Frau übersteht Genickbruch 

Top 5 des Wochenendes: Eine Bergetappe in der Garage

Dreiköpfige Fangruppe: Der Schweizer Radprofi Mathias Frank wartet auf seinen Start bei der ersten Etappe des digitalen Radrennens „The Digital Swiss 5“. Da wusste er noc h nicht, dass die Technik streiken würde. Foto: Urs Flueeler/dpa

Die Sportwelt steht still in Zeiten von Corona? Denkste. Hier sind unsere Top 5 des Wochenendes. Wenn auch ohne Ergebnisse der klassischen Art.

1. Nicht aus der Konserve: Er sitzt fest im Sattel. Will loslegen. Die Fankurve hat sich in Stimmung gesungen, die Schweizer Fahne weht. Doch was passiert? Mathias Frank kann nicht starten. Die Technik streikt. Ausgerechnet jetzt, wo seine drei Kinder ihn endlich mal 50 Minuten lang hätten anfeuern können – und nicht nur in Sekunden an sich vorbeirasen sehen. Doch Franks Avatar, also sein virtuelles Ich, weigert sich loszufahren. Anders als bei den 55 Kontrahenten.

Was klingt wie Radsport 4.0, ist es gewissermaßen auch: Denn Frank hätte bei der „Digital Swiss 5“ starten sollen. Ein virtuelles Radrennen in fünf Etappen durch die Schweizer Bergwelt mit 19 Teams samt Liveübertragung im Schweizer TV. Jeder Fahrer sitzt daheim auf der Trainingsrolle, verbunden sind alle übers Internet. Ein Pilotprojekt, erfunden von den Machern der abgesagten Tour de Suisse für Hobbyfahrer. Nun kommen die Profis zum Zug – und wir tippen mal: Solche Rennen gibt‘s künftig öfter. Mit hoffentlich funktionierenden Avatars.

2. Nicht aus der Männerwelt: Stammt der neue Sportchef des SC Bern. Der Klub ist so etwas wie der FC Bayern der Schweizer Eishockey-Welt: nämlich der Serienmeister der Männer. Florence Schelling aber übernimmt nun als erste Frau das wichtige Amt der Managerin. Und das mit gerade einmal 31 Jahren.

Die 190-fache Eishockey-Nationalspielerin hat an elf Weltmeisterschaften teilgenommen, an vier Olympischen Spielen, gewann in Sotschi Bronze, stand beim EHC Bülach in der ersten Männer-Liga im Tor, dazu in den USA, Kanada und Schweden, hat einen Master in BWL und spricht vier Sprachen. Und sie kann sich durchbeißen. Bei einem Skiunfall erlitt sie 2019 einen Genickbruch, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Ein ohnehin schon filmreifes Leben, dem sie nun ein neues Kapitel hinzufügt.

3. Nicht im Einsatz: Ist derzeit der Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach. Und dennoch sorgt er für Schlagzeilen. Die Offenbacher haben ihre Spielstätte umbenannt. Diese heißt nun Kommt-Gesund-Wieder-Stadion und nicht mehr wie bislang Sparda-Bank-Hessen-Stadion. Darauf haben sich die Sparda-Bank-Hessen sowie die Stadiongesellschaft geeinigt. Es soll eine positive Botschaft in Zeiten der Pandemie sein. Verbunden damit ist eine Spendenaktion. Das gesammelte Geld ist für eine Dankeschön-Feier nach Corona in den Stadionräumen für Mitarbeiter systemrelevanter Berufe in Offenbach.

4. Nicht in der Tenniswelt: Ist derzeit Kevin Krawietz unterwegs. Rückblick: Im Frühjahr 2019 gewinnt er mit Andreas Mies die French Open im Doppel. In Zeiten, in denen an Tennis-Turniere aber nicht zu denken ist, ist Krawietz auf ganz anderem Terrain unterwegs: Er räumt im Supermarkt Regale ein. Seit ein paar Wochen arbeite er auf 450-Euro-Basis bei einem Discounter, berichtet er im Spiegel-Interview. Ein besonderer Perspektiven- und Jobwechsel.

5. Nicht arbeitslos: Ist auch der American-Football-Kicker Dominik Eberle. Der einzige Deutsche im Draft 2020 wurde zwar nicht ausgewählt, allerdings nahmen ihn die Las Vegas Raiders anschließend dennoch unter Vertrag. Der geborene Nürnberger darf sich nun im Training beweisen und auf eine langfristige Anstellung hoffen. Für sein College, Utah State Aggies, stellte er gleich acht Rekorde auf. 2019 schloss er sein Studium ab.

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