Besses Teammanager Manfred Pfaff und Kapitän Sebastian Pfaff im Interview: Mayer rückt für Baron nach

Vorentscheidung schon gefallen

Sorgte für Punkte und Harmonie im Team: Sebastian Pfaff, Kapitän des Hessenliga-Herbstmeisters TSV Besse. Fotos(4): Kasiewicz

Besse. Eine Überraschung ist es nicht, aber trotzdem bemerkenswert: Der TSV Besse ist auf dem besten Weg zum Wiederaufstieg in die Tischtennis-Oberliga. Mit weißer Weste schlossen die Mannen um Spitzenspieler Petr Wasik (16:2-Bilanz) die Hinrunde der Hessenliga ab, so dass sich Teammanager Manfred Pfaff, wie er im HNA-Interview bekennt, schon Gedanken um die Rückkehr in die Fünftklassigkeit macht. Auch sein Sohn Sebastian, Kapitän der Mannschaft, hat diese fest im Visier.

Welche Bedeutung hat die souveräne Herbstmeisterschaft für Sie und Ihre Mannschaft?

Sebastian Pfaff: Die Herbstmeisterschaft nehmen wir gerne mit. Sie ist aber nur ein Etappenziel. Wichtig ist, dass wir auch nach dem letzten Spieltag vorne stehen.

Ist nach dem 9:4 im Spitzenspiel gegen den ärgsten Verfolger Mittelbuchen schon eine Vorentscheidung gefallen?

Manfred Pfaff: Ja, angesichts von drei Punkten Vorsprung und dem deutlich besseren Spielverhältnis. Wenn wir die Auswärtsspiele in Hofgeismar und in Richtsberg gut überstehen, sollte das Tor zur Meisterschaft weit aufgestoßen sein.

Sebastian Pfaff: Die Chancen auf die Meisterschaft sind gut. Allerdings sind noch neun Spiele zu spielen und wir müssen weiterhin konzentriert an jede Partie herangehen.

Wie hat die Mannschaft nach dem enttäuschenden Abstieg aus der Oberliga und ohne wesentliche Verstärkungen die Kurve gekriegt?

Sebastian Pfaff: Zwischen dem Spielniveau der Oberliga und der Hessenliga besteht schon ein Unterschied. Wir waren daher stets optimistisch, auch ohne Verstärkungen in der Hessenliga eine gute Rolle zu spielen.

Manfred Pfaff: Außerdem war der Abstieg aus der Oberliga unnötig. Einige negative Begleitumstände wie langwierige Verletzungsprobleme unserer Spitzenleute führten dazu.

Die Einzelbilanzen der Hinrunde sind durchweg überragend. Was waren die größten Lichtblicke der Vorrunde?

Manfred Pfaff: Keine Frage, alle Spieler haben überzeugt, was auch auf eine gute Harmonie in der Mannschaft zurück zu führen ist. Aber das war angesichts der eigenen Spielstärke auch zu erwarten. Positiv war sicherlich, dass sich Mateusz Kaszuba mit einer 11:3-Bilanz im vorderen Paarkreuz etablieren konnte. Außerdem konnten wir jederzeit auf starke Spieler aus der zweiten Mannschaft wie Jan Kubat, Petr Mottl und Dirk Mayer bauen.

Sebastian, wie schätzen Sie Ihre eigene 9:2-Bilanz an Position vier ein?

Sebastian Pfaff: Damit bin ich durchaus zufrieden und hoffe auf eine ähnliche Bilanz in der Rückrunde.

Im Doppel gab‘s 12 verschiedene Besetzungen, worunter auch die Bilanz etwas litt.

Manfred Pfaff: Der dauernde Einsatz von Ersatzspielern und der Wunsch zum Experimentieren haben zu der relativ hohen Zahl von Doppelkombinationen geführt. Mit der Gesamtbilanz von 20:7 sind wir dennoch zufrieden.

Sebastian Pfaff: Wir sind in jedem Spiel mit einer Führung aus den Doppeln gegangen und haben die wenigsten Doppel der Liga verloren. Das ist okay.

Warum haben Sie auf die etatmäßige Nummer zwei, Michal Baron, verzichtet?

Manfred Pfaff: Michal Baron war unser Sicherheitspolster, da wir ja vor der Saison nicht wussten, wie die Gegner besetzt sein würden.

Da er in der Hinrunde nicht zum Einsatz kam, wird er nun laut Reglement an Nummer Sieben rücken. Wer wird die neue Nummer Sechs?

Manfred Pfaff: Michal wird uns zur Rückrunde nach über sechs Jahren verlassen. Den Aufwand nach Besse zu fahren, will er nicht mehr auf sich nehmen. Dirk Mayer wird für ihn aufrücken.

Angesichts des komfortablen Vorsprungs ist eine sofortige Rückkehr in die Oberliga realistisch. Haben die Planungen dafür schon begonnen?

Manfred Pfaff: Klar, die Überlegungen, was in diesem Fall zu tun ist, haben mit dem Sieg gegen Mittelbuchen an Intensität gewonnen.

Was ist zu tun?

Manfred Pfaff: Es gilt, zwei wesentliche Herausforderungen zu stemmen. Zum einen eine Mannschaft zu haben, die den sportlichen Ansprüchen in der Oberliga gerecht wird und über Spieler aus der Region verfügt, um das notwendige gemeinsame Training zu intensivieren.

Konkret heißt das ...

Manfred Pfaff: ...,dass wir noch einen starken Spieler für das erste Paarkreuz brauchen und einen Spieler aus der Region verpflichten wollen, der in der Oberliga mithalten kann. Zum andern hoffen wir in Bezug auf die wirtschaftliche Basis, dass unsere bisherigen Gönner bei der Stange bleiben und es uns gelingt, neue hinzu zu gewinnen.

Schließlich werden die Ausgaben in der Oberliga steigen.

Manfred Pfaff: Ja, um mindestens 20 Prozent.

Wann packt‘s mal wieder ein heimisches Talent?

Manfred Pfaff: Wir würden uns sehr freuen, wenn dies einem heimischen Talent wieder mal gelingen würde. Doch die Ansprüche speziell für die Oberliga sind sehr hoch und in Nordhessen die in Frage kommenden Talente leider an einer Hand ab zuzählen.

Also keins in Sicht?

Manfred Pfaff: Es gibt schon talentierte Nachwuchsspieler wie beispielsweise unser Leon Wicke, aber die brauchen noch einige Jahre.

Von Ralf Ohm

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