3. Liga: HSG unterliegt Spitzenreiter Münden unglücklich, aber nicht unverdient

39 Tore erzielt und verloren

Und wieder muss einer gehen: Schiedsrichter Marco Bärtl stellt Mündens Torjäger Martin Hummel (Mitte) für zwei Minuten vom Feld. Gensungen/Felsbergs Michael Viehmann tritt zum nächsten Siebenmeter an. Foto: Kasiewicz

Gensungen. Man stelle sich vor, die HSG Gensungen/Felsberg wirft in eigener Halle 39 Tore und verliert. Genau das ist nun im Topspiel der 3. Handball-Liga Ost der Männer passiert, in dem den Edertalern so viele Treffer beim 39:40 (20:20) gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer TG Münden nicht zum Erfolg reichten. „Jetzt liegen wir erst mal hinter der Spitze zurück“, kommentierte HSG-Linksaußen Stephan Untermann tief enttäuscht, weil sein Team aus den Wochen der Wahrheit lediglich zwei Punkte (Sieg daheim gegen Leipzig) erobern konnte.

Es hätten vier sein können, wenn die Negovan-Schützlinge in den wichtigen Phasen der Partie gegen die TGM kühlen Kopf bewahrt hätten. „Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte verloren“, trauerte Dragos Negovan etwa den leichten Ballverlusten seiner Mannschaft hinterher, nachdem diese mit sogar 18:13 geführt hatte (23.). „Da haben wir die big-points nicht gemacht“, ärgerte sich der überragende Carsten Göbel (siehe Bericht auf dieser Seite).

Selbst in den Schlussminuten war ein Sieg der Hausherren möglich, als das 37:36 für die HSG markiert hatte. Doch wie schon im ersten Abschnitt schlug die Heimsieben aus ihren Überzahlsituationen nicht das nötige Kapital.

Davon hatte es im Verlauf der 60 Minuten etliche gegeben, weil die Unparteiischen praktisch von Beginn an Akteure beider Klubs in regelmäßigen Abständen vom Feld stellten. Was Münden Ex-Bundesligaspieler Oliver Tesch später zur Einschätzung kommen ließ, dass „Gensungen nicht das schlechteste Team auf dem Parkett“ war. Der Ex-Lübbecker war sogar einer von drei Spielern, für den die Begegnung vorzeitig beendet war. Nach einer dritten Zeitstrafe, die so umstritten war wie einige an diesem Abend.

Ausschlaggebend für den Ausgang des Duells waren die Hinausstellungen allerdings nicht. Da schon eher, dass die Deckung des früheren Zweitligisten einige Schwächen offenbarte. Und auch, dass die Gäste aus Südniedersachsen personell mehr zu bieten hatten als die Gegenseite mit Göbel. Mit Kreisläufer Dominic Leinhart hatte die HSG-Verteidigung ebenso ihre Mühe wie mit Tesch. Deren unermüdlicher Einsatz brachten entweder direkt ein Tor oder führten zu Siebenmetern beziehungsweise Zeitstrafen der Gastgeber.

Und als das Spiel auf die Zielgerade einbog, wurde Torjäger Martin Hummel immer treffsicherer. Und „taute“ auch Christian Grambow auf, wie TGM-Coach Peter Rommel hocherfreut bemerkte. Dem Rückraumschützen („Ich hätte nach langer Verletzungspause nicht geglaubt, dass ich solch‘ einen Lauf bekomme“), der zunächst auf Linksaußen und später auf Halblinks agierte, gelang auch in der letzten Minute das entscheidende 40:38. Danach warf Michael Viehmann zwar noch das 39:40, aber in den verbleibenden Sekunden gab der Spitzenreiter aus der Drei-Flüsse-Stadt den Ball nicht mehr her und verteidigte mit etwas Glück, aber auch viel Geschick den Platz an der Sonne.

Von Björn Mahr

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