Interview

Trainer Tino Jäger vom Fußball-Gruppenligisten ESV Hönebach : „2020 war wie eine Art Pause“

Tino Jäger, Trainer des Fußball-Gruppenligisten  ESV Hönebach.
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Gemeinsam erfolgreich: Tino Jäger steht seit fünf Jahren an der Seitenlinie des ESV Hönebach.

Tino Jäger ist nicht mehr wegzudenken beim Fußball-Gruppenligisten ESV Hönebach. Der 39-Jährige geht im kommenden Sommer in seine sechste Spielzeit bei den Eisenbahnern.

Hönebach – Wie die aktuelle Stimmungslage im Verein und bei ihm selbst ist, beantwortet uns der Trainer im Interview.

Herr Jäger, im Februar 2016 haben Sie beim ESV Hönebach angeheuert. Können Sie sich überhaupt noch an das damalige Team erinnern?
Allerdings. Ich bin vollkommen unwissend und unbefleckt im Verein angekommen, hatte nahezu keine Infos. Ich habe aber ein Umfeld angetroffen, welches absolut intakt und familiär war. Ich beschreibe es gerne als kuschelig. Aber nicht nur das Umfeld, sondern auch die Mannschaft war super. Von Beginn an war es ein verschworener Haufen. Ein Riesenvorteil war und ist nach wie vor, dass viele Jungs direkt aus dem Ort kommen. Ein fußballerisch starker Jahrgang prägt den ESV und mit diesem kann ich super arbeiten. Außerdem lief es damals schon, ich habe Hönebach in der Halbserie als Tabellenführer übernommen.
Sie sprechen es an. Damals spielte man in der A-Liga mittlerweile mit einem Großteil dieser Mannschaft in der Gruppenliga.
Dass wir solche Sprünge machen, hätte wohl niemand im Verein vor fünf Jahren gedacht. Zuvor hat Hönebach zwischen der Kreisoberliga und A-Liga gependelt. Wir wollten es schaffen, dass sich der Klub in der Kreisoberliga etabliert. Dass wir diese Entwicklung nun genommen haben, ist harte Arbeit. Das stelle ich aber nicht mich in den Vordergrund, sondern die Jungs. Gruppenliga zu spielen, hat sich jeder von ihnen mal gewünscht.
Entsprechend euphorisch ist das Umfeld nach wie vor?
Absolut. Das zeigt sich in unseren Zuschauerzahlen. Dreimal waren wir ausverkauft, in den anderen drei Partien nah dran. Dabei hatten wir unsere Bedenken, weil von auswärts nicht die großen Massen mitkommen. Dafür aber kommen aus der Region immer wieder Leute. Die älteren Zuschauer denken gerne an frühere Zeiten zurück, als Hönebach schon einmal auf einem ähnlichen Level gespielt hat. Wir haben uns interessanter gemacht.
Sportlich war fast klar, dass Sie bleiben. Haben Sie dennoch überlegt aufzuhören?
Gedanken in jegliche Richtungen macht man sich immer. Ich betone stets, dass die Familie und der Beruf wichtig sind und dass anschließend der Fußball kommt. Und in Hönebach lässt sich nach wie vor alles perfekt miteinander vereinbaren. Sportlich ist es so, dass der Vorstand und ich noch eine weitere Entwicklungsstufe in der Mannschaft sehen. Diese wollen wir gemeinsam erreichen. Und wenn wir ehrlich sind, war das Kalenderjahr 2020 fast wie eine Art Pause.
Hätten Sie einen anderen Weg einschlagen können?
Anfragen gab es, aber es ist nichts konkret geworden. Mein erster Ansprechpartner ist immer der ESV. Der Wohlfühlfaktor ist für mich wichtiger als ein paar Euro.
Haben Sie eine Zauberformel, dass es nach fünf Jahren noch immer läuft?
Das Wichtigste, und das habe ich den Jungs vom ersten Tag an vermittelt, ist die Ehrlichkeit. Ich bin gegenüber der Mannschaft ehrlich, also erwarte ich es andersherum genauso. Gleiches gilt beim Umfeld. Und ich denke, das funktioniert sehr gut. Sonst würde der Erfolg wohl nicht so aussehen.
Das hört sich an, als sei auch nach dem sechsten Jahr noch nicht Schluss?
Zum jetzigen Stand kann ich es mir vorstellen, noch länger zu bleiben. Allerdings müssen beide Seiten schauen, wie die kommenden Monate laufen. Seit 2016 erleben wir eine Phase, in der wir stetigen Erfolg haben. Was passiert also, wenn einmal Misserfolg eintritt? Das wird eine neue Herausforderung, wenngleich ich denke, dass wir charakterlich stark genug dafür sind. An oberster Stelle steht nun, dass wir Hönebach in der Gruppenliga etablieren. Außerdem muss eine Weiterentwicklung stattfinden – nicht nur auf, sondern ebenfalls neben dem Platz. (Tobias Konrad)

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