel große Chancen ungenutzt gelassen und ersatzgeschwächt gegen Watzenborn/Steinberg gepatzt“, legt Routinier Mayer den Finger in die Wunde. Dieses Manko war trotz einer deutlichen Steigerung in der zweiten Saisonhälfte für den derzeit Achten der Rückrundentabelle (6:10-Punkte) nicht mehr auszubügeln. Was möglich war, wenn alle Spieler auf den Punkt ihre Bestform abriefen, zeigte das 8:8 beim SVH Kassel – der einzige Punktverlust des Meisters – oder das Remis gegen den Tabellendritten Biebrich.

Ein Blick auf die Einzel-Bilanzen offenbart zudem Nachteile im unteren Paarkreuz. „Die meisten anderen Teams boten dort im Gegensatz zu den letzten Jahren Akteure mit deutlich höheren Leistungszahlen auf“, weiß TSV-Teamchef Manfred Pfaff. Und lieferte auch gleich die Erklärung dazu: „Als klar war, dass es drei Absteiger geben würde, haben sich die süd- und mittelhessischen Konkurrenten mit Neu-Verpflichtungen darauf eingestellt.“ Was auch die Edermünder im Rahmen ihrer Möglichkeiten, allerdings vergeblich, versucht hatten.

Nun gilt es, die beiden noch ausstehenden Oberliga-Auswärtsspiele in Braunfels und Langenselbold angemessen über die Bühne zu bringen und an einem schlagkräftigen Hessenliga-Sextett zu feilen. Wohl eher mit zwei als mit drei polnischen Spielern. Und, wenn möglich, auch mit einer Verjüngung des Teams. Wofür mit Leon Wicke ein Kandidat aus den eigenen Reihen bereitsteht.

Von Reinhold Döring

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