Der Tischtennis-Wahnsinn von Ihringshausen

Den Ball im Blick: Stefan Reimann sichert mit der ersten Mannschaft den Klassenerhalt.

Kassel. Die Tischtennis-Abteilung des TSV Ihringshausen hat allen Grund zum Feiern. Fünf Teams wurden Meister, die erste Mannschaft schaffte den Klassenerhalt. Wir waren vor Ort.

Fünf Meister, kein Absteiger: In vier Worten lässt sich so die erfolgsreichste Saison in der Vereinsgeschichte der Tischtennis-Abteilung des TSV Ihringshausen zusammenfassen. Wir waren am letzten Spieltag vor Ort in der Sporthalle Eichhecke.

Das Mädchen für alles 

Frank Niebergall hat im Verein viele Aufgaben: Er ist nicht nur Mannschaftsführer und Spieler der dritten Herrenmannschaft, sondern im Sommer auch Turnierleiter des Fuldataler Sommerturniers und diesmal eben auch Organisator der Saison-Abschlussfeier. Um zehn Uhr ist er an der Halle. 35 Kästen Bier müssen angeliefert, je 120 Steaks und Würstchen gekühlt werden. Niebergall baut die Musikanlage auf und später - gemeinsam mit der zweiten Herrenmannschaft - die Tische, Netze, Zählgeräte und Absperrungen für den Wettkampf.

Die Voltarentruppe 

Den Ball im Blick: Stefan Reimann sichert mit der ersten Mannschaft den Klassenerhalt.

Bereits seit einigen Tagen und Wochen steht fest, dass die erste Damenmannschaft Meister der Bezirksoberliga ist, die dritte, fünfte und sechste Herrenmannschaft Meister der Bezirksklasse und der ersten und zweiten Kreisklasse. 208 Liga-Spiele - 135 Siege, 20 Unentschieden, 53 Niederlagen - haben die elf Seniorenmannschaften mit 70 Aktiven des TSV Ihringshausen in dieser Saison absolviert, dafür rund 3000 Kilometer zu Auswärtsfahrten zurückgelegt. Heute Abend kann die zweite Herrenmannschaft den Aufstieg in die Verbandsliga klarmachen. Um 17.59 Uhr ist die Meisterschaft dank des 9:0-Kantersiegs gegen den TTC Kellerwald besiegelt.

Die Vereinskollegen jubeln, zum fünften Mal in dieser Saison werden Meister-Shirts ausgepackt. „Voltarentruppe“ ist darauf zu lesen - in Anspielung auf das Schmerzgel, „weil jeder von uns so seine Wehwehchen hat“, erklärt Mannschaftsführer Norbert Strauch augenzwinkernd. Die reichen vom Kreuzband über die Bandscheibe bis zum Lendenwirbel und Iliosakralgelenk. „Mit einem Altersdurchschnitt knapp unter 50 werden wir in der Verbandsliga bestimmt die älteste Truppe sein“, vermutet Strauch.

Die Zuschauer 

Die Halle füllt sich. Alle wollen das Spiel der ersten Herrenmannschaft gegen Steinheim sehen: Hier kann der Klassenerhalt in der Hessenliga gesichert werden. „Das wäre die größte Sensation in dieser Serie“, sagt Abteilungsleiterin Sonja Zimmermann. „Kein Spieler bekommt bei uns Geld.“ Seit sie an der Spitze der Abteilung steht, jagt ein Erfolg den nächsten. Vor zwei Jahren wurden bereits vier Teams gleichzeitig Meister.

Auf der Tribüne sitzen auch Waltraud und Gerhard Strippel und ihr 32-jähriger Sohn Mark. Gemeinsam können die drei auf über 100 Vereinsjahre beim TSV zurückschauen. Geselligkeit wird groß geschrieben: Strippels sind nicht die einzige Familie, die komplett im Tischtennisverein aktiv ist, viele Freundschaften haben sich über die Jahre gebildet.

Auch Herbert Lang vom Hauptverein ist gekommen, um zur erfolgreichen Saison zu gratulieren. Er hat einen Scheck als Anerkennung mitgebracht.

Die Feier 

Es sieht nicht gut aus für die Erste: Über Facebook erfährt man in Ihringshausen, dass SVH Kassel überraschend in Höchst gewinnt, ein Punktgewinn ist nun zwingend. Dabei liegt Ihringshausen mit 4:8 hinten, Nummer vier David Pravych muss bereits Matchbälle abwehren. Doch er dreht das Spiel, auch seine Teamkameraden punkten. Um 23.12 Uhr ist das kleine Tischtennis-Wunder perfekt, die Klasse dank des 8:8-Unentschiedens gehalten. Die Feier geht weiter. Um 4 Uhr morgens schließt Strauch die Halle ab. „Es war der Wahnsinn“, sind sich alle einig.

Von Carina Wagener

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