Niestetal zurück in Regionalliga

Ziel nach Abstieg: Wiederaufstieg

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Ratlos nach dem Abstieg? Von wegen! Die Tischtennisspielerinnen des SC Niesteta l, hier Katharina Morbitzer (links) und Janina Ciepluch, wollen im kommenden Jahr zurück in die 3. Bundesliga. 

Was sich seit langem abzeichnete, ist nun amtlich. Die Tischtennis-Spielerinnen des SC Niestetal steigen drei Jahre nach dem Aufstieg in die 3. Bundesliga in die Regionalliga ab. Nach der 0:6-Niederlage in Staffel ist der Gang nach unten rechnerisch nicht mehr abzuwenden.

„Das ist für den Klub kein Weltuntergang, zumal wir bei den Damen- und Herrenmannschaften gut aufgestellt sind und einige von ihnen vor dem Aufstieg stehen“, sagt Eike Oliv. Schade findet der Trainer den Misserfolg des Aushängeschilds dennoch: „Schließlich hat es sehr viel Kraft gekostet, in die 3. Liga zu kommen und dort zu bestehen.“

Vorzuwerfen haben sich die Niestetaler nichts. Es traf sie hart, dass Spitzenspielerin Emina Hadziahmetovic, einzige ausländische Spielerin im Kader, wegen einer Rückenverletzung komplett ausfiel. Und auch Tetyana Maksimenko, seit rund 20 Jahren in Kassel beheimatet, konnte kaum mitmischen. „Ohne die Ausfälle hätten wir im Mittelfeld mitspielen können“, schätzt Oliv.

Zudem stieß Niestetal zu oft auf Mannschaften, die drei oder noch mehr ausländische Spielerinnen in ihren Reihen haben. In Annen standen sie keiner einzigen deutschstämmigen Akteurin gegenüber.  Der SCN selbst verfolgt eine andere Philosophie und setzt auf die Entwicklung der eigenen Talente. „Wozu brauche ich zwei oder drei Ausländerinnen im Team? Dann müsste ich ja eigene Spielerinnen wie Janina Ciepluch oder Katharina Morbitzer draußen lassen“, erklärt Oliv. Zumal aus dem eigenen Nachwuchs vielversprechende Kinder und Jugendliche heranwachsen.

Da der Abstieg zu erwarten war, wirft er den Klub nicht um. Im Gegenteil. „Mein Ziel als Trainer ist der sofortige Wiederaufstieg. Das scheint mir angesichts der Kräfteverhältnisse in der Regionalliga nicht unrealistisch“, betont Oliv. Und immerhin bleibt die Mannschaft weitgehend zusammen, auch das Bleiben der zu den Top fünf ihres Jahrgangs zählenden 15-jährigen Sarah Rau ist nicht unwahrscheinlich. Nicht mehr an die Tische gehen wird Hadziahmetovic wegen ihrer schweren Rückenverletzung.

Eine neue Nummer eins von außerhalb werden die Niestetaler zumindest vorerst nicht holen. „Dank einer Regeländerung dürften wir aber zur Rückrunde personell noch nachlegen. Starten werden wir im Herbst so, wie wir sind“, sagt Oliv.

Bis dahin ist vermutlich auch die Enttäuschung aus der jetzigen Saison abgehakt. Nur einen Punkt holte der SCN aus 14 Partien. „Das war nicht einfach und oft frustrierend, gerade gegen Teams mit vielen starken Ausländerinnen“, sagt Oliv. Gleichwohl machten die Niestetalerinnen das Beste draus: „Die Stimmung war trotzdem gut. Die Frauen kennen sich seit vier oder fünf Jahren und haben gerade die Ausflüge zu den Auswärtspartien als Event gesehen.“

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