Funktionär aus Friedlos verstirbt im Alter von 75 Jahren

Trauer um ehemaligen Kreisfußballwart Heinrich Lehn

Ehemaliger Kreisfußballwart: Heinrich Lehn.
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Ehemaliger Kreisfußballwart: Heinrich Lehn.

Seine Amtszeit fiel in eine goldene Ära des Hersfelder Fußballs: Als der Friedloser Heinrich Lehn 1993 als Nachfolger von August Spill in das Amt des Kreisfußballwarts gewählt wurde, war die SG Hessen Hersfeld aus der Landesliga ab- und der SV Asbach in diese Liga aufgestiegen.

Friedlos - Die Ligen waren damals mit vielen Mannschaften besetzt, die Nachwuchsprobleme traten nicht so offen zutage, wie es heute der Fall ist. Hersfelder Schiedsrichter pfiffen bis hoch zur Bundesliga. Die Anzahl der Mannschaften und der aktiven Fußballer im Kreis bedeutete: Es gab viel zu managen als Kreisfußballwart sowie als Klassenleiter – und genau das war das Metier des Bankers aus Friedlos, der für die VR-Bank arbeitete.

Vorschriften, Paragrafen – Lehn kannte das Regelwerk aus dem „Effeff“. Mit seinem Fachwissen war er stets ein kompetenter Ansprechpartner für die Vereine. „Wir konnten gut miteinander arbeiten“, sagte der ehemalige stellvertretende Kreisfußballwart Horst Goßmann. Nie machte Lehn großes Aufheben um seine Person, er war stets der Mann im Hintergrund. Und damit ein Vorbild für nachfolgende Funktionärsgenerationen.

Kreisfußballwart blieb der Friedloser 20 Jahre bis 2003, als in einer turbulenten Sitzung im Bürgerhaus seines Heimatortes der Zusammenschluss der Altkreise Hersfeld und Rotenburg beschlossen wurde. Danach zog er sich schrittweise zurück. Nicht jedoch bei seinem Verein, dem FV „Sport“ Friedlos. Hier gab es kein Vorstandsamt, das Lehn in 51 Jahren seiner Mitgliedschaft nicht bekleidet hätte. Er war aktiver Fußballer – und später Beisitzer, Kassierer, Vorsitzender, nicht zuletzt Fußballobmann. Und bei fast allen Heimspielen seines Vereins war er zugegen. Sein Fach- und Hintergrundwissen bezeichnete der heutige Friedloser Vorsitzende Michael Spengler schon als „unheimlich“. Das Erstellen von interessanten Chroniken war in den letzten Jahren seine ganz große Stärke. Auch für den FV erstellte er den Rückblick zum 100-jährigen Bestehen in 2019. Vor Kurzem verstarb der engagierte Fußballfunktionär mit 75. Er hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu schließen ist.

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