Der frühere Hammerwerfer Hans Wulff hat viele sportliche Ereignisse im Fotoalbum

Training mit Olympiasieger

Der Olympiasieger zu Besuch: Harold Connolly aus den USA (Zweiter von rechts) holte 1956 in Melbourne Gold im Hammerwerfen. Hier ist er 1957 in Kassel und trainierte mit (von links) Hans Wulff, Helmut Freier und Karl Storch. Foto: Baron

SÖHREWALD. Das dicke grüne Fotoalbum birgt sportliche und familiäre Erinnerungen gleichermaßen, oft überschneidet sich beides. Schließlich hat Hans Wulff, einst einer der besten Hammerwerfer Deutschlands, seine im November 2009 verstorbene Frau Trudi, beim Sport kennengelernt. Die war unter ihrem Mädchennamen Dilcher schon als Mehrkämpferin bekannt. Und beide haben mit dem Sport eine Menge gemeinsam erlebt.

Wulff, 1934 in Güstrow in Mecklenburg geboren, war über Berlin und Lübeck mit seiner Familie nach Nordhessen gekommen. Sein Vater arbeitete bei Borsig, später bei der AEG. Hans Wulff hatte sich dem Sport schon früh verschrieben, anfangs aber Fußball gespielt, unter anderem auch beim VfB Lübeck. Doch in Kassel entdeckte der legendäre Emil Junghenn am Goethe-Gymnasium die Talente des jungen Wulff. Mit Kugel und Diskus fing es beim KSV Hessen an, mit Hammerwerfen wurde der großgewachsene Blondschopf bekannt. Doch auch in der Gewichtheberstaffel des KSV war Wulff aktiv, später auch im Rasenkraftsport.

„1953 war Werner Klitsch aus Halle nach Kassel gekommen“, erinnert sich Wulff. „Und der wohnte in dem Gebäude, in dem heute der KSV Auedamm beheimatet ist.“ Klitsch habe oben unter dem Dach eine kleine Wohnung gehabt. „Bei Regenwetter sind wir manchmal aus der Aue abgehauen und haben in seinem Miniflur trainiert.“

Wulff, der elf Länderkämpfe absolvierte und als beste Platzierung bei deutschen Meisterschaften Rang zwei (1961 in Düsseldorf) hinter seinem Dauerkonkurrenten Hans Fahsl belegte, war bis 2003 aktiv. Dann erkrankte seine Frau Trudi und er musste kürzer treten.

Zu fast jedem Bild kann Hans Wulff noch die eine oder andere Geschichte erzählen. Vom Länderkampf 1957 im französischen Bordeaux, als die Bahnfahrt von Karlsruhe nach Paris 38,90 Mark kostete, vom Ausflug nach Skandinavien genauso wie von Bezirksmeisterschaften in Eschwege. Oder von den vielen DLV-Lehrgängen, zu denen er eingeladen wurde.

Auf dem Trainingsbild von 1954, auf dem KSV-Gelände gemacht, erkennt Hans Wulff bis auf eine Person alle und rattert die Namen herunter. Sogar vom gemeinsamen Training 1957 in Kassel mit Harold Connolly, Olympiasieger 1956 in Melbourne, gibt es ein Bild. Ebenfalls dabei Karl Storch aus Fulda, der 1952 in Helsinki die Silbermedaille gewann. Auch auf den Bildern mit den KSV-Frauen gibt es kaum einen Namen, den Wulff nicht weiß. Beim Blättern im grünen Fotoalbum werden halt Erinnerungen wach.

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Von Peter Fritschler

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