Gedenken an den Helden von Bern

SMOG e.V. und Fußballfreunde trauern um Horst Eckel

Horst Eckel im September 2018 in seinem Haus in Bruchmühlbach-Vogelbach beim letzten Besuch von Reiner Birkel.
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Horst Eckel im September 2018 in seinem Haus in Bruchmühlbach-Vogelbach beim letzten Besuch von Reiner Birkel.

Der letzte Fußball-Weltmeister von 1954 ist tot: Horst Eckel ist mit 89 Jahren gestorben. Auch in unsere Region hatte er enge Verbindungen. Der Verein „Schule machen ohne Gewalt - SMOG e.V.“ und die Fußballfreunde Osthessens trauern in einer offiziellen Stellungnahme.

Die Stellungnahme im Wortlaut:

„Horst Eckel hat von 2003 bis 2012 an allen zehn SMOG-Benefizfußballturnieren teilgenommen. Er war ein bodenständiger und überaus sympathischer Mensch mit einem großen Herz für unser Thema der Gewaltprävention an Schulen und Kindergärten, da er selbst als ehemaliger Realschullehrer um die Probleme wusste. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Frau Hannelore und seinen beiden Töchtern mit Familie“, so der 1. Vorsitzende von SMOG e.V., Erwin Maisch, in einer ersten Stellungnahme.

Horst Eckel hatte über viele Jahre eine sehr enge Verbindung in die osthessische Region. Bereits 1957 führte sein Weg mit der „Fritz-Walter-Elf“ des 1. FC Kaiserslautern nach Bad Hersfeld, wo im Jahnstadion vor über 10 000 Zuschauern ein Freundschaftsspiel gegen eine Hersfelder Auswahl stattfand.

An der Seite von Fritz und Ottmar Walter war er 1999 Ehrengast der „Welt-Fußball-Gala“ in Rotenburg a.d.F. und später ebenfalls gemeinsam mit Ottmar Walter in 2005 in Friedewald. In dieser Zeit entstand eine sehr vertrauensvolle und später freundschaftliche Bindung zu Reiner Birkel, Gründungs- und Vorstandsmitglied von SMOG e.V. „Es war Fritz Walter, der Horst Eckel gebeten hatte, an unserem ersten Benefizturnier 2003 in Schlitz teilzunehmen. Daraus entstand eine wunderbare Freundschaft zu seiner Frau Hannelore und zu Horst, die unvergessen bleibt. Wir alle sind sehr dankbar, dass wir diese großartige Persönlichkeit des deutschen Fußballs an unserer Seite wussten und werden sein soziales Engagement würdigen und den Menschen Horst Eckel nie vergessen,“ blickt Reiner Birkel auf diese Zeit mit der Fußballlegende zurück. „Unvergessen bleibt die Feier zum 80. Geburtstag von Horst im Fritz-Walter-Stadion, an der auch noch zwei ungarische Vize-Weltmeister von 1954 teilnahmen.“

Beim SMOG-Cup war Horst Eckel mehrmals in Künzell, in der ehemaligen „Sportwelt-Osthessen“ bzw. in der Kreissporthalle aktiv am Ball, aber auch in 2003 in der Bad Hersfelder Geistalhalle gemeinsam mit Rudi Völler, dem Teamchef der Nationalmannschaft, der nur wenige Monate zuvor Vize-Weltmeister wurde. Ein Höhepunkt hierbei, ein Tischtennis-Einlagespiel gegen Rekord-Europameister Timo Boll. Neben Fußball gehörte Tischtennis zur großen Leidenschaft des Weltmeisters. Horst Eckel war Berater von Regisseur Sönke Wortmann beim Film „Das Wunder von Bern“. Nur kurze Zeit nach der Premiere des Filmes in Hamburg war Horst Eckel Ehrengast im Bad Hersfelder Kinocenter „Cineplex“ im Dezember 2004, wo er Moderator Markus Pfromm gemeinsam mit seinem ehemaligen Mannschaftskameraden Karl Schmidt, DFB-Vizepräsident, aus Wabern, über die WM und seiner erfolgreichen Fußballlaufbahn berichtete. Nicht wenige Gäste hatten damals Tränen in den Augen, als sie dem Weltmeister bei einer Autogrammstunde persönlich trafen. Ein weiterer Auftritt folgte in 2005 beim Bad Hersfelder Lollslauf mit einem Startschuss über die 10 km und danach war Horst Eckel Ehrengast bei einem Fußballturnier in Untergeis, wo er den symbolischen Anstoß mit Bürgermeister Glänzer durchführte und fleißig Autogramme schreiben musste.

Für das Land Hessen war Horst Eckel während der Fußball-WM 2006 der Männer und 2011 der Frauen im Einsatz und hier an mehreren Hessentagen, u.a. mit der Schauspielermannschaft vom „Wunder von Bern“ als Spielführer in Hessisch-Lichtenau. Auch 2006 beim Landesfest in der Vertretung in Berlin an der Seite von Bundeskanzlerin Merkel und dem heutigen Ministerpräsidenten Bouffier, mit dem Horst Eckel freundschaftlich verbunden war.

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