Tischtennis-Oberliga:

TSV Besse muss viel besser werden

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Muss sich deutlich steigern: Besses Top-Akteur Milosz Przybylik. Rechts im Hintergrund ist Sebastian Pfaff zu sehen. 

Edermünde. Die Lage des TSV Besse in der stark besetzten Tischtennis-Oberliga ist prekär. Aber nicht aussichtslos, obwohl bei Halbzeit schon fünf Zähler zum rettenden Ufer fehlen.

An dem der Gießener Schwimmverein steht, den die Edermünder im Auftaktspiel mit 9:7 schlagen konnten. Ehe es neun Niederlagen in Folge hagelte, sodass das Schlusslicht nur schwach flackert. „Dennoch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben“, betont TSV-Teamchef Manfred Pfaff, „weil wir eigentlich nicht schlecht spielen und in der Rückrunde fast alle anderen Abstiegskandidaten in unserer Halle erwarten.“ Um eine Wende einzuleiten, müsste an sechs Stellschrauben gedreht werden:

1. Steigerung von Top-Akteur Milosz Przybylik: Der zu Saisonbeginn verpflichtete Hoffnungsträger aus Polen konnte an der Spitzenposition mit 7:9-Bilanz die Erwartungen nicht erfüllen. Dabei hatte Przybylik in den Vorjahren als Top-Akteur in Gießen und Braunfels (jeweils 24:12) und Kornwestheim (19:2 im unteren Regionalliga-Paarkreuz) mit deutlich positiven Leistungsnachweisen überzeugt. Daran muss er anknüpfen.

2. Neue Impulse durch Umstellungen: Als Nummer zwei wurde Sebastian Pfaff mit 2:18-Bilanz arg gerupft, obwohl er die gegnerischen Spitzenspieler meist voll fordern konnte. Eine Variante wäre, dass der TSV-Kapitän die Position mit der Nummer drei Mateusz Kaszuba (4:7-Bilanz) tauscht. Von den weiteren TSV-Akteuren (Blumhardt 2:4, Beck 4:10 und Dirk Mayer 4:8) hätte die bisherige Nummer fünf Kacper Malinowski (6:7) die besten Möglichkeiten, in der Mitte erfolgreich zu agieren.

3. Öfters in Bestbesetzung antreten: Viel zu selten hatte der TSV seine beste Formation zur Stelle. In den ersten drei Begegnungen fiel Kaszuba verletzungsbedingt aus, Stas Blumhardt stand vereinbarungsgemäß nur sporadisch zur Verfügung, gegen Watzenborn/Steinberg wurde Przybylik berufsbedingt arg vermisst und zuletzt hisste man sogar ohne die drei polnischen Spieler vor dem Spiel in Wiesbaden-Biebrich die weiße Fahne.

4. Bessere Chancenverwertung: Bei den bitteren 7:9-Niederlagen gegen Langenselbold und Kriftel, die beide auf einen Top-Akteur verzichten mussten, patzte der Aufsteiger in den entscheidenden Matches. „Diese Partien hätten wir nie verlieren dürfen und auch in Dreieichenhain, wo unser hinteres Paarkreuz einen rabenschwarzen Tag erwischte, war deutlich mehr drin“, ärgerte sich Manfred Pfaff.

5.Rückkehr zur alten Doppelstärke: Auf ihre Doppelstärke konnten die Edermünder in ihrer Aufstiegssaison immer bauen. Davon ist nur wenig übrig geblieben. „Milosz ist kein guter Doppelspieler und so fehlt uns ein solides Einser-Doppel“, erklärt Pfaff. Mit je vier Siegen schnitten die Kombinationen Malinowski/Beck und Kaszuba/Przybylik noch am besten ab. Lediglich 13 von 33 gespielten Doppeln wurden gewonnen. Folge: schnelle Auftakt-Rückstände und nur einen Schlussdoppel-Gewinn.

6.Heimvorteil nutzen: Die Bilsteinhalle war in der Hinrunde alles andere als eine Festung. Eher ein Selbstbedienungsladen. Alle Kontrahenten nahmen die Punkte mit. Allerdings waren auch alle Top-Teams zu Gast. In der Rückrunde gilt es jetzt gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte, wie den Gießener SV und den TTC Elz, die ersten Heimerfolge aufs Konto zu bringen.

Von Reinhold Döring

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