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Werra-Rundschau-Torjägerkanone: Jan Gerbig und Paul Müller ausgezeichnet

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Von: Maurice Morth

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Verdiente Auszeichnung mit der WR-Torjägerkanone: Jan Gerbig hatte mit seinen 33 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Aufstieg des SV Adler Weidenhausen in die Fußball-Hessenliga.
Verdiente Auszeichnung mit der WR-Torjägerkanone: Jan Gerbig hatte mit seinen 33 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Aufstieg des SV Adler Weidenhausen in die Fußball-Hessenliga. © Maurice Morth

Die WR zeichnet für die vergangene Fußball-Saison 21/22 zwei Torjäger aus. Einmal von der Verbandsliga bis zur Kreisoberliga, einmal von der Kreisliga A bis hinunter zur Kreisliga C.

Eschwege – In der Kategorie „WR-Torjäger I – Verbandsliga bis Kreisoberliga“ sicherte sich Jan Gerbig vom SV Adler Weidenhausen die Torjägerkanone. Mit seinen 33 Toren hatte der 27-Jährige maßgeblichen Anteil am sensationellen Aufstieg von der Verbandsliga in die Hessenliga.

Der abschlussstarke Außenstürmer, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit Sprunggelenksverletzungen zu kämpfen hatte, stand in allen 32 Saisonspielen auf dem Platz. „Ich habe hart dafür gearbeitet, um wieder eine Saison durchspielen zu können. Gerade durch die Corona-Lockdowns konnte man noch mehr das Augenmerk darauflegen, was man im Athletikbereich noch so zu Hause für sich machen kann. Das hat geholfen“, sagt Gerbig.

Es sei cool, nach der Meisterschaft und dem Kreispokalsieg auch noch eine individuelle Auszeichnung gewonnen zu haben. Ohne Umschweife gibt der Bad Sooden-Allendörfer und Wahl-Kasseler aber auch zu: „Ich hätte die Torjägerkanone jederzeit gegen den Aufstieg in die Hessenliga eingetauscht.“

Jan Gerbig: „Ich will alles geben und gewinnen“

Am Ende war ein solcher Handel aber gar nicht erforderlich: Gerbig sicherte sich in der Weidenhäuser Fabelsaison das persönliche Triple. Dabei zeichneten ihn vor allem sein Spielverständnis, sein Ehrgeiz und natürlich sein starker rechter Fuß aus: „Wenn ich auf dem Feld stehe, dann will ich alles geben und gewinnen. Wir waren in dieser Saison alle geil darauf, die Tore zu machen“, sagt der angehende Gymnasiallehrer für die Unterrichtsfächer Sport und Deutsch.

Seine Sonderrolle auf der Außenbahn sei für seinen Erfolg grundlegend gewesen: „Ich darf selbst relativ hoch im Feld stehen, um zum Abschluss zu kommen. Durch die mir zugestandene Freiheit – natürlich ohne die Arbeit nach hinten zu vernachlässigen – und die starken Zuspiele meiner Mitspieler sind die Treffer erst möglich.“

In Mittelstürmer Sören Gonnermann (33), der in der Titelsaison 30 Tore in 27 Spielen erzielte, hat Gerbig noch dazu einen kongenialen Partner im Angriff.

Drohen bei so viel Abschlussstärke unter den beiden ehrgeizigen Torjägern kleine Eifersüchteleien? „Nein“, sagt Gerbig. „Wir haben ein richtig gutes Verhältnis. Jeder gönnt dem anderen das Tor. Vor allem das Wettschießen im letzten Saisonspiel gegen Barockstadt hat uns richtig Spaß gemacht (beim 7:2 erzielte Gonnermann vier Treffer, Gerbig zwei, Anm. d. Red.)“, so der Außenstürmer, der sich die Trophäe in den vergangenen acht Jahren Verbandsliga quasi mit Sören Gonnermann (6x) teilte.

Jan Gerbig fühlt gewisse Verbundenheit mit der Region

Über eine Aussage von Jan Gerbig könnten aufmerksame Zuhörer vor wenigen Wochen allerdings kurz gestolpert sein. In einem Podcast antwortete er sinngemäß auf die Frage, ob er sich auch vorstellen könnte, noch einmal in einer noch höheren Liga zu spielen, dass er niemals nie sagen würde.

Sorgen muss sich in Weidenhausen aber keiner über die Zukunft des 33-Tore-Mannes machen: „Ich habe das nur gesagt, damit mir die Antwort nicht auf die Füße fällt, sollte ich beispielsweise einmal wegen meiner Arbeit wechseln müssen. Ich bin seit 2013 in Weidenhausen, sehr zufrieden und ich weiß, was ich hier habe. Klar gab es mal Angebote, aber ich habe es noch nie bereut, nicht gewechselt zu sein.

