Aufstieg durch die Hintertür

SVH Kassel schafft den Durchmarsch in die 3. Bundesliga

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Der Aufsteiger:  Auf dem Bild sind die Spieler der SVH Kassel (vorne v.l.) Michal Bankosz, Adam Janicki, Tom Schmidt, Noah Weber,  (hinten v.l.) Nikals Hilgenberg, Florian Bierwirth und  Marco Hilgenberg. Es fehlt Dennis  Tschunichin. Das Foto wurde vor der Saison aufgenommen.

Nach acht Jahren Pause gibt es in Nordhessen wieder ein Herren-Tischtennis-Team in der 3. Liga. Die SVH Kassel schaffte den Durchmarsch in der Regionalliga und stieg in die 3. Bundesliga auf. Der letzte nordhessische Verein, der auf dem Niveau bei den Herren spielte, war der TSV Besse. Der Klub stieg 2012 aus der damals drittklassigen Regionalliga ab.

Die Situation

Der Regionalliga-Aufsteiger hatte vor der Spielzeit den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. „Viele Kritiker haben vor der Saison gesagt, dass wir das nicht schaffen werden. Jetzt haben wir ihnen geantwortet: Ihr hattet Recht, wir haben die Klasse nicht gehalten“, sagt Abteilungsleiter Dieter Salmen schmunzelnd. Kapitän Niklas Hilgenberg fügt hinzu: „Es war eine grandiose Saison, in der alles super lief.“

Der Aufstieg in die 3. Liga gelang quasi durch die Hintertür, dennoch haben sich die Harleshäuser diesen mehr als verdient. Zwei Punkte sind in der Bilanz der vorzeitig beendeten Saison beeindruckend: Zweimal besiegte die SVH den Meister Union Velbert II – und blieb außerdem zu Hause ungeschlagen. Dennoch schlossen die Kasseler die Saison lediglich als Zweiter ab. Allerdings zog in der 2. und 3. Liga jeweils ein Team zurück. Zudem schaffte der 1. FC Köln in der 2. Bundesliga den Klassenerhalt. So hätte die SVH eigentlich zum Aufstiegsspiel gegen den Zweiten der Regionalliga Nord, Bargteheide, antreten müssen. Da es aufgrund der Corona-Krise aber keine Relegation gibt, stiegen beide auf. Die 3. Liga Nord wird nun von zehn auf elf Teams aufgestockt.

Die Gründe

Aber welche Gründe gibt es für den Höhenflug? „Das hängt vor allem mit unserem veränderten Training zusammen“, sagt Noah Weber. Die Harleshäuser bekamen mit Tobias Kirch vor der Saison einen neuen Trainer, der immer zwei der vier Tischtennis-Einheiten in der Woche leitete. Zu der Trainingsgruppe gehörte auch Bundesligaspielerin Sophia Klee. „Die Grundlagen hatte ja jeder von uns. Aber er hat mit uns andere Übungen gemacht, neue Reize gesetzt“, sagt Weber. „Das strukturierte Training hat uns alle nach vorn gebracht“, sagt Hilgenberg. Neu war auch eine Einheit in der Woche mit Athletik-Trainer Heiko Illian. „Das hat uns viel gebracht. Wir sind spritziger geworden“, sagt Weber.

Ein weiterer Grund liegt in der Heimstärke. Im Schnitt hatten die Harleshäuser mehr als 100 Zuschauer. „Das hat uns auf jeden Fall beflügelt“, sagt Weber.

Die Personalien

Im Kader der SVH wird es zur kommenden Saison Veränderungen geben. Das vordere Paarkreuz mit Michal Bankosz und Adam Janicki verlässt den Verein. Bankosz geht nach Belgien, weil er mit einer Doppelspielberechtigung auch in Polen spielen darf. Janicki war sich schon lange mit dem Zweitliga-Absteiger Leiselheim einig.

Dafür kommt Maximilian Dierks von Zweitliga-Absteiger Hannover 96. Er studiert in Kassel und trainiert schon seit Oktober bei der SVH mit. Zudem ist es noch möglich, dass ein weiterer Spitzenspieler kommt. Auch wenn es in der 3. Liga nur Viererteams – in der Regionalliga sind es Sechser-Mannschaften – gibt, spielen die weiteren Akteure eine wichtige Rolle. „Jeder, der am Erfolg beteiligt war, wird auch in der 3. Liga seine Einsätze bekommen“, sagt Salmen.

Der Ausblick

Bei der SVH ist die Vorfreude auf die 3. Bundesliga groß. „Für uns ist das absolutes Neuland“, sagt Weber. „Wir sind Feuer und Flamme gegen Vollprofis und Altinternationale zu spielen.“

Von Klaus Vater und Manuel Kopp

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