Das im Verein ist Heimatverbundenheit - und so geht es vielen anderen im Team auch.

Jan Gerbig

Der SVA ist in seiner ganzen Aufmachung für mich einzigartig. Ich fühle mich mit der Region verbunden und freue mich, sie nun auch ein Stück in der Hessenliga vertreten zu dürfen. Das im Verein ist Heimatverbundenheit – und so geht es vielen anderen im Team auch.“

Özkan Beyazit vom Gruppenliga-Meister SG Kleinalmerode/Hundelshausen/Dohrenbach brachte ebenfalls das Kunststück fertig, 33 Tore zu erzielen – mit 41 Jahren. Der Mittelstürmer profitierte vor allem von seiner Kaltschnäuzigkeit. Die wird er bei der SG aus dem Altkreis Witzenhausen nun auch in der Verbandsliga zeigen wollen.

enkt man an Fußball und den Namen Müller, dann denkt man automatisch auch an Tore. Geschuldet ist das vor allem dem früheren „Bomber der Nation“, Gerd Müller, der fast aus jeder Lage traf und hauptverantwortlicher für die Fußballfloskel „es müllert mal wieder“ ist.

WR-Torjäger II: Paul Müller wie einst der „Bomber der Nation“

Ein Müller hat es in dieser Saison auch geschafft, sich die WR-Torjägerkanone des erfolgreichsten Stürmers von der Kreisliga A bis zur Kreisliga C zu sichern. Nämlich Paul Müller, der in 25 Spielen 37-mal für die SV 07 Eschwege erfolgreich war und damit maßgeblich zum Aufstieg in die Kreisliga A beigetragen hat.

Und so sehr sich der 20-jährige sympathische Fußballer über die persönliche Auszeichnung freut, so sehr dankt er auch seinem Team: „Ich nehme den Preis mit Stolz, aber auch für unsere ganze Mannschaft entgegen“, so der Student, und weiter: „denn ohne sie hätte ich das nie geschafft.“

Paul Müller sicherte sich die WR-Torjägerkanone Kreisliga A bis Kreisliga C. In der kommenden Saison will er mit der SV 07 Eschwege in der Kreisliga A angreifen.
Paul Müller sicherte sich die WR-Torjägerkanone Kreisliga A bis Kreisliga C. In der kommenden Saison will er mit der SV 07 Eschwege in der Kreisliga A angreifen. © Stefan Konklowsky

Viel wichtiger ist dem Oberdünzebächer ohnehin der Aufstieg gewesen, wie er im WR-Gespräch betont. „Als wir vor drei Jahren in der C-Liga neu angefangen haben, war unser erstes Ziel die Kreisliga A“, schaut er zurück auf die Neuanfänge seiner Elf.

„Nun ist unser nächstes Ziel, möglichst schnell die Kreisoberliga zu erreichen. Wir spielen seit der Jugend zusammen, haben einen großartigen Teamgeist und ich glaube fest daran, dass wir das auch schaffen können“, ist er voller Selbstbewusstsein und freut sich auf die neue Saison, in der es hoffentlich wieder möglichst viel „müllern“ wird.

Im Altkreis Witzenhausen trumpfte ein Stürmer genauso auf wie Paul Müller für Dietemänner: Atakan Polat vom Lichtenauer FV II erzielte in der Kreisliga A 37 Tore. Im Spiel gegen den VfR Wickenrode gelang dem 26-Jährigen sogar ein weiteres Tor, das Spiel wurde allerdings nicht in die Wertung einbezogen, da es durch den Schiedsrichter vor Abpfiff aufgrund einer Schlägerei abgebrochen werden musste. (Maurice Morth)

Torjägerliste

WR-Torjäger I: Verbandsliga bis Kreisoberliga

Jan Gerbig (SV Adler Weidenhausen) - 33 Tore

Özkan Beyazit (SG K/H/D) - 33 Tore

Sören Gonnermann (SV Adler Weidenhausen) - 30 Tore

Lukas Wetterau (SG HNU) 29 Tore

WR-Torjäger II: Kreisliga A bis Kreisliga C

Paul Müller (SV 07 Eschwege) - 37 Tore

Atakan Polat (Lichtenauer FV II) - 37 Tore

Emanuel Edem (RW Fürstenhagen) - 28 Tore

Florian Best (SG Ziegenhagen/Ermschwerd) - 28 Tore

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